Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft - LinkFang.de





Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft


Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft (SAG), auch Haase-Ledebour-Gruppe – war eine fraktionelle Abspaltung aus 18 Mitgliedern des Reichstages der SPD im Reichstag des kaiserlichen Deutschland, die während des Ersten Weltkriegs unter Vorsitz von Hugo Haase entstand.

Aktivität

Unter Führung Hugo Haases stimmten die Abgeordneten am 21. Dezember 1915 im Reichstag gegen die Kriegskredite und handelten damit erstmals entgegen der restlichen SPD-Fraktion, die ihre Stimmen mehrheitlich für die Kriegsunterstützung abgab. Am 24. März 1916 hielt Hugo Haase im Reichstag eine Anti-Kriegs-Rede, in der er auch die durch die Regierung verschuldeten Zustände von Unterernährung und Hunger unter Teilen der Bevölkerung anklagte.[1] Haases Rede war derart von gegen ihn gerichteten Protesttumulten begleitet, (das damalige SPD-Zentralorgan Vorwärts bezeichnete sie als „...Sturmszenen, wie sie im Reichstag wohl noch nie erlebt worden sind, ebenso leidenschaftlich als beschämend und beklagenswert...“), das teilweise kein Wort zu verstehen war. In einer während dieser Parlamentssitzung erfolgten Abstimmung kam es zum erneuten Abgeben von Gegenstimmen, diesmal gegen den von der Regierung vorgestellten Notetat, den die anderen SPD-Abgeordneten mehrheitlich bewilligten. Mit der Begründung von Disziplin- und Treubruch wurden die 18 Abgeordneten in einer anschließenden SPD-Fraktionssitzung aus der Fraktion ausgeschlossen.

Im April 1917 ging aus der SAG die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) hervor.[2]

Anzumerken ist, dass die beiden weiteren Kriegsgegner unter den SPD-Reichstagsabgeordneten Karl Liebknecht und Otto Rühle, die bereits am 20. März 1915 gegen Kriegskredite stimmten und im Januar 1916 aus der SPD-Fraktion (durch Ausschluss bzw. Austritt) ausschieden, nicht der SAG angehörten.

Mitglieder

Literatur

  • Dieter Engelmann, Horst Naumann: Hugo Haase. Lebensweg und politisches Vermächtnis eines streitbaren Sozialisten. Edition Neue Wege, Berlin 1999, ISBN 3-88348-216-1.
  • Eugen Prager: Geschichte der USPD. Berlin 1921, OCLC 162611173 .
  • Robert F. Wheeler: USPD und Internationale. Sozialistischer Internationalismus in der Zeit der Revolution. Ullstein, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-550-07317-8.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Verhandlungen des Deutschen Reichstags, 13. Legislaturperiode, 37. Sitzung, Stenogramm
  2. Eugen Prager: Geschichte der USPD. Dogma/Europäischer Hochschulverlag Bremen, 2013, ISBN 978-3-95580-629-3, S. 93ff.

Kategorien: Politik 1915 | Politik (Deutsches Kaiserreich) | Historische sozialdemokratische Partei | Historische sozialistische Partei | Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | Gegründet 1915

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.