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Spital am Pyhrn


Spital am Pyhrn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Kirchdorf an der Krems
Kfz-Kennzeichen: KI
Fläche: 108,86 km²
 :
Höhe: 640 m ü. A.
Einwohner: 2.234 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 21 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4582
Vorwahl: 07563
Gemeindekennziffer: 4 09 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Spital a.P. 350
4582 Spital am Pyhrn
Website: www.spital-pyhrn.at
Politik
Bürgermeister: Aegidius Exenberger (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
7
5
13 
Lage der Gemeinde Spital am Pyhrn im Bezirk Kirchdorf an der Krems
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Spital am Pyhrn ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf an der Krems im Traunviertel, Österreich, mit 2234 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ).

Geografie

Spital am Pyhrn liegt auf 640 m Höhe im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 16 km und von West nach Ost 12,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 108,9 km². 47,6 % der Fläche sind bewaldet und 19,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Fahrenberg (28)
  • Gleinkerau (293)
  • Oberweng (267)
  • Seebach (245)
  • Spital am Pyhrn (1377)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Fahrenberg, Gleinkerau und Spital am Pyhrn.

Spital am Pyhrn gehört zur Tourismusregion Pyhrn-Priel.

Geschichte

Kaiser Heinrich II. schenkte das Land am Pyhrn dem Bistum Bamberg. Der Ort zählte seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich.

Bischof Otto II. von Bamberg übergab 1190 das Spital am Pyhrn einer Laienbruderschaft. Das Hospital wurde 1418 in ein Kollegiatstift umgewandelt. Das Stift Spital am Pyhrn erlangte in den folgenden Jahrhunderten einigen Reichtum. Das Kollegiatstift wurde durch Papst Paul V. im Jahr 1605 zu einer Propstei erhoben. 1714 bis 1730 wurde von Johann Michael Prunner die Kirche mit Fresken von Bartolomeo Altomonte und Stuckarbeiten von Domenico Antonio Carlone barock gestaltet. Sie erhielt dann vier vorzügliche Altarbilder von Kremserschmid und zwei von Michelangel Unterberger.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Die Benediktinermönche des im Jahre 1806 aufgehobenen Klosters St. Blasien im Schwarzwald zogen mit dem gesamten Inventar des Klosters und den Särgen der frühen Habsburger zunächst nach Spital am Pyhrn. Da ihnen das Kollegiatstift zu klein und das Klima zu rau war, übersiedelte der Konvent bereits 1809 nach St. Paul im Lavanttal. Das Kollegiatstift durfte nicht wieder errichtet werden und die Stiftskirche wurde Pfarrkirche. In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1841 beschädigte ein Brand den Ort und die Stiftsgebäude.

Der Ort gehörte zum Kronland Österreich ob der Enns, das 1918 zum Bundesland Oberösterreich wurde.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau.

Fremdvölkisches Kinderheim „Lindenhof“

Im ehemaligen Gasthof „Lindenhof“ wurde im März 1943 ein „Fremdvölkisches Kinderheim“ für Kinder von ausländischen Zivilarbeiterinnen eröffnet. Bis zum Jahr 1945 starben dort 38 von 97 eingewiesenen Kindern an der schlechten Ernährung und Versorgung, bei sechs weiteren Kindern ist das Schicksal unbekannt.[2] Im Mai 2014 wurden am Friedhof in Spital zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an diese Opfer des NS-Regimes enthüllt.[3] Noch im Jahr 2011 hatte ein Vorschlag der oberösterreichischen Grünen zur Anbringung einer Gedenktafel bei der heutigen Jugendherberge zu Konflikten geführt. Der Hausbesitzer, Landtagsabgeordneter Wolfgang Schürrer, befürchtete, man verschrecke damit Schulklassen. Er habe aber nichts gegen eine Aufarbeitung.[4]

Anfang 1945 war in der Gruft unter dem Presbyterium der Stiftskirche der gesamte Goldschatz der ungarischen Nationalbank (33.000 kg) eingelagert. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs und die Stiftsgebäude kamen in den Besitz der Österr. Bundesforste, die sie 2009 an die Gemeinde Spital am Pyhrn verkauften. Eine Außenrestaurierung des Stifts erfolgte von 1964 bis 1967. Von 1989 bis 1997 war der Forstbetrieb Spital/Pyhrn im Stift ansässig. Heute befindet sich das Österreichische Felsbildermuseum in den restaurierten Barockräumen des Stiftes.

Spital gehörte bis 2012 zum Gerichtsbezirk Windischgarsten und ist seit dem 1. Jänner 2013 Teil des Gerichtsbezirks Kirchdorf an der Krems.

Wappen

Blasonierung: Geteilt; oben in Gold ein schwarzer, wachsender Löwe, unten in Blau eine goldene, gestürzte Mondsichel, besteckt mit einem goldenen Kreuz. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb-Blau.

Der Löwe ist das "geminderte" Wappentier des Hochstiftes Bamberg, dessen Bischof Otto II. aus dem Hause Andechs-Meranien im Jahre 1190 an der Nordseite des Pyhrnpasses eine Herberge für Pilger gründete. Die mit dem Kreuz besteckte, abwärts gekehrte Mondsichel war das Wappen des 1418 aus dem Hospiz hervorgegangenen, 1807 aufgehobenen Kollegiatstiftes weltlicher Chorherren.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2.197 Einwohner, 2001 dann 2.274 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Spital am Pyhrn
  • Stiftskirche: (Pfarrkirche) 1199 Einweihung der Kirche; prunkvolle Erweiterung und Ausgestaltung 1714–1730 durch den Barockarchitekten Johann Michael Prunner, Fresken von Bartolomeo Altomonte, Stuckarbeiten von Domenico Antonio Carlone, vier Altarbilder von Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt, und zwei Altarbilder von Michelangel Unterberger, weiters ein schmiedeeisernes Abschlussgitter in der Stiftskirche von Andreas Ferdinand Lindermayr, das zu den schönsten Schmiedearbeiten von Österreich zählt. Die Stiftskirche ist Teil des ehemaligen Stiftes.
  • Österreichisches Felsbildermuseum: das 1979 eröffnete Museum präsentiert einen Überblick über Felsritzungen und Felsmalereien aus allen Teilen der Welt und befindet sich im Stiftsgebäude

Freizeit und Sport

  • Vogelgesang-Klamm: 1906 erschlossen; sie ist die größte Felsklamm in Oberösterreich und ein beliebtes Wanderziel. Zahlreiche Wege und Treppen aus Holz ermöglichen das Durchwandern der Klamm.
  • Panoramahallenbad: 1971 eröffnet, umgebaut 1991
  • Golfanlage Pyhrn-Priel: 2006 eröffnete 18-Loch Golfanlage mit angeschlossener Golfschule

Ehrenbürger

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Beziehung zum Ort

Wirtschaft

Dana-Türenindustrie GmbH, der größte Türproduzent Österreichs mit 480 Mitarbeitern geht mit Jahresbeginn 2005 von Stift Admont an den dänischen Türproduzenten Vest-Wood A/S.[6] Vest-Wood, seit 2002 Teil der Door Holding A/S geht 2006 als größter europäischer Türproduzent an Jeld-Wen aus Oregon, USA.[7] Jeld-Wen Türen GmbH nennt sich nun die in Spital produzierende Firma, als Teil des internationalen Konzerns Jeld-Wen.[8]

Literatur

  • Hans Krawarik: Dorf im Gebirge. Spital am Pyhrn 1190–1990. Linz, 1990.
  • Roland Girtler: Aschenlauge. Die alte Kultur der Bauern. Böhlau Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-205-78858-4.

Weblinks

 Commons: Spital am Pyhrn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Gabriella Hauch, Ostarbeiterinnen – Vergessene Frauen und ihre Kinder, in: Fritz Mayrhofer und Walter Schuster (Hg.), Nationalsozialismus in Linz (Band 2), Linz 2001, S. 1292ff
  3. Kirchen Zeitung: Die vergessenen Kinder von Spital , 14. Mai 2014
  4. Der Standard: Streit um Gedenktafel in NS-Säuglingsheim Lindenhof , 17. November 2011
  5. Alois Rohrauer, in: Webpräsenz von Regiowiki.at
  6. http://www.polarisequity.dk/default.aspx?pageId=101 Vest-Wood A/S acquires 100% of the shares in the largest door manufacturer in Austria, DANA-Türenindustrie, as part of a targeted expansion in Europe. Polarisequity.dk vom 11. Jänner 2005, abgerufen am 10. September 2013
  7. http://www.polarisequity.dk/default.aspx?pageId=95 JELD-WEN to acquire Vest-Wood. Polarisequity.dk vom 30. November 2005, abgerufen am 10. September 2013
  8. http://www.jeld-wen.com/about/company/history History, Jeld-Wen, abgerufen am 10. September 2013.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Spital am Pyhrn (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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