St. Emmeram (Regensburg) - LinkFang.de





St. Emmeram (Regensburg)


Die Kirche St. Emmeram war die Hauptkirche des Klosters Sankt Emmeram, das 1731 zur Fürstabtei erhoben wurde. Nach der Säkularisation wurde die Abteikirche zur Pfarrkirche der Stadt Regensburg und durch Papst Paul VI. am 5. März 1964 mit dem Apostolischen Schreiben Terra sacra zur Basilica minor erhoben.[1]

Gebäude und Geschichte

Die dreischiffige Basilika mit Westquerhaus und drei Chören auf einem Grundriss aus der Romanik geht auf einen ersten Kirchenbau, eine Georgskirche aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts zurück. Seither wurde die Kirche immer wieder teilweise zerstört und angebaut. Die drei mittelalterlichen Steinreliefs am Nordportal, die frühesten ihrer Art in Deutschland (um 1052), stellen Jesus Christus, den heiligen Emmeram von Regensburg und St. Dionysius dar. Der älteste Teil der Kirche ist die Ringkrypta im nördlichen Nebenchor. Von 1731 bis 1733 erfolgte die Neuausgestaltung der mehrfach ausgebrannten und danach immer wieder aufgebauten Abteikirche St. Emmeram durch die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam im Stil des Barocks.

St. Emmeram als letzte Ruhestätte

Unter dem Dionysiuschor liegt die Wolfgangs-Krypta. Neben dem Dionysiusaltar des nördlichen Seitenschiffs ist das Grabmal der seligen Königin Hemma († 876), Ehefrau Ludwigs des Deutschen, in die Wand eingefügt.

In Sankt Emmeram wurden ferner beigesetzt: der heilige Emmeram, der selige Abt Ramwold, die heilige Klausnerin Aurelia, die seligen Bischöfe Wolflek, Gaubald und Tuto, der ostfränkische König und römische Kaiser Arnulf von Kärnten und sein Sohn König Ludwig das Kind, der bayerische Herzog Arnulf der Böse sowie der bayerische Geschichtsschreiber Johannes Aventinus. Außerdem befinden sich dort in gläsernen Schreinen die Gebeine der Katakombenheiligen St. Maximianus und St. Calcidonius.

Ausstattung

Innenausstattung

Das Westquerhaus besitzt eine bemalte Holzdecke, die Benedikt von Nursia zeigt. Der Hochaltar im Stil des Barocks stammt aus dem Jahre 1669.

Orgel

St. Emmeram hatte eine lange Orgeltradition, mit repräsentativen und großen Instrumenten: Bereits 1166 war in der romanischen Kirche eine Orgel vorzufinden. Abt Johann II. Tergernbeck ließ 1474 eine kunstreiche Orgel aufstellen. Der Einbau einer Empore zur Barockzeit im hinteren Drittel gliederte den riesigen ursprünglich karolingischen Kirchenbau. Auf dieser Empore stellte Christoph Egedacher 1669 eine Orgel auf, deren Gehäuse erhalten blieb. Die Disposition und Registerzahl der bisher genannten Orgeln sind nicht überliefert. 1731 baute Johann Konrad Brandenstein dieses Werk um. Die Disposition lautete dann:

I Hauptwerk
1. Copula 16′
2. Prinzipal 8′
3. Copel 8′
4. Viola da Gamba 8′
5. Oktav 4′
6. Flauten 4′
7. Gemshorn 4′
8. Quint 22/3
9. Superoktav 2′
10. Sedez IV
11. Mixtur III
II Oberwerk
12. Copel 8′
13. Echo 8′
14. Prinzipal 4′
15. Flöte 4′
16. Nasard 22/3
17. Oktav 2′
18. Quint 11/3
19. Duodetz III
20. Mixtur III
Pedal
21. Offenbaß 16′
22. Subbaß 16′
23. Oktavbaß 8′
24. Superoktav 4′
25. Fagott 8′

Dieses Werk wurde 1846 durch Konrad Heinssen aus Regensburg klanglich verändert und später im Jahr 1880 von Anton Breil repariert. Binder & Siemann baute 1900 als sein Opus 90 ein Werk mit Kegellade und pneumatischer Traktur in das vorhandene Gehäuse. Die Orgel hatte zwei Manuale und 30 Register. Das Instrument war zu dieser Zeit bereits das größte im Raum Regensburg. 1959 stellte Eduard Hirnschrodt wiederum ein neues Werk auf: Die Orgel war mit 68 klingenden Registern auf vier Manualen und Pedal mit Kegellade und elektro-pneumatischer Traktur das größte Instrument der Diözese Regensburg, bevor die Orgelanlage von Waldsassen verwirklicht wurde. Derzeit ist sie nach dem 2009 erfolgten Neubau der Orgelanlage im Dom die zweitgrößte Orgel der Stadt Regensburg. Eduard Hirnschrodt verwendete viele Pfeifen der Vorgängerorgel wieder. Durch die Aufteilung in Hauptorgel und Westorgel (im Westwerk der Kirche) kann der Kirchenraum optimal beschallt werden. Die Orgel verfügt zudem über einen einmanualigen pneumatischen Notspieltisch, gefertigt von der Binderwerkstätte aus unbekannter Herkunft. Mit der inzwischen entfernten Balganlage von 1900 konnte das zweite Manualwerk der Orgel behelfsmäßig auch in Zusammenarbeit mit einem Kalkanten bespielt werden.

Die Disposition, erstellt von Heinrich Wismeyer lautet:

I Hauptwerk C–g3
Gedacktpommer 16′
Praestant 8′
Rohrflöte 8′
Gemshorn 8′
Octave 4′
Querflöte 4′
Nasat 22/3
Octave 2′
Grand Cornet IV-VIII
Mixtur V major IV
Mixtur minor III
Fagott 16′
Trompete 8′
Claine 4′
II Positiv C–g3
Gedackt 8′
Quintadena 8′
Viola 8′
Italienisch Prinzipal 4′
Nachthorn 4′
Schwiegel 2′
Quinte 11/3
Zimbel III
Krummhorn 8′
III Schwellwerk C–g3
Stillgedackt 16′
Hohlflöte 8′
Dulzgedackt 8′
Weidenpfeife 8′
Singend Principal 4′
Rohrflöte 4′ (O)
Spitzgambe 4′
Flötenschwebung 4′
Quintflöte 22/3 (O)
Harfenprinzipal 2′ (O)
Blockflöte 2′ (O)
Terz 13/5 (O)
Sifflöte 1′ (O)
Scharff IV-V (O)
Oboe 8′
Singend Regal 8′
Tremulant
IV Westorgel C–g3
Kupferprincipal 8′
Gedacktflöte 8′
Prinzipal 4′
Koppelflöte 4′
Gemshorn 2′
Glöckleinton III
Plein jeu V-VI
Dulcian 16′
Horn 8′
Rohrschalmei 4′
Mixtur III 11/3
Pedal (Hauptorgel) C–f1
Principal 16′
Contrabass 16′
Subbass 16′
Stillgedackt 16′
Quinte 102/3
Octavbass 8′
Pommer 8′
Choralflöte 4′
Flachflöte 2′
Rauschbass V-VI
Posaune 16′
Rankett 16′
Tromba 8′
Feldtrompete 4′

Pedal (Westorgel) C–f1
Untersatz 16′
Hornprinzipal 16′
Bassflöte 16′
Quintadena 4′

(o) = Schwellwerk für Oberstimmen

  • Koppeln: II/I, III/I III/II, IV/I, I/P, II/P, III/P, IV/P
  • Spielhilfen: 3 freie Kombinationen, Crescendowalze, 2 Schwelltritte für Ober- bzw. Unterstimmen, Crescendo ab, General−Zungen ab, Mixturen ab, 2 freie Pianopedalkombinationen und Einzel−Zungenabsteller, Westorgel an.

Glocken

Der mächtige Turm beherbergt sechs Glocken in den Schlagtönen b0, c1, des1, f1, as1 und b1. Fünf Minuten vor dem Sonntagsamt (09:55 Uhr) läuten alle Glocken bis auf die größte Glocke; sie findet nur an Hochfesten Verwendung. Glocke 4 (f1) dient als Angelusglocke, die kleinste Glocke läutet als Armeseelenglocke im Anschluss an das abendliche Angelusläuten. Der Uhrschlag erfolgt über die Glocken des1 (Viertelstunden) und c1 (volle Stunden).

Literatur

  • Peter Morsbach: St. Emmeram zu Regensburg, ehem. Benediktiner-Abteikirche. (= Große Kunstführer 187). Schnell & Steiner, München, Regensburg 1993.
  • Jochen Zink: Zur frühen Baugeschichte der ehemaligen Benediktinerabteikirche St. Emmeram in Regensburg bis zur Jahrtausendwende. In: Karl Möseneder, Gosbert Schüssler (Hrsg.): „Bedeutung in den Bildern“. Festschrift für Jörg Traeger zum 60. Geburtstag. Schnell & Steiner, Regensburg 2002, S. 501-541.
  • Eberhard Kraus: Historische Orgeln in der Oberpfalz. Schnell & Steiner 1990, ISBN 3-7954-0387-1. S. 268 und 352 f.

Einzelnachweise

  1. Paulus VI.: Litt. Apost. Terra sacra, in: AAS 56 (1964), Nr. 15, S. 915f.

Weblinks

 Commons: St. Emmeram (Regensburg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/St. Emmeram (Regensburg) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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