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Speicher (Eifel)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-PrümVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Speicher
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 15,36 km²
Einwohner: 3310 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54662
Vorwahl: 06562
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 123
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 36
54662 Speicher
Webpräsenz: www.vg-speicher.de
Stadtbürgermeister: Erhard Hirschberg (CDU)
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Speicher ist eine Stadt nahe der Kyll im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Speicher ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie

Speicher liegt in der Natur- und Kulturlandschaft der Südeifel unweit von Bitburg. Die Stadt befindet sich 20 Kilometer nördlich von Trier und 19 Kilometer westlich der Kreisstadt Wittlich (jeweils Luftlinie).

Zu Speicher gehören auch die Wohnplätze Bahnhof Speicher, Bermeshausen, Commeshof, Laymühle, Schalfelderhof und Speichermühle.[3]

Geschichte

Erstmals genannt wird Speicher 834 in einer Urkunde als madabodi spicarium (spicarium von lat. spica = Ähre), 1136 taucht der Name Spichera in einer Urkunde auf. Altertumsfunde im Speicherer Wald, die römischen Ursprungs sind, lassen jedoch darauf schließen, dass Speicher noch älter ist.

Speicher stand seit 1354 unter luxemburgischer Landeshoheit und zählte zur Herrschaft Bruch. 1815 wurde Speicher dem Königreich Preußen zugeschlagen.

Den Römern ist die Entwicklung einer gegen Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Jahrhunderts n. Chr. blühenden Töpferindustrie zu verdanken, die bis in die Gegenwart als heimische Industrie fortlebt. Zahlreiche im Speicherer Wald ausgegrabene Öfen und Tonwarenfunde zeugen von einer umfangreichen Fertigung von Tonwaren und Ziegeln bis ins 5. Jahrhundert hinein. Ab dem frühen 14. Jahrhundert begannen Speicher Töpfermeister mit der Herstellung von Speicher Steinzeug, dass bis in die Neuzeit produziert wurde. Die Tonwaren wurden durch Kaufleute im Wandergewerbe über ganz Deutschland hin und darüber hinaus in den Nachbarländern zum Kauf angeboten.

Die Gemeinde Speicher wurde am 8. Mai 2011 zur Stadt erhoben.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Speicher, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.331
1835 1.946
1871 2.160
1905 2.034
1939 2.140
1950 2.420
Jahr Einwohner
1961 2.785
1970 3.060
1987 2.687
1997 2.978
2005 3.131
2014 3.310

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Speicher besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem. Die Bezeichnung Stadtrat, vorher Gemeinderat, erfolgte aufgrund der Stadterhebung im Jahr 2011.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU FDP Gesamt
2014 8 9 3 20 Sitze
2009 6 11 3 20 Sitze
2004 5 12 3 20 Sitze

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Schwarz eine eingeschweifte rote Spitze, darin eine wachsende goldene Ähre; vorne ein goldener Krug, hinten ein goldenes Töpferrad“.

Durch die Symbole Krug und Töpferrad weist das Gemeindewappen hin auf die außergewöhnliche große Bedeutung der Keramikindustrie im Gebiet von Speicher, die bis in die römische Zeit zurückreicht. Zu neuer Blüte gelangt die Tonwarenfabrikation im 14. Jahrhundert. Um 1485 wird eine Bruderschaft der Krugbäcker gegründet. Die Ähre ist Hinweis auf die Urform des Ortsnamens „Spicarium“ der auf (lat.) spica = die Ähre zurückgeht.

Sehenswürdigkeiten

In Speicher befinden sich eine Anzahl unter Denkmalschutz stehender Kulturdenkmäler.[6]

Ortskern

  • Die Katholische Pfarrkirche St. Philippus und St. Jakobus, eine neugotische dreischiffige Hallenkirche mit monumentaler Eingangshalle; 1895 vom Trierer Diözesanbaumeister Reinhold Wirtz geplant.
  • Der Friedhof mit einem Friedhofskreuz von 1848; Nahe dem Friedhof mehrere Wegekreuze (Schaftkreuze, Nischenkreuze), teilweise 16. Jahrhundert.
  • Die Kreuzkapelle, ein Putzbau mit Dachreiter von 1777; in der Südwand eine Kreuzigungsgruppe.
  • Das ehemalige Rathaus, ein breit gelagerter Walmdachbau in Reformarchitektur; errichtet etwa 1920/30 (Jacobsstraße).
  • Die Denkmalzone Bahnhofstraße und Jacobsstraße, vier villenartige Wohnhäuser mit Mansarddächern und dem ehemaligen Rathaus; zwischen 1920 und 1930 errichtet.
  • Die Denkmalzone Maarstraße, charakteristischer Abschnitt für die Bebauung an den Ortskernrändern; erbaut Mitte des 19. Jahrhunderts.

Gemarkung

  • Die Denkmalzone Bahnhof Speicher, der an der Eifelbahn gelegene Bahnhof und das Bahnwärterhaus an der Kyllbrücke beim Nordportal des Loskyller Tunnels; um 1871.
  • Die Speichermühle, ein viergeschossiges Ölmühlengebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, im Kern wahrscheinlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, Hauptgebäude von 1752, Kapelle 1700 (im Kylltal westlich von Speicher).
  • Die Laymühle, ein Quereinhaus, aufwändige Anlagen zur Wasserführung aus dem frühen 19. Jahrhundert.
  • Der Commeshof, Hofanlage von 1845 mit einem dreiachsigen ehemaligen Wohnhaus von 1860 und einer Kapelle von 1858 (in einem Seitental des Kallenbachs).
  • Die Bildchenkapelle, ein Putzbau mit neugotischem Eingang von 1877 (im Wald östlich des Ortes).
  • Mehrere Wegekreuze, 16. und 18. Jahrhundert.

Siehe auch

Sprache

Speicherer Wahlspruch: Wat mir geen, dat geema gär, äwa ma geen neist.

Die Heimatsprache der Speicherer ist Moselfränkisch in seiner lokal gefärbten Art. Zum Moselfränkisch der Nachbargemeinden gibt es kleine aber feine Unterschiede. Das typische Beispiel hierfür ist das „eecht“ für die Zahl acht, die von den Nachbargemeinden mit „aacht“ übersetzt wird. Während man beispielsweise in Herforst „oabichten“ (arbeiten) geht, gehen die Speicherer „schaffen“.

So wie das luxemburgische Moselfränkisch mit einer Vielzahl französischer Begriffe gespickt ist, so ist das Speicherer mit jenischen Ausdrücken durchsetzt, was auf die Tradition der ambulanten Händler zurückzuführen ist. Beispiel: Den Houtz beknäst miaz. (Der Mann versteht nichts.)

Religion

Historisch ist Speicher wie nahezu die gesamte Eifel katholisch geprägt; so sind 76,8 % der Einwohner katholisch, 9,9 % evangelisch, die restlichen knapp 13,3 % anderer oder ohne Religion. Über viele Jahrhunderte hinweg war die Stadt zum Erzstift und Kurfürstentum Trier gehörig, einem bedeutenden geistlichen Territorium im Heiligen Römischen Reich, dessen Erzbischof traditionell zu den sieben Kurfürsten zählte. Insbesondere wegen des Heiligkeitsanspruchs des Reichs war es nicht hinnehmbar, dass sich einzelne Regionen von der alten römischen Kirche abwandten. Erneuerungsbewegungen wie die Reformation konnten in der Region Trier und damit auch innerhalb Speichers niemals Fuß fassen. Zentrales Gotteshaus der Pfarrei St. Philippus u. Jakobus (Bistum Trier) ist die 1896, im neugotischen Stil erbaute, gleichnamige Pfarrkirche, welche mit ihrem hohen Turm auch heute noch das Ortsbild dominiert. Trotzdem befindet sich in Speicher auch eine Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Bitburg.

Verkehr

Der Bahnhof Speicher liegt an der Eifelstrecke (KBS 474[7] ). Im ÖPNV fahren

Linie Linienverlauf Takt
RE 12 Eifel-Mosel-Express:
Köln Messe/Deutz – Köln Hbf – Köln Süd – Euskirchen – Mechernich – Kall – Jünkerath – Gerolstein – Bitburg-Erdorf – Trier Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
drei Zugpaare
RB 22 Eifel-Express:
Gerolstein – Bitburg-Erdorf – Trier Hbf

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio Südwest. Es gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).

Persönlichkeiten

In Speicher geboren

  • Jakob Husch (1875–1950), Politiker (Zentrum, CDU), Abgeordneter des Hessischen Landtags
  • Simon Salomon (1873–1943), Verleger, ermordet im KZ Theresienstadt, Pseudonym: Siegbert Salter[8]
  • Jean Winterich (1886–1931), Landtagsabgeordneter KPD (1924–1931) und Mitglied des Zentralkomitees der KPD (1927–1931)
  • Philipp W. Fabry (* 1927), Philologe und Historiker[9]
  • Peter Leo Reichertz (1930–1987), Arzt und Medizininformatiker
  • Gerd Billen (* 1955), Ernährungswissenschaftler
  • Joscha Remus (* 1958), Schriftsteller

Mit Speicher verbunden

  • Reinhold Wirtz (1842–1898), Architekt, Kommunalkreis- und Diözesanbaumeister des Bistums Trier

Literatur

  • Norbert Endres: Zwing Zwu Zwai - Speicherer Dialekt. Eifelverein, Speicher 1998, ISBN 3-921805-13-9.

Weblinks

 Commons: Speicher  – Sammlung von Bildern

Sprachbeispiele zum Speicherer Platt:

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile , Seite 69 (PDF; 2,3 MB)
  4. Info zu den Feierlichkeiten anlässlich der Stadterhebung (PDF; 110 kB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Eifelkreis Bitburg-Pruem , Seite 68 (PDF; 1,7 MB)
  7. Simon Salomon. In: Mahnmal Trier. Abgerufen am 9. Februar 2016.
  8. Fabry verbrachte die ersten drei Tage seines Lebens in Speichers Krankenhaus.

Kategorien: Speicher (Eifel) | Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Speicher (Eifel) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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