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St. Pantaleon (Oberösterreich)


St. Pantaleon
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau am Inn
Kfz-Kennzeichen: BR
Hauptort: Sankt Pantaleon
Fläche: 18,32 km²
 :
Höhe: 436 m ü. A.
Einwohner: 3.063 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 167 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5120
Vorwahl: 06277
Gemeindekennziffer: 4 04 37
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sankt Pantaleon 54
5120 St. Pantaleon
Website: www.stpantaleon.at
Politik
Bürgermeister: Valentin David (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
6
4
4
11 
Lage der Gemeinde St. Pantaleon im Bezirk Braunau am Inn
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Pantaleon[1] (auch Sankt Pantaleon; in der lokalen Mundart Pontigo) ist eine Gemeinde im oberösterreichischen Innviertel (Bezirk Braunau am Inn), mit 3063 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ).

Geografie

St. Pantaleon liegt auf 436 m ü. A. im Oberen Innviertel, direkt an der Salzach, auf der anderen Seite ist Bayern.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,5 km, von West nach Ost 5,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,2 km². 23,6 % der Fläche sind bewaldet, 63,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Im Gemeindegebiet befindet sich in einer bewaldeten Senke der kleine Höllerersee.

Nachbargemeinden

Salzach

Haigermoos Franking



Salzach
Sankt Georgen bei Salzburg (Bez. Salzburg-Umg., SBG)
Gem. Lamprechtshausen, Bez. Salzburg-Umgebung, grenzt im Weidmoos um 150 m nicht an.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die Katastralgemeinden St. Pantaleon, Steinwag und Wildshut.

Die 15 Ortschaften sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011):[2]

Des Weiteren gibt es Ortslagen mit eigenen Bezeichnungen, die einer oder zwei Ortschaften zugerechnet werden so Eiferding, Esterloh, Söllham, Pichling, wie auch Kirchberg Siedlung, Riedersbach Siedlung und die Vorderberger Siedlung.

Zählsprengel sind Riedersbach für den Nordteil der Gemeinde mit Trimmelkam, und St.Pantaleon-Wildshut für den Süden und Osten.

Geschichte

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals Innbaiern) zu Österreich.

Während der napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört St. Pantaleon seit 1814 endgültig zu Österreich ob der Enns. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Während der NS-Zeit wurde von den Nationalsozialisten im Juli 1940 auf dem damaligen Gemeindegebiet in Weyer (heute der Gemeinde Haigermoos zugehörig) das Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer eingerichtet, das zunächst bis Januar 1941 als Arbeitserziehungslager betrieben und dann bis Ende 1941 als Zigeuneranhaltelager weitergeführt wurde.[3][4]

Im Jahr 2000 wurde an der Moosach, einem kleinen Nebenbach der Salzach, die Erinnerungsstätte Lager Weyer/Innviertel geschaffen und dort ein Mahnmal errichtet. Die Häftlinge des ehemaligen nationalsozialistischen Gefangenenlagers in Weyer waren damals bei der Regulierung der Moosach als Zwangsarbeiter eingesetzt worden. Eine Brücke, die in unmittelbarer Nähe zum ersten Lager über die Moosach führt und die St. Pantaleon mit der Salzburger Gemeinde St. Georgen verbindet, wurde 2009 vom Sankt Pantaleoner Bürgermeister gemeinsam mit dem Bürgermeister der Nachbargemeinde zur Brücke der Erinnerung erklärt.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3108 Einwohner, 2001 wurden 3062 Bewohner gezählt.

Politik

Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen, bis 2004 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Wildshut.

Gemeindevertretung

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2015:

Bürgermeister ist Valentin David (ÖVP), der sich 2009 in der Stichwahl gegen den bisherigen Bürgermeister Herbert Huber durchsetzte.

Wappen

Die offizielle Beschreibung des Gemeindewappens lautet:

Geteilt; oben in Silber ein blauer, rot bewehrter und bezungter, schreitender Löwe, unten in Grün schräggekreuzt ein silberner Hammer und ein silberner Schlegel.

Die Gemeindefarben sind blau-weiß-grün.

Regionalpolitik

Die Gemeinde ist Mitglied in der Tourismusregion Seelentium.

Verkehr

Im Gemeindegebiet liegen fünf Stationen der Bahnstrecke Bürmoos–Trimmelkam. Diese wird von der Salzburg AG betrieben und ist als Linie S11 in die S-Bahn Salzburg integriert. Die Haltestellen werden stündlich, teilweise halbstündlich angefahren.

Sport und Freizeit

Der Höllerersee gilt als Ausflugsziel und wird sowohl im Sommer als auch im Winter zu Freizeitzwecken genutzt (Schwimmen, Fischen, Eislaufen). Er ist einer von mehreren kleinen Seen aus dem weiter umliegenden Gebiet, die namensgebend für die Tourismusregion Seelentium waren.

Durch das Gemeindegebiet von St. Pantaleon führt der als R 25 geführte „Ibmer Moor Radweg“, ein Radwanderweg vom nahen Ibmer Moor, der über die St. Pantaleoner Ortschaft Riedersbach nach Hochburg-Ach führt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Pantaleon (Oberösterreich)

Vereine

  • Bergknappenkapelle Trimmelkam
  • Bergknappenchor Trimmelkam
  • Bergknappenklub Trimmelkam
  • Musikkapelle St. Pantaleon
  • Kinderfreunde Riedersbach
  • Landjugend St. Pantaleon
  • USV St. Pantaleon
  • Bergbaufreunde St. Pantaleon

Persönlichkeiten

  • Franz Höfer (* 1980), Triathlet, lebt in St. Pantaleon
  • Karl Kinzl (1878–1949), Landwirt und Politiker, Mitglied des Gemeindeausschusses
  • Ludwig Laher (* 1955), Schriftsteller, lebt in St. Pantaleon
  • Lukas Perman (* 1980), Sänger, als Sohn von Gemeindearzt Ulrich Permanschlager in St. Pantaleon aufgewachsen
  • Karlheinz Schönswetter (1941–2006), Künstler, war von 1981 bis 1989 Direktor der Hauptschule St. Pantaleon
  • Reinhard Todt (* 1949), Politiker, geboren in St. Pantaleon
  • Herbert Huber (* 1966), Altbürgermeister, Gewerkschaftssekretär in Salzburg

Literatur

  • Ludwig Laher: Herzfleischentartung. Roman. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Haymon Verlag, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-808-9.
  • Ludwig Laher: Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon. Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA) (Hrsg.), Florian Freund (Bearb.): Oberösterreich und die „Zigeuner“. Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert. OÖLA, Linz 2010, ISBN 978-3-900313-97-5 (online ).
  • Andreas Maislinger: Ergänzung einer Ortschronik. „Arbeitserziehungslager“ und „Zigeunersammellager“ Weyer. In: Österreich in Geschichte und Literatur. Mit Geographie, Heft 3–4/1988, ISSN 0029-8743 .

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011 (pdf)
  3. Ludwig Laher: Herzfleischentartung. Roman. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Haymon Verlag, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-808-9.
  4. Ludwig Laher: Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon. Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA) (Hrsg.), Florian Freund (Bearb.): Oberösterreich und die „Zigeuner“. Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert. OÖLA, Linz 2010, ISBN 978-3-900313-97-5 (online ).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/St. Pantaleon (Oberösterreich) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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