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Slawsk


Stadt
Slawsk
Heinrichswalde

Славск
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Slawsk
Erste Erwähnung 1292
Frühere Namen Heinrichswalde (bis 1946)
Stadt seit 1946
Fläche 11 km²
Bevölkerung 4614 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 419 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40163
Postleitzahl 238600
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 236 501
Geographische Lage
Koordinaten }
Liste der Städte in Russland

Slawsk (russisch Славск; bis 1946 deutsch Heinrichswalde, litauisch Gastos) ist eine Kleinstadt in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie ist Verwaltungszentrum der kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Slawsk im Rajon Slawsk. Der Ort hat 4614 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010 ).[1] Der heutige Name Slawsk leitet sich vom russischen Wort Slawa (Ruhm) ab, frei übersetzt ruhmreiche Stadt.

Geographie

Die Ortschaft liegt in der historischen Region Ostpreußen, 15 Kilometer südwestlich von Tilsit (Sowjetsk) und der Grenze zu Litauen.

Der Ort ist Zentrum der Region Elchniederung, einer Moorregion am Kurischen Haff.

Geschichte

Der Ort ist seit 1292 bekannt. 1657 erhielt ihn Heinrich Ehrentreich von Halle (daher der Ortsname) vom Großen Kurfürsten übereignet. Das Rittergut, unweit der 1686 erbauten Kirche, wurde 1738 Domäne und später wieder privatisiert. Der letzte Besitzer aus der Familie Bierfreund kam 1945 auf der Flucht um. Heinrichswalde wurde 1818 Verwaltungszentrum mit Landratssitz des neugegründeten preußischen Landkreises Niederung (ab 1938 Elchniederung) im Regierungsbezirk Gumbinnen. 1939 war die Erhebung zur Stadt eingeleitet worden, was jedoch durch den Kriegsausbruch verhindert wurde. 1891 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Tilsit – Königsberg, was zum wirtschaftlichen Aufschwung des Marktortes beitrug. Die Milchwirtschaft mit Rinderzucht, Molkereien und Produktion von Tilsiter Käse florierte. Salz- und schwefelhaltige Quellen wurden entdeckt, ein "Salz- und schwefelhaltiges Sonnen- und Liegebad" entstand. Heinrichswalde durfte sich "Klimatischer Kurort" und "Gartenstadt" nennen. Es war Ausflugsziel insbesondere für das nahe Tilsit. Mit dem Kreis Elchniederung wurde Heinrichswalde im Oktober 1944 vor Anmarsch der Roten Armee evakuiert, zunächst nur bis in den Kreis Heiligenbeil. Am 20. Januar 1945 besetzten sowjetische Truppen den Ort. Die Entwässerungsanlagen wurden verwüstet, das umgebende Land versumpfte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zur sowjetischen Oblast Kaliningrad und erhielt 1946 das Stadtrecht unter dem heutigen Namen.

Städtische Gemeinde Slawskoje 2008–2015

Die Städtische Gemeinde Slawskoje (ru. Славское городское поселение, Slawskoje gorodskoje posselenije) wurde im Jahr 2008 eingerichtet.[2] Die Stadt Slawsk war namensgebender Ort und Verwaltungssitz der Gemeinde mit weiteren sechs Siedlungen und insgesamt 6266 Einwohnern (Stand 2010)[3], die auf einer Fläche von 106 km² wohnten (mehr als zwei Drittel von ihnen in der Stadt Slawsk). Zum Ende 2015 wurde die Gemeinde aufgelöst und deren Orte in den Stadtkreis Slawsk eingegliedert.

Zu Stadtgemeinde Slawskoje gehörten neben der Stadt Slawsk sechs Siedlungen, die vorher zum Dorfbezirk Gastellowski gehörten.

Ortsname deutscher Name
Gastellowo (Гастеллово) Groß Friedrichsdorf
Maiskoje (Майское) O.F. Schnecken
Prigorodnoje (Пригородное) Sandfluß/Lindental
Priosjorje (Приозёрье) Argelothen/Argendorf
Sosnowoje (Сосновое) Waldkrug, Stadtkreis Tilsit
Sosnjaki (Сосняки) Peterswalde

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1885 1592
1890 1728
1910 2406
1925 2581
1933 3180
1939 3467
1959 3862
1970 4053
1979 4410
1989 4682
2002 5172
2010 4614

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr

Slawsk liegt seit 1891 an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit) und ist über die russischen Fernstraßen A 216 (einstige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77) über den Abzweig Nowokolchosnoje (Sandlauken, 1938–1946 Sandfelde) und auch die R 513 erreichbar. Außerdem verbinden Nebenstraßen die Stadt mit Sowetsk und Gastellowo (Groß Friedrichsdorf) im Umland.

Kirche

Evangelisch

Siehe den HauptartikelEvangelische Kirche Heinrichswalde (Kreis Niederung)

Kirchengebäude

Die Evangelisch-lutherische Kirche Heinrichswalde[4] an der ul. Sowetskaja wurde 1867–1869 mit hochaufragendem und entsprechend weit ins Land blickendem Turm im neugotischen Stil errichtet. Der Vorgängerbau, eine Fachwerkkirche, stammte von 1686–1694. Schnitzwerk aus der alten Kirche wurde in die neue übernommen. Die gesamte Inneneinrichtung der Kirche wurde 1945 und danach zerstört, auch der Bau selber befand sich im Verfall. Nach 1990 wurde er mit erheblicher deutscher Hilfe erneuert, besonders durch die Kreisgemeinschaft Elchniederung. Leider sind Teile der Inneneinrichtung bereits wieder entwendet und Fenster zerstört worden. Die Kirche wurde 2011 durch die Russisch-Orthodoxe Kirche übernommen, die sie jedoch wieder aufgab[5] und am 6. März 2013 dem städtischen Touristeninformationszentrum ohne Gegenleistung überließ.[6]

Kirchengemeinde

Heinrichswalde war bis 1944 ein Kirchspiel mit 30 angeschlossenen Orten. Die Kirchengemeinde war am 27. Februar 1686 gegründet worden[7] und gehörte anfangs zur Inspektion Tilsit, bis 1945 dann zum Kirchenkreis Niederung/Elchniederung innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Die Einwohnerschaft ist 1944 vollständig evakuiert worden. Nach 1990 hat sich wieder eine kleine evangelische Gemeinde aus Rußlanddeutschen gebildet, die 1993 die ehemalige evangelische Pfarrkirche übernahm, sie 2011 aber wieder abgab, da der Gebäudeunterhalt die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde übersteigt. Der evangelische Gottesdienst findet jetzt nicht mehr in der Kirche, sondern nur noch in einer zu einem Gemeindehaus ausgebauten Scheune statt. Der Gemeinde, gelang es, den Taufstein aus der Kirche des zur Sowjetzeit untergegangenen Dorfs Inse am Kurischen Haff in der Elchniederung für sich zu retten und in der Scheune aufzustellen. Slawsk ist Pfarrsitz und namensgebend für eine der vier Kirchenregionen in der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Orthodox

Im Jahre 1995 hat die Russisch-orthodoxe Kirche in Slawsk ein eigenes Gotteshaus errichtet und steht an der ul. Sowetskaja. Sie wurde dem Heiligen Johannes von Kronstadt geweiht[9]. Die Ortsgemeinde gehört zur Diözese Kaliningrad und Baltijsk der Russisch-orthodoxen Kirche.

Katholisch

Ebenfalls an der ul. Sowetskaja steht ein römisch-katholisches Gotteshaus in Form eines schlichten ehemals wohl als Wohnhaus genutzten Gebäudes[10]. Das Gotteshaus ist der Heiligen Franziska von Rom geweiht.

Sehenswürdigkeiten

Es ist im Ort ein kleines Deutsch-Russisches Museum entstanden, das Erinnerungsstücke früherer deutscher Einwohner zeigt.

Persönlichkeiten

  • 1841, 31. Dezember: Bernhard Schlick, † 21. Januar 1909 in Adlig Crottingen (Kreis Memel), deutscher Reichstagsabgeordneter
  • 1867, 1. September: Hans Peter Weszkalnys, † 13. März 1946 in Rosenthal (Kreis Pirna), deutscher Architekt
  • 1869, 5. Oktober: Ernst Siehr, † 14. November 1945 in Bergen auf Rügen, deutscher Politiker (DDP), MdR, Oberpräsident von Ostpreußen
  • 1889, 1. März: Hans-Wolfgang Schimmelpfennig, † 30. Oktober 1966 in Bad Bevensen, deutscher Wirtschaftsjurist
  • 1890, 30. November: Arthur Ewert, † 3. Juli 1959 in Berlin, deutscher Politiker (KPD), MdR

Literatur

  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 524 .

Weblinks

 Commons: Slawsk  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г. № 261 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Славский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 261: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung "Stadtkreis Slawsk")
  3. Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010.
  4. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, Seite 92, Abb. 373
  5. Кирха Хайнрихсвальде - Die Kirche Heinrichswalde bei prussia39.ru (mit Fotos aus den Jahren 2012/13)
  6. Andrey Konstantinow: Die russisch orthodoxe Kirche gibt die einstige evangelische Kirche von Heinrichswalde an die Bürger zurück . Ostpreussen.net, Moskau, 7. März 2013
  7. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 482
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad
  9. Храм в честь Святого Праведного Иоанна Кронштадтского Die Kirche zu Ehren des Heiligen Johannes von Kronstadt (mit aktuellen Fotos)
  10. Римско-католческая церковь Святого Франциска Römisch-katholische Kirche St. Franziska (mit aktuellen Fotos)

Kategorien: Ort im Rajon Slawsk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Slawsk (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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