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Stanzen (Verfahren)


Beim Stanzen werden Flachteile aus verschiedenen Werkstoffen (Bleche, Pappe, Textilien usw.) mit einer Presse oder auf Schlag und einem Schneidwerkzeug gefertigt. Das dabei verwendete Trennverfahren ist das Scherschneiden.

Beschreibung

Ein Stanzwerkzeug besteht aus dem Stempel, der die Innenform darstellt, und der Matrize, die eine entsprechend passende Öffnung (Beispiel: Locher) aufweist. Der Stempel kann je nach Werkzeugaufbau sowohl Ober- als auch das Unterteil des Stanzwerkzeuges sein.[1] Je nach Anwendungsfall kann das Gegenstück zum Stempel auch eine ebene Unterlage sein. Dann besteht das Werkzeugoberteil aus einem entsprechend geformten, geschlossenen Stanzmesser (zum Beispiel an einer Lochzange oder Locheisen). In diesem Fall gehört die Unterlage nicht zum Werkzeug.

Aneinandergereihtes periodisches Stanzen zum Ausschneiden von Blechteilen wird als Nibbeln (engl. knabbern) bezeichnet.

Beim Hochleistungsstanzen sind Prozesse, wie Schweißen, Bördeln, Nieten und Umformen, in spezielle Folgeverbundwerkzeuge integriert. Diese teilweise hochkomplizierten Werkzeuge gilt es effektiv einzusetzen und wirkungsvoll zu schützen.

Die entstehenden Abfälle beim Stanzen werden Stanzbutzen genannt.

Beim Stanzen von Karton und Wellpappe enthalten die Stanzwerkzeuge neben den Stanzmessern auch Rilllinien, so dass Stanzen und Rillen (Vorbereiten der Falzkanten) in einem Arbeitsgang stattfinden; in diesem Fall wird die Stanz-Unterlage üblicherweise mit Rillzurichtungen versehen.

Das Stanzen von Nichtmetallen wurde erstmals bei der Lederwarenherstellung, vornehmlich für die Schuhproduktion, verwendet. Es wurden scharf angeschliffene Federstahl-Bänder um einen Holzkern entsprechender Form gelegt und vernietet bzw. genagelt. Später kam kaltgewalzter, geschliffener und gehärteter Kohlenstoffstahl zur Anwendung. Der Stahl wurde nach Pressspanschablonen gebogen und anschließend verschweißt. Auch geschmiedete Messer, vor allem für die Schuhsohlenherstellung, kamen lange zur Anwendung.

Eine etwas spätere – teilweise parallele – Entwicklung ist der Bandstahlschnitt, welcher heute auch oftmals als Stanzform bezeichnet wird. Hier werden Kohlenstoffstahl-Bänder (Schneidlinien) gebogen, um dann in Schlitze in Trägerplatten - meist aus Holz - eingesetzt zu werden, die durch Dekupiersägen oder durch Laserschneiden (bei Glaserfaser per Wasserstrahlschneidanlage) eingearbeitet sind. Sie dienen als Fixierung für die Schneidlinien. Die Räume zwischen den Schneidlinien sind zum Beispiel mit Gummimaterial gefüllt, um das Auswerfen des Kartonmaterials zu ermöglichen. Ein Beispiel hierfür ist auch die Fertigung von Kartonverpackungen, Bierdeckeln, Thermoform-Artikeln und Puzzlespiel-Teilen.

CNC-Stanzen

Bei CNC-Stanzen bewegt sich die Stanzform, üblicherweise mehrere in einem Magazin, über dem Stanzstoff und stanzt an verschiedenen Stellen. Dieses Verfahren wird hauptsächlich im Maschinenbau eingesetzt um häufig wiederkehrende Öffnungen in Metallen flexibel zu stanzen (z.B. Lüftungsöffnungen). Das Verfahren wird dort eingesetzt, wo eine flexible Fertigung von Serien kleinerer und mittlerer Stückzahl gefordert wird. Heute findet das Verfahren dort Anwendung, wo der Einsatz eines Laserverfahrens unwirtschaftlich oder technisch unmöglich ist.

Siehe auch

Stanzmaschine

Bildbearbeitung

In der Bildverarbeitung spricht man von Stanzen, wenn ein Bild oder Video mit regel- oder unregelmäßigen Konturen in einen einfarbigen Hintergrund eingefügt wird.[2]

Einzelnachweise

  1. Hellwig, W.: Spanlose Fertigung: Stanzen: Grundlagen für die Produktion einfacher und komplexer Präzisions-Stanzteile. 9. aktualis. Aufl., Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8348-0709-0
  2. Ulrich Schmid: Professionelle Videotechnik. 4. Auflage, Springer, 2005, ISBN 978-3-540-24206-2, S. 564ff.

Weblinks


Kategorien: Trennen | Fertigungstechnik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stanzen (Verfahren) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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