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Sommer-Bohnenkraut


Sommer-Bohnenkraut

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Bohnenkräuter (Satureja)
Art: Sommer-Bohnenkraut
Wissenschaftlicher Name
Satureja hortensis
L.

Das Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis), auch Gartenbohnenkraut oder Echtes Bohnenkraut[1] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bohnenkräuter (Satureja) innerhalb der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Sie wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet.

Beschreibung

Das Sommer-Bohnenkraut ist eine oft stark verzweigte, einjährige, krautige Pflanze mit einer starken Hauptwurzel. Die vierkantigen, in den unteren Partien verholzenden Stängel erreichen Längen von bis zu 25 Zentimeter, bei Sorten bis zu 60 Zentimeter. Die Laubblätter sind ungestielt, linealisch bis lanzettlich, spitz zulaufend, ganzrandig und dunkelgrün, gelegentlich violett überhaucht und schwach behaart, sie besitzen Öldrüsen.

Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Blütenstände sind einseitswendige Scheinähren oder Scheinwirtel aus meist fünf Blüten. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind fünfzählig. Der Kelch ist gleichmäßig fünfzähnig. Die fünf weißen, blassrosa oder lila Kronblätter sind zu einer Krone verwachsen, die einen rot punktierten Schlund aufweist. Die Krone besteht aus einer einfachen und fast flachen Oberlippe und einer dreigelappten Unterlippe mit vergrößertem Mittellappen. Die vier Staubblätter sind in der Krone eingeschlossen, die beiden oberen sind kürzer als die seitlichen.

Die Samen sind dunkelbraun, rundlich bis eiförmig und erreichen eine Länge von 1 bis 1,5 Millimeter, das Tausendkorngewicht beträgt 0,5 bis 0,8 Gramm.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 45 oder 48.[2]

Ökologie

Das Sommer-Bohnenkraut ist gynodiözisch, d. h. es gibt weibliche Pflanzen und solche mit Zwitterblüten.[3][4]

Es erfolgt Ameisenausbreitung.[3][4]

Vorkommen

Sommer-Bohnenkraut stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und den Anrainerländern des Schwarzen Meers. Das Sommer-Bohnenkraut ist wegen der ätherischen Öle eine beliebte Gewürz- und Heilpflanze der Gärten. In klimatisch günstigen Gegenden beispielsweise Mitteleuropas verwildert es gelegentlich in der Nähe der Gärten, doch bleibt es meist unbeständig.[3][4]

Das Sommer-Bohnenkraut gedeiht am besten auf nicht zu trockenen, stickstoffreichen, lockeren und oft steinigen Böden in warmen Lagen.[3][4]

Inhaltsstoffe

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Sommer-Bohnenkraut enthält 0,3 bis 1,7 % ätherisches Öl, bei speziellen Züchtungen 4 bis 5 % (jeweils in der Droge). Dieses Öl besteht zu 40 % aus Carvacrol, zu 20 % aus p-Cymol und darüber hinaus aus Thymol, Phenolen, Dipenten. Neben dem ätherischen Öl finden sich noch 4 bis 8 % Gerbstoffe, Schleim, Bitterstoffe, β-Sitosterol und Ursolsäure.

Verwendung

Geschichte

Bohnenkraut (um welche Art der Gattung es geht, wird hier nicht dargelegt) ist in Mitteleuropa seit der Römerzeit belegt. Verkohlte Samen wurden zum Beispiel im Kastell Valkenburg gefunden[5]. Auch im Mittelalter wurde es in Mitteleuropa angebaut.

Verwendung in der Küche

Vor allem findet es Gebrauch zum Würzen von Bohnengerichten, es ist sowohl frisch wie auch getrocknet verwendbar. Es ist im bulgarischen Raum Bestandteil der als Tschubritza bezeichneten Würzmittel.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Sommer-Bohnenkraut findet Verwendung als Heilkraut. Als Tee wird es eingesetzt zur Förderung der Verdauung, als Appetitanreger und gegen Blähungen, aber auch gegen Husten und bei Bronchialerkrankungen. Bei Durchfällen, die mit Gärungserscheinungen einhergehen, soll sich nach Pahlow recht schnell eine Besserung einstellen.[6] M. Wood hält das Sommerbohnenkraut für eine nährende und stimulierende Pflanze, die bei einer Schwäche des endokrinen und sympathischen Nervensystems eingesetzt werden kann.

Anbau

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1995 wurden in Deutschland 81 Hektar Sommer-Bohnenkraut angebaut. Andere wichtige Herstellerländer waren 2001 Russland, die Türkei, Afghanistan, Indien, Sri Lanka und Südafrika. Zwar ist Sommer-Bohnenkraut relativ anspruchslos an seinen Standort, schätzt aber warme und lockere, nährstoffreiche Böden und ist frostempfindlich. Die Blattbildung lässt sich durch Zurückschneiden vor dem Blühen auf ca. 10 cm stark fördern.

1999 waren sechs Sorten im Handel. Zuchtziel sind möglichst hohe Krauterträge (Blattanteil >35 %) und hohe Anteile an ätherischem Öl.

Vermehrung

Die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Samen, die im April bis Mitte Juni, max. 0,5 cm mit Erde bedeckt, gesät werden. Nach [7] ist das Bohnenkraut Lichtkeimer und muss nicht mit Erde bedeckt werden, um zu keimen, die Keimdauer beträgt 2 bis 3 Wochen. Die Sämlinge werden auf einen Abstand von mindestens 15 cm vereinzelt, denn wenn die Pflanzen zu eng stehen, werden viele holzige Stängel und wenig Blätter gebildet. Das Bohnenkraut bevorzugt einen sonnigen und windgeschützten Standort für die Vermehrung und den Anbau.

Ernte

Der beste Erntezeitpunkt ist kurz vor und während der Blütezeit. Die gesammelten Kräuter werden getrocknet und nach dem Trocknen werden die Blätter abgestreift, bei professioneller Herstellung mit einer Rebelmaschine.

Siehe auch

Quellen

  • K. U. Heyland, H. Hanus, E. R. Keller: Ölfrüchte, Faserpflanzen, Arzneipflanzen und Sonderkulturen. In: Handbuch des Pflanzenbaues, Band 4, 2006, S. 355-359.
  • Erich Götz: Pflanzen bestimmen mit dem Computer. 2001, ISBN 3-8252-8168-X.
  • M. Wood: Earthwise Herbal, 2008, ISBN 978-1-55643-692-5.
  • M. Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen. ISBN 3-8289-1839-5.

Einzelnachweise

  1. Echtes Bohnenkraut. In: FloraWeb.de .
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 811.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 4: Nachtschattengewächse bis Korbblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  5. J. P. PALS, V. BEEMSTER, A. NOORDAM, 1989: Plant remains from the Roman castellum Praetorium Agrippinae near Valkenburg (prov. of Zuid-Holland). In: U. Körber-Grohne und H. Küster (Hrsg.): Archäobotanik. in: Dissertationes Botanicae 133, 117-133
  6. [1]
  7. http://www.gartendialog.de/gartengestaltung/kraeutergarten/bohnenkraut-pflege.html

Weblinks

 Commons: Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Kategorien: Gewürzpflanze | Lippenblütler | Heilpflanze

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