Stationäre Hausgemeinschaft - LinkFang.de





Stationäre Hausgemeinschaft


Stationäre Hausgemeinschaften sind eine spezielle Form von Heimen für ältere und pflegebedürftige Menschen.

Sie entstanden in Deutschland um das Jahr 2000 und stehen konzeptionell für die Abkehr vom institutionalisierten Heim und für die Hinwendung zum begleiteten, sich am Alltag orientierenden Lebensraum im Heim. Von den knapp über 700.000 stationären Pflegeplätzen in Deutschland befinden sich schätzungsweise 10.000 in vollstationären Hausgemeinschaften. Nach dem Gliederungsvorschlag des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) werden stationäre Hausgemeinschaften auch als „4. Generation des Altenpflegeheimbaus“ in Deutschland bezeichnet. Ein Beispiel aus jüngster Zeit sind die KDA- Quartiershäuser. Sie ermöglichen ein Leben in der Öffentlichkeit und Gemeinschaft und schützen zugleich das Recht auf Privatsphäre und Selbstbestimmung.

Konzeption

Die Leitidee Stationärer Hausgemeinschaften ist es, deren Mitgliedern ein Leben in alltagsnaher Normalität zu ermöglichen und zugleich Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren. In einem Heim der vierten Generation leben jeweils kleine familienähnliche Gruppen mit acht bis 14 Bewohnern. Angestrebt wird, das alltägliche Leben von permanent anwesenden Bezugspersonen zusammen mit den Bewohnern und gegebenenfalls den Angehörigen zu organisieren. Der Alltag ist wie ein Familienhaushalt organisiert, klassische Pflege wird nur bei Bedarf eingesetzt. Der explizite Grundsatz einer Gleichwertigkeit von Pflege, Betreuung, Begleitung und Hauswirtschaft ist eine schwierige Aufgabe für die Mitarbeiter. Zum Gelingen einer Hausgemeinschaft ist daher ein schlüssiges Personalkonzept unabdingbar.

"Präsenzmitarbeiter" sind Mitarbeiter, welche die Bewohner einer Hausgemeinschaft im täglichen Alltag begleiten. Sie übernehmen Managementaufgaben, die zum Beispiel in der häuslichen Pflege von den pflegenden Angehörigen übernommen werden. Sie tragen die Verantwortung für die Hauswirtschaft, Betreuung und gegebenenfalls von Teilen der Pflege.

Aufgaben der Präsenzmitarbeiter

Die dezentrale Essenzubereitung ist eine der wichtigsten Aufgaben der Präsenzmitarbeiter. Die Speisen werden ausschließlich innerhalb der Hausgemeinschaften und von ihren Mitgliedern zubereitet. Während in konventionellen stationären Einrichtungen die Bewohner nur aus einem gegebenen Speiseplan auswählen können, können diese Hausgemeinschaften ihren Speisezettel mitplanen. Für eine unabhängige Haushaltsführung sind Funktionsräume mit Kühltruhen und -schränken und dergl. erforderlich.

Formen stationärer Hausgemeinschaften

  1. Solitäre Hausgemeinschaft – Eine Solitäre Hausgemeinschaft ist vollständig autark, ohne eine räumliche Anbindung an andere soziale Einrichtungen, aber oft organisatorisch an als so genannte „Satelliten“ an vollstationäre Pflegeeinrichtungen angegliedert sind.
  2. Hausgemeinschaften als Teil von vollstationären Pflegeeinrichtungen – Bei größeren Pflegeeinrichtungen sind gelegentlich nur einzelne Bereiche oder Etagen des Hauses Bereich mit Hausgemeinschaften besetzt, während ansonsten „klassisch gepflegt“ wird.
  3. Hausgemeinschaftskomplexe – Hausgemeinschaftskomplexe sind homogene Einrichtungen, die mehrere Hausgemeinschaften unter einem Dach vereinigen.

Literatur

  • Stefan Arend: Ein Jahrzehnt Hausgemeinschaften in Deutschland. In: BFS-Info 3/2011, S. 13-16.
  • Stefan Arend: Stationäre Hausgemeinschaften. In: Altenheim 10/2008, S. 46-49.
  • Stefan Arend: Hausgemeinschaften – Vom Modellversuch zur Regelversorgung. Hannover, Vincentz-Network 2005.
  • Stefan Arend: Geschichte und Zukunft der stationären Pflege. Historische und soziologische Aspekte [...] In: Pflege Impuls. Fachzeitschrift für die Leitungskräfte in der Pflegepraxis. Nr. 1/2003, S. 2-6.
  • Stefan Arend: Manager des Alltags. In: Altenpflege 6/2003, S. 27-30.
  • Stefan Arend: Ein neues, wichtiges Berufsbild in der stationären Altenhilfe: Die Präsenzmitarbeiter/innen. Bindeglied zwischen Pflege und Hauswirtschaft. In: bpa-magazin 03 + 04/2003, S. 15-17.
  • Gunter Crößmann: Hausgemeinschaften aus Sicht der Heimaufsicht. In: pro ALTER 4/2001, S. 16-19.
  • Hildegard Grothues: Hausgemeinschaften – eine alternative Wohn- und Betreuungsform für dementiell erkrankte alte Menschen. Diplomarbeit im Studiengang Soziale Gerontologie an der Universität Dortmund. Ms., Dortmund 2000.
  • Gudrun Kaiser: Vom Pflegeheim zur Hausgemeinschaft – Empfehlungen zur Planung von Pflegeeinrichtungen. Hrsg. vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Köln 2008 (Reihe Architektur und Gerontologie Band 5).
  • Margret Müller und Norbert Seidl: Lebenswelt für demenzkranke Menschen. Modellprojekt Heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter. Frankfurt am Main 2003.
  • Gerd Palm und Bernd Bogert: Hausgemeinschaften. „Ein“ Ausweg aus dem Irrweg für die stationäre Pflege. Marburg 2007.
  • Hans-Peter Winter, Rolf Gennrich, Peter Haß: Hausgemeinschaften. Architektur und Gerontologie. Band 2. Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) (Hrsg.). Köln 1999.
  • Hans-Peter Winter, Rolf Gennrich, Peter Haß. Hausgemeinschaften: Die vierte Generation des Altenpflegeheimbaus. Band 8. Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) (Hrsg.). 2. Auflage. Köln 2001.
  • Hans-Peter Winter, Rolf Gennrich, Peter Haß. KDA Hausgemeinschaften: Die vierte Generation des Altenpflegeheimbaus. Eine Dokumentation von 34 Projekten. Band 9. Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) (Hrsg.) Köln 2002.
  • Peter Michell-Auli, Christine Sowinski. Die 5. Generation: KDA- Quartiershäuser. Ansätze zur Neuausrichtung von Alten- und Pflegeheimen. Band 6. Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) (Hrsg.) Köln 2013.
  • Werner Winkler: Hausgemeinschaften. Erfahrungen mit dem Vorhaben Sankt Elisabeth in der Stadt Bad Griesbach und Vergleich mit anderen Hausgemeinschaften in Deutschland. Köln 2004 (KDA-Reihe Vorgestellt Bd. 70).

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stationäre Hausgemeinschaft (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.