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St. Wolfgang im Salzkammergut


St. Wolfgang im Salzkammergut
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Hauptort: Markt
Fläche: 56,43 km²
 :
Höhe: 548 m ü. A.
Einwohner: 2.822 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5360
Vorwahl: 06138
Gemeindekennziffer: 4 07 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 28
5360 St. Wolfgang im Salzkammergut
Website: www.st-wolfgang.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Franz Eisl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
9
3
13 
Lage der Marktgemeinde St. Wolfgang im Salzkammergut im Bezirk Gmunden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Wolfgang im Salzkammergut[1] (auch Sankt Wolfgang) ist eine Marktgemeinde mit 2822 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel. Sie liegt am Wolfgangsee im Salzkammergut und im Gerichtsbezirk Bad Ischl.

In Deutschland existiert mit Sankt Wolfgang ein gleichnamiger Ort im Landkreis Erding. Die Orte sind Partnergemeinden.

Geografie

St. Wolfgang im Salzkammergut liegt auf 548 m Höhe im Traunviertel am Fuße des Schafberges (seit 1893 Zahnradbahn auf den 1783 m hohen Gipfel) am Nordufer des 13,5 km² großen Aber- oder Wolfgangsees in 539 m Seehöhe als Luftkurort. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km, von West nach Ost 8,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 56,6 km². 62,4 % der Fläche sind bewaldet, 18,0 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Ortsteile der Gemeinde sind: Aschau, Au, Bürglstein, Graben, Markt, Mönichsreith, Radau, Rußbach, Schwarzenbach, Weinbach, Windhag, Wirling. St. Wolfgang ist von seinen Nachbarorten am Seeufer durch eine Erhebung und ein Gewässer getrennt: den 745 m hohen Bürgl bei Strobl sowie den Dittelbach Richtung St. Gilgen, der auch Landesgrenze zwischen Salzburg und Oberösterreich ist. Das Dorf ist zwischen der hügeligen Landschaft und dem See recht dicht bebaut, was St. Wolfgang einen kleinstädtischen Charme gibt. Der Ortskern wird durch einen ca. 700 m langen Tunnel unter dem östlichen Ausläufer des Kalvarienberges umfahren.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]):

  • Aschau (34)
  • Au (363)
  • Bürglstein (0)
  • Graben (185)
  • Markt (587)
  • Mönichsreith (98)
  • Radau (319)
  • Rußbach (277)
  • Schwarzenbach (203)
  • Weinbach (346)
  • Windhag (207)
  • Wirling (184)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden St. Wolfgang und Wolfgangthal.

Nachbargemeinden

Steinbach am Attersee
Sankt Gilgen Bad Ischl
Strobl

Wappen

Blasonierung: Geteilt von Blau und Silber; unten auf grünen Wellen eine goldene Zille, darin stehend und in das obere Feld reichend, ein Schiffer mit rotem Rock, schwarzen Beinkleidern und schwarzem Hut auf dem Kopf, mit beiden Händen ein goldenes Ruder führend; rechts oben begleitet von einem goldenen Stern. Gemeindefarben: Blau-Gelb-Grün.

Das Wappen wurde 1567 durch Kaiser Maximilian II. verliehen, nachdem die Bürgerschaft in einer Bittschrift den Abt von Mondsee ersucht hatte, sich beim Landesfürsten dafür einzusetzen. Zusätzlich zum Wappenschild wies es als Schildhalter die wachsende Gestalt des heiligen Wolfgang in bischöflichem Ornat mit Beil und Bischofsstab auf, eine Darstellung, die noch heute von der Gemeinde verwendet wird. Das Wappenmotiv verweist auf die Schifffahrt auf dem Wolfgangsee, die sowohl für die Bewohner als auch für die zahlreichen Wallfahrer von großer Bedeutung war. Der Stern könnte in diesem Zusammenhang als „Stella Maris“, also als Symbol für die Gottesmutter Maria verstanden werden.[3]

Geschichte

Der Ort verdankt seinen Namen dem Heiligen Wolfgang, der um 976 als Bischof von Regensburg in seinem Eigenkloster Mondsee Zuflucht suchte. Das Kloster war 748 n. Chr. von Odilo, dem Bayernherzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger, gegründet worden. In vielen Legenden (Beilwurf und Quellwunder am Falkenstein) sind der eigenhändige Bau der ersten kleinen Kirche am Abersee und die damit verbundenen Wunderheilungen erwähnt.

Nach der Heiligsprechung Wolfgangs 1052 trugen zahlreiche Wundertaten und Heilungen wesentlich zur Verbreitung und Bedeutung der Volksfrömmigkeit und des Wolfgangkultes bei. Das Stift Mondsee als Eigentümer dieser Region stellte sich in den Dienst der Bekanntmachung und Verbreitung dieses Ritus in und um St. Wolfgang. Ein erster romanischer Kirchenbau wurde 1183 von Papst Lucius III. bestätigt. Für das Jahr 1291 gibt es urkundliche Berichte von Wallfahrten zum Kirchlein im Wolfgangland. 1314 bis 1318 errichtete man ein großes Pilgerhaus, das im 15. Jahrhundert prächtig ausgebaut wurde, da die vielen Gläubigen aus verschiedenen Ländern darin nicht mehr genug Platz fanden. Unter den Äbten Simon Reuchlin, Benedikt Eck und Wolfgang Haberls, der 1515 den kunsthistorisch bedeutenden Pilgerbrunnen vor der Kirche aufstellte, erfuhr St. Wolfgang eine rege Bautätigkeit.

Das Gotteshaus gewann durch die Jahrhunderte vor allem durch die künstlerische Einrichtung an Bedeutung. Der 1481 fertiggestellte Flügelaltar Michael Pachers, der Barockaltar von Thomas Schwanthaler 1676 mit den Reliquien des Heiligen Wolfgang sowie der Schmerzensmann und die Kanzel des Barockbildhauers Meinrad Guggenbichler 1706 machen die Pilgerkirche zu einem außergewöhnlichen Kunstobjekt.

Der Höhepunkt der Wallfahrten war im 15. und 16. Jahrhundert erreicht, was sich auch im Kunstschaffen ausdrückte. St.Wolfgang war nach Rom, Aachen und Einsiedeln die viertgrößte Pilgerstätte seiner Zeit. 1506 erwarb Kaiser Maximilian I. das Mondseeland (die Grundherrschaft des Stifts), und 1567 verlieh Kaiser Maximilian II. dem Ort das Marktrecht mit Wappen.

Im Zuge der Gegenreformation wurde die Wallfahrt noch einmal neu belebt. Doch die Bedeutung des Wallfahrtsortes wurde durch die Reformen des Kaisers Joseph II. stark eingeschränkt; 1791 wurde das Kloster Mondsee ganz aufgelöst.

Neues Aufleben und einen großen Aufschwung für St. Wolfgang brachte die nahegelegene sommerliche Kaiserresidenz in Bad Ischl (1829 bis 1916). Große Anziehung übte der See mit Schifffahrt und Schafbergbahn auf die Gäste aus Nah und Fern aus. Berühmte Malerpersönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts trugen zur internationalen Bekanntheit des Ortes bei und hinterließen ihre Spuren. Am 8. November 1930 hatte das Lustspiel Im weißen Rössl am Wolfgangsee Premiere in Berlin. Dieses für St. Wolfgang zum Welterfolg führende Volksrevuestück zog die Filmgrößen aus aller Welt nach St. Wolfgang. Um 1930 gab es sogar Flugverkehr von Berlin nach St. Wolfgang – die Landung erfolgte vor dem Grand Hotel mit einem Wasserflugzeug.

Das Wolfgangland war wirtschaftlich seit frühester Zeit ein Bauernland mit einem sich durch die Wallfahrt um die Kirche entwickelnden handwerklichen Ortskern, der durch die touristische Entfaltung und Erschließung einen fortschrittlichen Aufschwung nahm.

1873 begann mit dem ersten Raddampfer Kaiser Franz Josef das technische Zeitalter auf dem Wolfgangsee.

St. Wolfgang, das seit dem 16. Jahrhundert dem österreichischen Teilerzherzogtum Österreich ob der Enns zugerechnet wurde, gehört seit 1918 zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 wurde Oberösterreich wiederhergestellt. 1951 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde von St. Wolfgang in St. Wolfgang im Salzkammergut.[4]

Politik

Bürgermeister ist Franz Eisl von der ÖVP.

Persönlichkeiten

  • Bernhard Baier (* 1975), Vizebürgermeister von Linz
  • Ralph Benatzky (1884–1957), Komponist von Im weißen Rößl, begraben in St. Wolfgang
  • Johann Maria Boykow (1878–1935), Ingenieur, Erfinder des Sonnenkompass und der automatischen Flugzeugsteuerung
  • Emil Jannings (1884–1950), Schauspieler und Oscar-Preisträger, begraben in St. Wolfgang
  • Josef Hödlmoser (1858–1948), Bürgermeister von St. Wolfgang und Landtagsabgeordneter
  • Andrea Limbacher (* 1989), österreichische Freestyle-Skierin
  • Rudolf Nierlich (1966–1991), dreimal Weltmeister im alpinen Skirennlauf, aufgewachsen in St. Wolfgang
  • Johannes Peinsteiner (* 1961), ehem. Bürgermeister von St. Wolfgang und Landtagsabgeordneter (ÖVP)
  • Helmut Peter (* 1948), Hotelier und Nationalratsabgeordneter, geboren in St. Wolfgang
  • Hilde Spiel (1911–1990) kam schon in jungen Jahren nach St. Wolfgang[5] und hatte ab 1955 ihren Sommerwohnsitz in ihrem »Haus am Bach«
  • Wolfgang Wallner (1884–1964) Bildhauer, Schöpfer bedeutender Plastiken in Österreich und Deutschland

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2708 Einwohner, 2001 dann 2797 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Wolfgang im Salzkammergut

Tourismus

St. Wolfgang wurde im Nachkriegsösterreich mit seinem Umland zu einer bekannten Fremdenverkehrslandschaft, verlor aber seit den 1990er Jahren wieder an Bedeutung. Trotz der attraktiven Lage in der seen- und waldreichen Salzkammergutlandschaft zählt St. Wolfgang heute nicht mehr zu den großen Touristikgemeinden in Österreich. Durch Gründung der Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft (WTG) 1998 wurden die drei Orte am See, St.Gilgen, Strobl und St.Wolfgang zu einer Vermarktungseinheit zusammengeschlossen. Die negative Entwicklung der Wolfgangseeregion konnte dadurch aber nicht verhindert werden. 1990 wurden am Wolfgangsee noch 1.300.000 Nächtigungen gezählt, im Jahr 2015 verzeichnete man 885.214 Übernachtungen laut Jahresbericht der WTG. Geschäftsführer der WTG ist seit ihrer Gründung Hans Wieser.

St. Wolfgang ist der Endpunkt des europäischen Pilgerwegs Via Nova, der in Příbram (Tschechien) beginnt[6] und in das europäische Netz der Weitwanderwege eingebunden ist.

Literatur

  • Peter Pfarl: Überlegungen zur Frühgeschichte von St. Wolfgang am Abersee. In: Oberösterreichische Heimatblätter 47(1993)4, S. 253-272 (Digitalisat ; PDF; 3,2 MB)
  • Peter Pfarl: „Der Wolfgangweg. Von Regensburg über Altötting nach St. Wolfgang am Wolfgangsee.“ Tyrolia, 2013, ISBN 978-3-7022-3257-3.

Weblinks

 Commons: St. Wolfgang im Salzkammergut  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften
  3. Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde St.Wolfgang i.Skgt.
  4. 42. Kundmachung der o. ö. Landesregierung vom 8. Oktober 1951
  5. Hilde Spiel: Verwirrung am Wolfgangsee, Leipzig u.a. 1935.
  6. Bayern - Österreich - Tschechien. Verein "Europäischer Pilgerweg - VIA NOVA", abgerufen am 4. Dezember 2015.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/St. Wolfgang im Salzkammergut (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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