Squalea - LinkFang.de





Squalea


Squalea

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Euselachii
Neoselachii
Überordnung: Squalea
Wissenschaftlicher Name
Squalea
Shirai, 1992

Die Squalea sind ein im Jahre 1992 von dem japanischen Ichthyologen Shigeru Shirai aufgestelltes Taxon der Neoselachii (Moderne Haie + Rochen), in dem die rochenähnlichen Haigruppen (Dornhaiartige, Hexanchiformes, Sägehaie und Engelhaie) und Rochen (Batoidae) vereinigt wurden.[1][2] Zu den Squalea gehören etwa 800 Arten, die Rochen stellen etwa drei Viertel dieser Arten. Bei allen Squalea mit Ausnahme der Hexanchiformes hat sich die Afterflosse, wie bei den meisten urtümlichen Knorpelfischen, nicht entwickelt. Die Squalea leben vor allem auf bzw. nahe dem Meeresboden (benthal), oft auch in der Tiefsee.

Rochen und Sägehaie (Pristiophoriformes) galten seit den morphologischen Studien des südafrikanischen Haiexperten Leonard Compagno in den 1970er Jahren als Schwestergruppen. Angenommen wurde eine allmähliche Entwicklung der Rochen aus dornhaiartigen Vorfahren, die ihre Afterflosse verloren, über die Engelhai- und Sägehaiartigen, bis zum voll entwickelten Rochen mit seitlich bis zu den Kopfseiten verbreiterten Brustflossen, Kiemen auf der Bauchseite und einem Spiraculum, das zum Ansaugen des Atemwassers dient. Die Haie wären demnach paraphyletisch und somit nur ein Formtaxon, die Rochen nur eine Untergruppe der squalomorphen Haie. [3] [4]

Das folgende Kladogramm zeigt die Rochen als Untertaxon der squalomorphen Haie. Rochen und die rochenähnlichen Engelhaie und Sägehaie, bei denen eine Tendenz zur Verbreiterung der Brustflossen und der Verlagerung der Kiemenspalten auf die Bauchseite festgestellt wurde, werden als Hypnosqualea zusammengefasst.[3]


 Neoselachii 

 Galeomorphi


 Squalea 

 Hexanchiformes


     

 Dornhaiartige (Squaliformes)


 Hypnosqualea 

 Engelhaie (Squantiniformes)


     

 Sägehaie (Pristiophoriformes)


     

 Rochen (Batoidea)






Inzwischen gibt es allerdings zahlreiche molekularbiologische Untersuchungen, die, wie früher angenommen, eine basale Dichotomie von Haien und Rochen bestätigen. Die morphologischen Übereinstimmungen der squalomorphen Haie mit den Rochen sind danach konvergent entstanden. [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14]

Da sich die Rochen, genauso wie die modernen Haie, schon seit dem frühen Jura in der fossilen Überlieferung nachweisen lassen, wird eine Abstammung der Rochen am Endpunkt einer langen Evolutionslinie der Squalea auch nicht von paläontologischen Daten gestützt.[15]

Das zu den Squalea alternative Taxon Squalomorphii fasst Dornhaiartige, Hexanchiformes, Sägehaie und Engelhaie unter Ausschluss der Rochen zusammen.

Einzelnachweise

  1. Shirai, Shigeru, 1992: Squalean Phylogeny, a new framework of "squaloid" sharks and related taxa. Hokkaido University Press, Sapporo, Japan, ISBN 4-8329-0276-8.
  2. Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft: Revision der Systematik Squaliformes (deutsche Zusammenfassung der Arbeit von Shirai)
  3. 3,0 3,1 Alfred Goldschmid: Chondrichthyes. Seite 220 in: W. Westheide und R. Rieger: Spezielle Zoologie. Teil 2. Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum, München 2004. ISBN 3-8274-0307-3
  4. 4,0 4,1 Joseph S. Nelson, Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  5. Christophe J. Douady, Miné Dosay, Mahmood S. Shivji & Michael J. Stanhop: Molecular phylogenetic evidence refuting the hypothesis of Batoidea (rays and skates) as derived sharks. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 26, Issue 2, February 2003, Pages 215–221 doi:10.1016/S1055-7903(02)00333-0
  6. M.P. Heinicke, G.J.P. Naylor, S.B. Hedges: Cartaginous fishes. in S. B. Hedges, S. Kumar: The Timetree of Life. Oxford University Press, USA, 2009, ISBN 9780199535033
  7. B. A. Humana, E. P. Owena, L.J.V. Compagnob & E. H. Harleya: Testing morphologically based phylogenetic theories within the cartilaginous fishes with molecular data, with special reference to the catshark family (Chondrichthyes; Scyliorhinidae) and the interrelationships within them. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 39, Issue 2, Mai 2006, Seite 384–391, doi:10.1016/j.ympev.2005.09.009
  8. Jon. Mallatt, C.J. Winchell: Ribosomal RNA genes and deuterostome phylogeny revisited: more cyclostomes, elasmobranchs, reptiles, and a brittle star. Molecular Phylogenetics and Evolution (2007), Volume: 43, Issue: 3, Seite 1005–1022, doi:10.1016/j.ympev.2006.11.023
  9. John A. Musick & Julia K. Ellis: Reproductive Evolution of Chondrichthyans. in William C. Hamlett: Reproductive Biology and Phylogeny of Chondrichthyes Sharks, Batoids and Chimaeras. Science Publishers, U.S. ISBN 1-57808-314-1 PDF
  10. G.J.P. Naylor, J.A. Ryburn, O. Fedrigo & A. Lopez: Phylogenetic Relationships among the Major Lineages of. Modern Elasmobranchs. PDF
  11. C. J. Underwood: Diversification of the Neoselachii (Chondrichthyes) during the Jurassic and Cretaceous. Paleobiology, 32 (2) (2006). pp. 215–235. PDF
  12. Ximena Vélez-Zuazoa & Ingi Agnarsson: Shark tales: A molecular species-level phylogeny of sharks (Selachimorpha, Chondrichthyes). Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 58, Issue 2, February 2011, Seite 207–217 doi:10.1016/j.ympev.2010.11.018
  13. C. J. Winchell, A. P. Martin, J. Mallatt: Phylogeny of elasmobranchs based on LSU and SSU ribosomal RNA genes. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 31, Issue 1, April 2004, Pages 214–224, doi:10.1016/j.ympev.2003.07.010 .
  14. Elasmo-research.org Galea and Squalea: Two Great Branches of Elasmobranch Evolution
  15. C. J. Underwood: Diversification of the Neoselachii (Chondrichthyes) during the Jurassic and Cretaceous. Paleobiology, 32 (2) (2006). pp. 215–235. PDF

Kategorien: Knorpelfische | Chondrichthyes

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Squalea (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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