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Spitzmaulkärpfling


Spitzmaulkärpfling

Systematik
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Unterordnung: Cyprinodontoidei
Familie: Poeciliidae
Unterfamilie: Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliinae)
Gattung: Poecilia
Art: Spitzmaulkärpfling
Wissenschaftlicher Name
Poecilia sphenops
Valenciennes, 1846

Der Spitzmaulkärpfling (Poecilia sphenops, griechisch sphenops „Spitzkopf“) ist ein in Süd- und Mittelamerika vorkommender Lebendgebärender Zahnkarpfen. Unter der Bezeichnung Black Molly hat eine schwarze Zuchtform große Verbreitung als Aquarienfisch gefunden.

Verbreitung und Lebensraum

Der Spitzmaulkärpfling bewohnt Süß- und Brackwasservorkommen von Texas bis Kolumbien und Venezuela. Wie auch andere Poecilia-Arten ist der Spitzmaulkärpfling in Europa gelegentlich in künstlich erwärmten Gewässern, etwa im Bereich von Kraftwerken, zu finden[1]. Diese Populationen sind auf Besatz durch ehemalige Halter zurückzuführen. Die Art gilt aber noch nicht als etabliertes Neozoon[2].

Erscheinung

Der gestreckte Körper erreicht bei männlichen Spitzmaulkärpflingen eine Gesamtlänge von vier bis sechs Zentimetern. Die Weibchen werden mit sechs bis zehn Zentimetern deutlich größer und wirken insgesamt fülliger. Der Kopf ist spitz. Die Art bildet eine Vielzahl von Lokalformen mit unterschiedlicher Farbgebung aus, daher ist eine allgemeingültige Beschreibung der Zeichnung nur sehr eingeschränkt möglich. Häufig ist die Grundfärbung blaugrau bis braunolive. Über die Körperseiten ziehen sich mehrere Längsreihen orangefarbener Tupfen und blaugrüner glitzernder Flecken. Die Brust- und Bauchflossen sind meist farblos, die Afterflosse häufig orange. Oft sind schwarze Flecken auf der Rückenflosse zu finden und nicht selten auch ein orangefarbener Saum mit schwarzer Randbegrenzung.

Flossenformel:

  • Dorsale 8-9 bei Süßwasserpopulationen, 9-11 bei Brackwasserpopulationen (in der Region des Panama-Kanals)
  • Anale 8-10
  • Pectorale 14
  • Ventrale 6

Der Spitzmaulkärpfling trägt 25 bis 30 Schuppen in einer mittleren Längsreihe (mLR).

Lebensweise

Das Nahrungsspektrum des Spitzmaulkärpflings umfasst neben pflanzlicher Nahrung auch kleine Krebstiere, Insekten und andere Wirbellose. Die Aufwuchsalgen (samt Mikrozoobenthos drin) können leicht abgeschabt werden, weil der Unterkiefer in sich derart nachgiebig ist (dank Knorpelstab), dass die Ober- und Unterkieferzähne miteinander 120° einschließen können (vgl. Ähnliches bei Helostoma temminkii)[3].

Die sehr friedfertige Art pflanzt sich mehrmals im Jahr fort. Nach einer Tragzeit von 26 bis 35 Tagen werden 28 bis 80 Jungfische mit einer Größe zwischen sechs und acht Millimeter geboren. Bei ausreichendem Nahrungsangebot stellen die Eltern ihrem Nachwuchs nicht nach.

Systematik

Die taxonomische Beurteilung des Spitzmaulkärpflings ist schwierig. Die Art ist polytypisch und mehrere ihrer teilweise stark differenzierten Populationen wurden als eigenständige Arten beschrieben. Diese neuen Artbezeichnungen wurden später zu Synonymen erklärt. Teilweise wurden Synonyme aber auch revalidisiert, beispielsweise wird dem Mangroven-Molly (Poecilia orri) wieder Artrang eingeräumt. Einige nah verwandte Arten wie P. maylandi und P. mexicana werden möglicherweise ihre Eigenständigkeit verlieren und zu Synonymen von P. sphenops werden.

Zuchtformen

Von der erstmals 1899 in Deutschland eingeführten Art existiert eine Reihe von züchterisch beeinflussten Varianten. Insbesondere der seit 1909 bekannte Black Molly ist weit verbreitet. Den Zuchtformen gemein ist eine im Vergleich zur Wildform höhere Empfindlichkeit und eine damit verbundene geringere Lebenserwartung. Die Zuchtziele werden seit 1989 durch einen internationalen Standard fixiert.

Die Zuchtformen variieren beispielsweise nach der Schwanzflosse (Gabelschwanz oder Lyra) oder nach der Färbung: So gibt es neben den schwarzen Black Mollys auch Goldmollys, Dalmatiner-Mollys (Schwarz und silber) und andere. Vor allem bei den Silbermollys beruht der Zuchterfolg teilweise auf einer Hybridisierung mit Segelfärpflingen, so dass diese Tiere größer werden und in der Aquarienhaltung eine leichte Salzzugabe sinnvoll sein kann.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Andreas Arnold: Eingebürgerte Fischarten, Ziemsen Verlag, Wittenberg Lutherstadt 1990, ISBN 3-7403-0236-4, S. 16
  2. Olaf Geiter, Susanne Homma, Ragnar Kinzelbach: Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland In: UBA-Texte. 25/02, 2002, ISSN 0722-186X , S. 29 (PDF, 3.17 MB)
  3. A. Gibb et al. (2008): Functional significance of intramandibular bending in Poeciliid fishes.- Environ. biol. fishes 83: 507-519.

Weblinks

 Commons: Spitzmaulkärpfling  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzmaulkärpfling (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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