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Spartak Moskau


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Spartak Moskau
Voller Name OAO Futbolni klub Spartak-Moskwa
Ort Moskau
Gegründet 1922
Vereinsfarben rot-weiß
Stadion Otkrytije Arena
Plätze 42.000
Präsident Russland Leonid Fedun
Vorstand Roman Aschabadse
Trainer Russland Dmitri Alenitschew
Homepage spartak.com
Liga Premjer-Liga
2015/16 5. Platz
Heim
Auswärts

Spartak Moskau (russisch Спартак Москва, Spartak Moskwa, wiss. Transliteration Spartak Moskva, vollständiger Name auf russisch ОАО Футбольный клуб „Спартак-Москва“, OAO Futbolni klub Spartak-Moskwa) ist ein russischer Fußballverein aus der Hauptstadt Moskau. Der heutige Verein ging aus dem sowjetischen Sportclub Spartak Moskau hervor. Der Club gehört mit 12 sowjetischen und neun russischen Meisterschaften zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. Neben der Fußball- ist auch die Eishockeyabteilung HK Spartak Moskau international bekannt. Die Vereinsfarben sind Rot-Weiß. Rechtsform der Fußballmannschaft ist die einer offenen Aktiengesellschaft (OAO/Otkrytoje Akzionernoje Obschtschestwo). Spartak Moskau ist nach einer Umfrage knapp die populärste Fußballmannschaft Russlands. Deswegen lautet einer ihrer Spitznamen „das Volksteam“. Des Weiteren ist der Verein russischer Rekordmeister.

Geschichte

Sowjetunion

Spartak Moskau wurde 1922 als MKS (russisch Московский кружок спорта Краснопресненского района/Moskowski kruschok sporta Krasnopresnenskowo rajona) von Nikolai Starostin gegründet. Die Fußballmannschaft spielte damals im Stadion des Stadtteils Presnenski oder Presnja und benannte sich nach dem Stadtteil bald in Krasnaja Presnja (russisch Красная Пресня/Rotes Presnja) um.

1936 suchte der Verein nach einem neuen Namen. Starostin schlug den Namen Spartak vor, welcher auf allgemeine Zustimmung der Beteiligten stieß. Über den Ursprung dieses Namens gibt es verschiedene Versionen, nach einer Version kam Starostin beim Lesen eines Buches über den Sklavenführer Spartacus auf diese Idee,[1] nach einer anderen Version soll der Name auf ein Spiel zurückzuführen sein, das 1927 gegen eine deutsche Arbeitermannschaft stattfand, die nach dem Spartakusbund benannt war.[2]

Als die sowjetische Fußballliga 1936 gegründet wurde, war Spartak die zweite Mannschaft überhaupt, die diesen Wettbewerb gewinnen konnte. Bis 1960 wurde der sowjetische Fußball von den Moskauer Mannschaften dominiert, zu denen auch Spartak gehörte. Die Mannschaft gehörte während des gesamten Bestehens der Sowjetunionen zu den Spitzenteams der Liga.

Spartak Moskau ist zwölffacher sowjetischer Meister und wurde nur von dem ukrainischen Verein Dynamo Kiew, der mit dreizehn gewonnenen Meisterschaften der Rekordtitelträger ist, übertroffen. Außerdem ist Spartak Moskau Rekordsieger im sowjetischen Fußballpokal, der zehn Mal gewonnen werden konnte. In der ewigen Tabelle der sowjetischen Liga belegt Spartak mit 2483 Toren und 722 gewonnenen Spielen den ersten Platz.

Russland

Spartak ist mit neun gewonnenen Meisterschaften russischer Rekordmeister. Daneben stehen drei Gewinne des Russischen Pokals aus den Jahren 1994, 1998 und 2003 zu Buche. Von den ersten Spielzeiten der russischen Premjer-Liga nach dem Ende der Sowjetunion (ab 1992) konnte Spartak nur eine (1995 wurde nur der dritte Platz erreicht) nicht als Meister abschließen und hat die heimische Liga nach Belieben dominiert. Die Mannschaft rangiert in der ewigen Tabelle der russischen Premjer-Liga mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Nach 2001 wurde diese beeindruckende Siegesserie unterbrochen und Spartak beendete die folgenden Spielzeiten teilweise lediglich als Zehnter. Durch die erheblichen finanziellen Mittel des Hauptsponsors Lukoil gelang es jedoch dem Verein die Qualität der Mannschaft zu verstärken und von 2005 bis 2007 wieder um die Meisterschaft mitzuspielen und dreimal in Folge Vizemeister zu werden. Gegen Ende der enttäuschenden Saison 2008, als Spartak Moskau nur den achten Platz erreichte, wurde im September 2008 der Däne Michael Laudrup als neuer Cheftrainer verpflichtet[3], der allerdings bereits am 15. April 2009 entlassen worden war. Neuer Trainer wurde Spartaks Generaldirektor Waleri Karpin. Mit ihm konnte das Team in der Spielzeit 2009 erneut den zweiten Tabellenplatz belegen.

In der Saison 2010 wurde der vierte Tabellenrang erreicht. Somit nahm Spartak an der Qualifikation für die UEFA Europa League 2011/12 teil, wo sie allerdings gegen den polnischen Vertreter Legia Warschau nach 2:2 und 2:3 in der Play-Off-Runde ausschieden. In der Saison 2012/13 war Spartak Moskau als russischer Vizemeister der Spielzeit 2011/12 der Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League gelungen. In der Play-off-Runde genügte dazu nach einem 2:1-Heimspielsieg gegen den türkischen Vizemeister Fenerbahçe Istanbul im auswärtigen Rückspiel ein 1:1-Unentschieden. Zusammen mit dem FC Barcelona, Benfica Lissabon und Celtic Glasgow wurde Spartak Moskau in die Gruppe G des Wettbewerbs gelost. Mit nur einem Sieg sowie fünf Niederlagen schied die Mannschaft nach sechs Spielen als Tabellenletzter aus dem Turnier aus.

Im Juni 2012 wurde Unai Emery als neuer Cheftrainer verpflichtet.[4] Jedoch bereits Ende November 2012 wegen Erfolgslosigkeit wieder entlassen.[5] Danach übernahm Waleri Karpin erneut den Posten des Cheftrainers zunächst interimistisch, später fest. In der Premjer-Liga 2012/13 wurde der vierte Tabellenplatz belegt, der zu der Teilnahme an der Qualifikation zu der UEFA Europa League 2013/14 berechtigte, wo sie allerdings gegen den FC St. Gallen nach 1:1 und 2:4 in der Play-Off-Runde ausschieden. Durch den sechsten Tabellenplatz aus der Spielzeit 2013/14 wurde die Startberechtigung für Teilnahme an den europäischen Pokalwettbewerben verpasst. Am 18. März 2014 wurde Waleri Karpin nach einer Reihe von Niederlagen beurlaubt. Infolge dessen wurde dem Schweizer Murat Yakın der Chef-Trainerposten bei Spartak für die Saison 2014/15 anvertraut.[6] Im Mai 2015 gab der Verein bekannt, sich mit sofortiger Wirkung vom Murat Yakın zu trennen, da lediglich der sechste Tabellenplatz erreicht werden konnte und somit der Auftritt auf der europäischen Bühne dem Verein erneut verwehrt geblieben ist.[7] Im Juni 2015 übernahm der Russe Dmitri Alenitschew, der als Spieler insgesamt 143 Ligapartien für den Verein absolvierte, den Chef-Trainerposten bei Spartak.[8]

Stadion

Die Fußballabteilung von Spartak Moskau trug bis Ende 2014 ihre Heimspiele im 84.864 Zuschauer fassenden Olympiastadion Luschniki aus, das bereits im Jahre 1956 erbaut wurde. Spartak Moskau besaß nie ein eigenes Stadion und musste in seiner Geschichte immer auf die Stadien anderer Moskauer Vereine ausweichen.

Ende des Jahres 2006 wurde dem Bau eines eigenen neuen, reinen Fußballstadions ohne Laufbahn zugestimmt. Entstehen soll das Objekt, welches von den ar.te.plan-Architekten aus Dortmund entworfen wurde, auf einem Teil des ehemaligen Flugfeldes Tuschino in der Nähe von Moskau. Zwar sank die Zuschauer-Kapazität im Vergleich zum Olympiastadion Luschniki auf ca. 42.000, doch hat der Verein nun eines der modernsten Stadien der Welt. Ein weiterer wichtiger und vor allem für die Fans von Spartak bedeutender Grund für den Neubau war, dass sich das Luschniki-Stadion im Besitz des Lokalrivalen Torpedo Moskau befindet. Da das Luschniki-Stadion für die Saison 2013/2014 wegen Renovierungsarbeiten im Zuge der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft nicht zur Verfügung stand, einigte man sich mit der Lokomotive Moskau auf Benutzung deren Stadions. Die Inbetriebnahme des Stasions war bereits für 2009 angedacht, wurde aber infolge der Weltwirtschaftskrise zunächst auf das Jahr 2012, zuletzt auf den 24. Juli 2014 verschoben.[9] Schließlich wurde am 5. September 2014 Spartaks neue Spielstätte mit einem Freundschaftsspiel vor 37.734 Zuschauern gegen Roter Stern Belgrad (1:1) eingeweiht.[10]

Sponsoren

Der Hauptsponsor des Vereins ist der größte russische Mineralölkonzern Lukoil.

Erfolge

National

  • Pokalsieger:
    • Sowjetunion (10×): 1938, 1939, 1946, 1947, 1950, 1958, 1963, 1965, 1971, 1992
    • Russland (3×): 1994, 1998, 2003

International

Wissenswertes

Rekordtorschützen

Von 1949 bis 1959 erzielte Nikita Simonjan 133 Tore. Kein Spieler schoß bisher mehr Tore für Spartak Moskau.

Platz Name des Spielers Tore Zeitraum
1. Sowjetunion 1955 Nikita Simonjan 133 1949–1959
2. Sowjetunion Sergei Rodionow 119 1979–1995
3. Sowjetunion 1955 Galimsjan Chussainow 102 1961–1973
4. Sowjetunion Fjodor Tscherenkow 95 1977–1993
5. Russland Roman Pawljutschenko 89 2003–2008
6. Sowjetunion Juri Gawrilow 89 1977–1985
7. Russland Jegor Titow 87 1995–2008
8. Sowjetunion 1955 Anatoli Iljin 83 1949–1962
9. Sowjetunion 1955 Juri Sewidow 71 1960–1965
10. Russland Andrei Tichonow 68 1992–2000

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligatreffer. Tore in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen. Stand: Ende der Saison 2014/15.

Rekordspieler

1993 stellte Fjodor Tscherenkow mit 398 absolvierten Partien für Spartak Moskau den Rekord für die meisten Ligaspiele im Dress von Spartak auf.

Platz Name des Spielers Einsätze Zeitraum
1. Sowjetunion Fjodor Tscherenkow 398 1977–1993
2. Sowjetunion 1955 Igor Netto 368 1948–1966
3. Sowjetunion 1955 Gennadi Logofet 349 1960–1975
4. Sowjetunion 1955 Galimsjan Chussainow 347 1961–1973
5. Sowjetunion Rinat Dassajew 335 1977–1988
6. Russland Jegor Titow 324 1995–2008
7. Sowjetunion Sergei Rodionow 303 1979–1995
8. Sowjetunion Juri Gawrilow 280 1977–1985
9. Sowjetunion 1955 Anatoli Krutikow 269 1959–1968
10. Sowjetunion 1955 Alexei Paramonow 264 1948–1959

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligaspiele. Spiele in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen. Stand: Ende der Saison 2014/15.

Kader 2015/16

Stand: Januar 2016

Nr. Position Name
30 Russland TW Sergei Pessjakow
32 Russland TW Artjom Rebrow
4 Russland AB Sergei Parschiwljuk
13 Russland AB Wladimir Granat
16 Italien AB Salvatore Bocchetti
18 Russland AB Ilja Kutepow
23 Russland AB Dmitri Kombarow
34 Russland AB Jewgeni Makejew
- Russland AB Andrei Jeschtschenko
Nr. Position Name
5 Brasilien MF Rômulo
8 Russland MF Denis Gluschakow
11 Brasilien MF Fernando
17 Russland MF Alexander Sujew
24 Niederlande MF Quincy Promes
25 Paraguay MF Lorenzo Melgarejo
49 Georgien MF Dschano Ananidse
52 Russland MF Igor Leontjew
71 Bulgarien MF Iwelin Popow
- Russland MF Roman Sobnin
20 Kap Verde ST Zé Luís

Bekannte ehemalige Spieler

Russland

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Amerika

Afrika

Trainer

Aktueller Trainerstab

Zweite Mannschaft

Spartak Moskau II ist ebenfalls eine Profimannschaft und spielt seit 2015 in der zweitklassigen 1. Division. Bis dahin spielte die Mannschaft stets in der drittklassigen 2. Division. Immer wieder schafften Spieler der zweiten Mannschaft den Sprung in den Kader der Profimannschaft, wurden später dort Stammspieler und Nationalspieler.

Andere Sportarten

Literatur

  • Robert Edelman: Spartak Moscow. A History of the People's Team in the Workers' State. Ithaca 2009. ISBN 978-0-8014-4742-6.
  • James Riordan: The Strange Story of Nikolai Starostin, Football and Lavrentii Beria – Soviet Sports Personality and Soviet Chief of Intelligence. In: Europe-Asia Studies, Juli 1994, findarticles.com
  • Jonathan Wilson: Behind the Curtain. Travels In Eastern European Football. Orion, London 2006 ISBN 978-0-7528-7945-1

Weblinks

 Commons: FC Spartak Moscow  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wilson, S. 283
  2. Riordan, S. 1
  3. Laudrup unterschreibt bei Spartak. kicker.de, 12. September 2008, abgerufen am 18. September 2008.
  4. kicker.de: Emery steigt bei Spartak ein
  5. kicker.de: Dynamo schießt Emery aus dem Amt
  6. http://spartak.com/main/news/55905/
  7. http://spartak.com/main/news/newsautoupdate/
  8. http://www.interfax.ru/sport/446786
  9. http://sport.rbc.ru/article/191948/
  10. russland.ru: Endlich zuhause – Spartak Moskau weiht sein neues Stadion ein Artikel vom 7. September 2014

Kategorien: Sportverein (Moskau) | Russischer Fußballverein | Gegründet 1922

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