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Spielhalle


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Als Spielhalle, Spielothek, Spielcasino, in der Schweiz Spielsalon – in beabsichtigter Annäherung an konzessionierte Spielbanken auch als Casino (z. B. Big Cash-Casino, Automatencasino) – werden Einrichtungen bezeichnet, in denen dem volljährigen Kunden verschiedene Arten von Spielautomaten und Videospielen angeboten werden. Früher bezahlte der Kunde jeweils mehrere Spielversuche einzeln, indem er eine oder mehrere Münzen in das entsprechende Gerät einwerfen musste. Mittlerweile werden in aktuellen Geldspielautomaten Geldscheine als Zahlungsmittel üblich, sodass man gleich ein größeres Guthaben einzahlen kann.

Rechtliche Begriffsabgrenzung

Dieser Artikel oder Abschnitt stellt vorwiegend nur die Situation in Deutschland dar.

In Deutschland ist eine Spielhalle nach § 33i der Gewerbeordnung (GewO) als ein Unternehmen definiert, das ausschließlich oder überwiegend der Aufstellung von Spielgeräten mit Gewinnmöglichkeit (gemäß § 33c GewO) dient. Spieldauer, Höchsteinsatz und -gewinn der dieser Geldspielautomaten sind gesetzlich in der Spielverordnung (SpielV) geregelt. Anforderungen an den Betrieb von Spielhallen sind in der Gewerbeordnung, der Spielverordnung sowie länderspezifischen Spielhallen- und Ausführungsgesetzen zum Glücksspieländerungsstaatsvertrag (GlüÄndStV) reglementiert.

Hauptartikel: Spielautomat

Geldspielgeräte darf jedermann gewerblich betreiben, dem die Erlaubnis nach § 33c GewO erteilt wurde. Diese knüpft lediglich gewisse Zuverlässigkeitsvoraussetzungen an die beantragende Person, die Gewerbetätigkeit ist damit grundsätzlich erlaubt (sich ergebend aus der Gewerbe- und Berufsfreiheit, Art. 12 Grundgesetz (GG)). Die Zulässigkeitsvoraussetzungen stellen ein präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt dar.

Nicht zu verwechseln ist es mit dem Glücksspiel im Sinne von § 284 Strafgesetzbuch (StGB). Erlaubnisse werden nach Landesrecht erteilt. Hier geht der Gesetzgeber in der Systematik davon aus, dass diese Angebote grundsätzlich gesellschaftsschädlich und damit grundsätzlich verboten sein sollen. Erlaubniserteilungen stellen mithin eine Ausnahme dar. Folglich handelt es sich hier um ein repressives Verbot mit Befreiungsvorbehalt.

2014 gab es in deutschen Kommunen mit mindestens 10.000 Einwohnern laut einer Untersuchung des Arbeitskreises gegen Spielsucht e. V. 8.868 Spielhallenstandorte mit 14.460 konzessionierten Spielhallen.[1]

Spiele

Manche Spiele werden nur zum Spaß gespielt (Unterhaltungsgerät), während bei anderen ein Geldbetrag zum Gewinn aussteht (Geldspielgerät). Diejenigen Spiele, die lediglich zum Zeitvertreib dienen, sind in der Regel dementsprechend komplexer, spannender, zeitaufwändiger und/oder interessanter als solche, die wegen des Gewinns gespielt werden. Diese reinen Geschicklichkeitsspiele sind zugunsten der Geldspielgeräte stark auf dem Rückzug.

Arcade-Spiele

Bekannte Videospiele haben ihren Ursprung in der Spielhalle, z. B. Night Driver, Space Invaders, Pac-Man, Dig Dug, Frogger, Jungle Hunt, Donkey Kong, Out Run, After Burner, Asteroids. Bekannte Hersteller von Videospielen waren bzw. sind Namco, Sega, Atari, Taito und Nintendo.

Heutige Arcade-Videospiele kommen in der Regel alle aus den japanischen Spielhallen und erscheinen wenn überhaupt in Deutschland nur als Umsetzungen für Spielkonsolen wie Sonys PS2, Microsofts Xbox oder Nintendos GameCube. Vor allem die SEGA Dreamcast war bekannt für ihre viele Spielhallen-Umsetzungen, da die identische Hardware auch in den Spielhallen-Automaten verbaut waren.

Mechanische Spiele

Vor den Arcade-Automaten gab es hauptsächlich Flipperautomaten und andere elektromechanische Spielautomaten, die es auch heute noch gibt. Bei vielen Spielen kann der Spieler auch seine Geschicklichkeit und das Reaktionsvermögen mit anderen messen. Beispiele für elektromechanische Spiele sind:

Weitere Spiele

Zudem werden häufig auch weitere Spiele angeboten, insbesondere

Spielsucht

Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit, die in den deutschen Spielhallen das überwiegende Angebot bilden, wurden auf Basis von Feldstudien über pathologisches Spielverhalten wiederholt stark kritisiert.[2]

Hauptartikel: Pathologisches Spielen

In Folge wurden die gesetzlichen Regelungen in Deutschland seit 2013 sowohl auf Länder- wie Bundesebene stark verschärft. Außerdem wurde in den meisten Kommunen die für Spielautomaten erhobene Vergnügungsteuer stark erhöht, und zwar auch mit dem Zweck einer Lenkung, das heißt um eine Beschränkung des Angebots zu erreichen.[3]

Hauptartikel: Spielautomat

Situation im Ausland

In Japan haben Spielhallen einen anderen Stellenwert als z. B. in Deutschland, dort ist der Gang in eine Spielhalle eher mit einem Gang in ein Kino oder ins Theater gleichzusetzen, die ganze Familie vergnügt sich vor diversen Arcade-Spielen und erfreut sich an interaktiven Videospiel-Automaten mit Tanzmatte (Dance Dance Revolution) oder mit Samba-Rassel (Samba de Amigo), auch sogenannte Karaoke-Kabinen und Pachinko-Hallen findet man dort zuhauf.

Im europäischen Ausland findet man häufig auch Glücksspiele wie zum Beispiel Münzschieber und einarmige Banditen.

Sonstiges

Nach den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (früher Unfallverhütungsvorschriften, UVV) müssen Spielhallen mit optischen Raumüberwachungsanlagen („Videoüberwachung“) ausgestattet sein.

Einzelnachweise

  1. YellowPaper Glücksspiel und Verbraucherschutz , EurActiv.de, 2015, S. 12 f.
  2. Bericht zur Evaluierung der Fünften Novelle der Spielverordnung, insbesondere im Hinblick auf die Problematik des pathologischen Glücksspiels , Bundesratsdrucksache 881/10, 8. Dezember 2010
  3. Keine neuen Spielhallen in der City , WAZ, 1. Januar 2012

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Spielsalon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Spielbank

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Spielhalle (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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