Sonderdelikt - LinkFang.de





Sonderdelikt


Als Sonderdelikt bezeichnet man im Unterschied zum Allgemeindelikt einen strafrechtlichen Tatbestand, der nur durch einen bestimmten Täterkreis verwirklicht werden kann, also beim Täter ein besonderes persönliches Merkmal [1]voraussetzt. Beispiele für Sonderdelikte sind im deutschen Recht etwa die Amtsdelikte (vgl. § 331 ff. StGB), die nur durch einen Amtsträger (§ 11 Abs. 1 Nr. 2 StGB), oder Insolvenzdelikte (§ 283 ff. StGB), die nur vom Schuldner im Insolvenzverfahren (früher Gemeinschuldner genannt) begangen werden können.

Unterschieden wird in der rechtswissenschaftlichen Literatur zudem zwischen echten Sonderdelikten und unechten Sonderdelikten. Echte Sonderdelikte können nur von Tätern begangen werden, die eine bestimmte Qualifikation aufweisen, z. B. Ärzte, Amtsträger. Unechte Sonderdelikte können von jedem begangen werden. Jedoch kann die Eigenschaft des Täters, z. B. als Arzt oder Amtsträger tätig zu werden, Einfluss auf das Strafmaß haben. Beispiele aus dem deutschen Strafrecht: Gefangenenbefreiung (§ 120 Abs. 2 StGB), Verwahrungsbruch (§ 133 Abs. 3 StGB), Strafvereitelung (§ 258a StGB) und Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB).

Die Einordnung eines Delikts als Sonderdelikt hat Konsequenzen insbesondere für die Frage der Strafbarkeit des Teilnehmers, also des Anstifters (§ 26 StGB) oder Gehilfen (§ 27 StGB) - vgl. § 28 StGB.

Keine Sonderdelikte sind die eigenhändigen Delikte, die nicht auf einen bestimmten Täterkreis beschränkt sind, sondern nur von dem begangen werden können, der die tatbestandliche Handlung selbst (eigenhändig) begeht.

Mitunter werden als Sonderdelikte auch solche Straftatbestände bezeichnet, die zwar alle Merkmale eines anderen Tatbestandes enthalten, aber keine Qualifikation sind, sondern ein eigenes (Grund)Delikt. Das betrifft etwa den Raub im Verhältnis zum Diebstahl. Gebräuchlicher ist die Bezeichnung als delictum sui generis.

Literatur

Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Rechtshinweise">Rechtshinweise</a>

Einzelnachweise

  1. Umansky/Mathieu, Die Bereicherungsabsicht als besonderes persönliches Merkmal [1]

Kategorien: Allgemeine Strafrechtslehre (Deutschland)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderdelikt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.