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St. Märgen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-HochschwarzwaldVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 895 m ü. NHN
Fläche: 33,33 km²
Einwohner: 1840 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79274
Vorwahl: 07669
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 094
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 6
79274 St. Märgen
Webpräsenz: www.sankt-maergen.de
Bürgermeister: Manfred Kreutz[2]
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St. Märgen ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Baden-Württemberg (Deutschland). In dem heilklimatischen Kur- und Wallfahrtsort, der sich im Schwarzwald befindet, leben rund 1.800 Einwohner.

Geographie

Geographische Lage

St. Märgen liegt im Südschwarzwald rund 18 km (Luftlinie) östlich von Freiburg im Breisgau. Das ausgedehnte Gemeindegebiet erstreckt sich weitgehend auf einer Hochfläche vom Thurnerpass im Süden bis an die östlichen Ausläufer des Kandel im Norden und liegt zwischen 570 und 1132 m ü. NN . Im Westen und Osten grenzen einige tief eingeschnittene Täler die Gemarkung ab. Die Quellbereiche des Wagensteigbachs und seines Zuflusses Ibenbach befinden sich bei St. Märgen.

Nachbargemeinden

St. Märgen grenzt im Nordwesten an St. Peter, im Norden an Simonswald im Landkreis Emmendingen, im Osten an Gütenbach und Furtwangen im Schwarzwald-Baar-Kreis, im Südosten an Titisee-Neustadt, im Süden an Breitnau und im Westen an Buchenbach.

Gemeindegliederung

In der geschlossenen Ortschaft lebt ca. die Hälfte der Bevölkerung. Die übrigen Einwohner verteilen sich weit verstreut auf 85 kleine Ansiedlungen, Hofgruppen und Einzelhöfe, die nahezu das gesamte Gemeindegebiet bedecken. Als besonders erwähnenswert sind hierbei die gemeinhin als Ortsteile bezeichneten Weiler Glashütte, Thurner und Schweighöfe zu nennen.

In der Gemeinde liegt die abgegangene Ortschaft Bernhaupten.[3]

Geschichte

Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit der Geschichte des Klosters St. Märgen. Zwischen 1115 und 1118 wurde von Graf Bruno von Haigerloch-Wiesneck, Kanzler von Heinrich V. und Straßburger Dompropst das Augustiner-Chorherren-Stift Maria-Zell auf dem Schwarzwald als Konkurrenz zum nahe gelegenen zähringischen Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald errichtet. In den 1460er Jahren zogen die Mönche aufgrund fortgesetzter Schwierigkeiten in das Kloster Allerheiligen der Augustiner-Chorherren in Freiburg im Breisgau um. Nach dessen Niederlegung wurde das Kloster wiederbelebt und ab 1716 eine barocke zweitürmige Klosterkirche sowie neue Konventsgebäude errichtet. In die Kirche kam eine Silbermann-Orgel. 1806 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation endgültig aufgelöst; die Orgel blieb erhalten, allerdings nur bis zum durch Blitzschlag ausgelösten Kirchenbrand von 1911.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Bürger (FB) 69,1 % + 17,1 7 Sitze + 1
CDU 30,9 % – 0,4 3 Sitze ± 0

Die Unabhängigen Bürger (2004: 16,7 %; 1 Sitz) traten nicht mehr zur Wahl an und kandidierten auf der Liste der Freien Bürger.

Bürgermeister

  • 1977–1993: Manfred Holzmann (CDU)
  • 1993–2013: Josef Waldvogel (CDU)
  • seit 2013: Manfred Kreutz (parteilos)

Bei der Bürgermeisterwahl am 24. Februar 2013 wurde Manfred Kreutz mit 79,0 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.[4]

Verwaltungsgemeinschaft

St. Märgen gehört wie die Gemeinden Glottertal und St. Peter dem Gemeindeverwaltungsverband St. Peter mit Sitz in St. Peter an.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Rot auf Weiß (Silber) eine stilisierte Darstellung der Klosterkirche – Ausdruck der Bedeutung, die das Kloster für den Ort hatte.

Partnergemeinde

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße.

Theater

Seit ca. 20 Jahren existiert in der Gemeinde die Laienspielgruppe St. Märgen. Seit der Wiedereröffnung der Goldenen Krone dient der Jugendstilsaal des ehemaligen Grandhotels als Spielstätte. Während in den ersten Jahren hauptsächlich Komödien und Lustspiele auf dem Programm standen, hat sich die Gruppe seit 2004 historischen Themen mit lokalem Bezug angenommen. 2004 und 2005 wurde das Stück „Die Schwarzwaldengländer“ aufgeführt. 2006 stand „Der Klosterbildhauer“ auf dem Programm.

Klostermuseum St. Märgen

In ehemaligen Räumen des Klosters befindet sich ein Museum, das ortsbedeutende Themen zeigt. Als solche gelten die Uhrenfabrikation und der Uhrenhandel, die Auswanderung, die Hinterglasmalerei, der Klosterbildhauer Matthias Faller sowie religiöse Volkskunst der vergangenen Jahrhunderte.

Bauwerke

Beherrschendes Bauwerk ist die im Gemeindewappen stilisiert dargestellte Kirche St. Märgen. Sie und die 1 km vom Ortskern entfernte, auf einem Bergsporn gelegene Ohmenkapelle sind Wallfahrtsziele römisch-katholischer Gläubiger.

Ein weiteres im Ortsbild auffallendes Gebäude ist die Goldene Krone. Dieses Gebäude wurde 1757/58 unter Abt Petrus Glunk als Klosterherberge erbaut. Ab 1771 wurde es von Matthias Faller bewohnt, der dort auch seine Bildhauerwerkstatt hatte. Nach der Säkularisation wurde das Gebäude als Gasthaus genutzt und 1902 im Stil der Zeit zu einem Grandhotel ausgebaut. Um den drohenden Verfall gegen Ende des 20. Jahrhunderts zu verhindern, wurde 2003 eine Bürgerinitiative zur Rettung des Gebäudes gegründet. Es wurden Wohnungen eingebaut und im Erdgeschoss neben dem ehemaligen Ballsaal des Grandhotels ein Café eingerichtet, das von den Landfrauen der Gemeinde betrieben wird.[5]

Die nahe beim Dorf gelegene Rankmühle ist ein beliebtes Spaziersziel und ein sehr bekanntes Fotomotiv. Erwähnenswert ist auch die sich ins historische Ortsbild einfügende Galerie Endriß, die den Preis „Beispielhaftes Bauen“ gewann: „ein moderner Neubau in unmittelbarer Nähe zum historischen Kloster.“[6]

Natur-Erlebnis-Park Pfisterwald

Im Pfisterwald östlich des Ortskerns ist eine Freizeitanlage eingerichtet worden mit Waldspielplatz, Abenteuerspielplatz, Beachvolleyball-Fläche, Kunstrasen-Tennisplätzen, Reitplatz, Fußballplätzen, naturhaftem Schwimmteich, beleuchteter Finnenbahn, beleuchteter Rodelbahn in altem Hohlweg, Langlauf-Loipen (nahe der bekannten Thurnerspur), anspruchsvollem Mountainbike-Rundkurs (betreut vom Team Rothaus-Cube), Wanderwegen einschließlich Waldlehrpfad zu Fauna und Flora, großem Festplatz und der Schwarzwaldhalle, einer Veranstaltungshalle in der Bautradition alter Schwarzwaldhöfe.

In ähnlicher Konstruktionsweise erstellte die Gemeinde St. Märgen im Jahr 2005 eine „Weißtannenhalle“ mit multifunktionaler Nutzung, die durch Größe und Konstruktion aus heimischem Weißtannenholz neue Maßstäbe setzt. Mit dem Bau der Weißtannenhalle werden die landschafts- und umweltverträglichen Tourismusangebote wie Reiten, Skilanglauf, Mountainbike, Fitness- und Lauftraining, Nordic-Walking, Beach-Volleyball auch in einer wettertunabhängigen Variante angeboten. In die Halle sind die Vereinsheime des SV St.Märgen und des RSV St.Märgen inklusive Rothaus-Cube-MTB-Team, sowie eine Gaststätte integriert.

Sport

St. Märgen ist der Sitz des Club Thurnerspur, der das gleichnamige „Langlaufzentrum für Jedermann“ unterhält.

Das international erfolgreiche Mountainbike-Team Rothaus-Cube hat seinen Sitz in St. Märgen. Eine professionelle permanente Mountainbike-Strecke dient dem Team als Haus-, Trainings- und Rennstrecke für Bundesligarennen. Die Strecke ist Teil des Olympiastützpunkts Freiburg.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wichtigste regelmäßige Veranstaltung ist der – im Volksmund „Rossfest“ genannte – Tag des Schwarzwälder Pferdes. Das zum Volksfest gewordene Züchtertreffen, ausgerichtet von der Schwarzwälder Pferdezuchtgenossenschaft e.V., präsentiert die schönsten Schwarzwälder Füchse und alte Handwerkskunst. Das Fest findet alle drei Jahre am zweiten Septemberwochenende statt, das letzte Mal 2013. Im Jahr 2006 wurde zudem damit begonnen, eine jährliche Leistungsschau für die Pferderasse Schwarzwälder Kaltblut abzuhalten. In der Ortsmitte weist eine überlebensgroße Pferdeskulptur aus Bronze auf die Tradition der Pferdezucht in St. Märgen hin.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Wirtschaftsleben verfügt über drei Standbeine: Tourismus, Landwirtschaft und Handwerk.

Verkehr

Aus drei Richtungen wird St. Märgen ans Straßennetz angeschlossen. Die Landesstraße 127 verbindet den Ort über St. Peter mit Freiburg im Breisgau, die L 128 führt von Himmelreich-Buchenbach (B 31) durch den Ort zur B 500, welche die Gemarkung in ca 6 km Entfernung zum Ortskern passiert. Zur B 31 auf dem Weg nach Freiburg sind es ca. 15 km.

Zur Rheintalautobahn A 5 Basel–Karlsruhe sind es ca. 28 km, nach Osten zur A 81 Stuttgart–Singen sind es ca. 40 km.

Die nächsten Bahnhöfe an der Höllentalbahn sind Himmelreich und Hinterzarten (je ca. 15 km), der nächste ICE-Bahnhof ist der Freiburger Hauptbahnhof.

Die nächsten Flughäfen sind Stuttgart (160 km), Flughafen Basel-Mülhausen (100 km) und Zürich (110 km)

Persönlichkeiten

  • Matthias Faller (1707–1791), Barock-/Rokoko-Bildhauer, lebte überwiegend in St. Märgen und schuf hier auch seine Hauptwerke
  • Gustav Traub (1885–1955), deutscher Grafiker und Landschaftsmaler, bezog 1941 nachdem er im Vorjahr einen Urlaub in St. Märgen verbracht hatte, ein Atelier in der Gemeinde, in dem er 1955 starb.
  • Edmund Husserl (1859–1938), Professor der Philosophie, verbrachte in den Jahren zwischen 1920 und 1937 viele Semesterferien zu Erholung und Arbeit in St. Märgen.
  • Ruth Schaumann (1899–1975), Dichterin und Künstlerin, lebte mit ihrer Familie von 1943 bis 1946 in St. Märgen.
  • Ulrich Kottenrodt (1906–1984), Bildhauer, lebte ab 1971 in St. Märgen
  • Peter Dreher (* 1932), Maler, lebt teilweise in St. Märgen.
  • Fabian Rießle (* 1990), Sportler, Nordische Kombination; Olympia-Medaliengewinner, Weltmeister im Team
  • Adelheid Morath (* 1984) Sportlerin, MTB Cross Country, 2-fache Olympiateilnehmerin

Literatur

  • Kerstin Bütow, Siegfried Rombach: Sankt Märgen. eine Spurensuche: zehn Begegnungen. Verlag der DesignConcepts-GmbH, St. Märgen 2004, ISBN 3-9807059-3-5.

Weblinks

 Commons: St. Märgen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. St. Märgen: Grußwort des Bürgermeisters
  3. Regierungsbezirk Freiburg. In: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. IV. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 157–160.
  4. https://www.badische-zeitung.de/st-maergen/manfred-kreutz-ist-neuer-buergermeister-von-st-maergen--69431390.html
  5. o.V., Sankt Märgen. Eine Spurensuche | Zehn Begegnungen. St. Märgen, 2004. ISBN 3-9807059-3-5
  6. Eintrag in akbw.de

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/St. Märgen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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