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Simpl (Wien)


Das Simpl ist ein 1912 als Bierkabarett Simplicissimus eröffnetes Kabarett in Wien-Innere Stadt. In den 1920er- und 30er-Jahren brachte es Kabarettgrößen wie Fritz Grünbaum und Karl Farkas hervor. Bis heute ist es eine der erfolgreichsten und bedeutendsten Kabarettbühnen Wiens.

Geschichte

1912 als Bierkabarett Simplicissimus eröffnet wurde es von den Wienern bald nur noch als „Simpl“ bezeichnet. Ein buntes Programm von Chansons, Klavierimprovisationen und artistischen Darbietungen etc. machten das Theater zu einem der beliebtesten Kellertheater in Wien. Erst in den 1920er und 1930er Jahren wurde es zu einem kabarettistischen Revuetheater unter Karl Farkas und Fritz Grünbaum, das diese bis zwei Tage vor dem Anschluss am 12. März 1938 bespielten.

Anschließend wurde das der Familie Goldfarb gehörende Kabarett arisiert. Neuer Direktor wurde der Nationalsozialist Felix Bernard[1], der auch für Abwehr tätig war. Auftritte waren von nun an reichsdeutschen Schauspielern vorbehalten. Die neuen Conférenciers waren das Duo Zwickl und Wondra. Auftritte erfolgten u.a. von Mitzi Tesar, Fritz Muliar und Paul Löwinger.[2]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, vor allem nach Verhängung der Theatersperre im Herbst 1944, wurde das Simpl als Luftschutzkeller genutzt.

Nach dem Krieg wurde es zwar auch gleich wieder bespielt, erfolgreich aber erst 1950 als Karl Farkas durch den nunmehrigen Eigentümer Baruch Picker aus dem Ausland auf die Bühne zurückgeholt wurde. Weitere bekannte Schauspieler waren Ernst Waldbrunn, Cissy Kraner, Heinz Conrads, Otto Schenk, Alfred und Maxi Böhm. Die Vorstellungen von Karl Farkas waren auch Fixpunkte im ORF. Ab 1957 strahlte der Sender jährlich Ende Dezember die Bilanz des Jahres aus, die als Nummernrevue die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse und Tendenzen des letzten Jahres kabarettistisch aufarbeitete. Bereits am 30. Oktober 1957 hatte die Zusammenarbeit zwischen Simpl und dem Österreichischen Fernsehen mit der Bilanz des Monats begonnen, die meist mit längeren Sommerpausen bis Februar 1962 ausgestrahlt und von der Bilanz der Saison abgelöst wurde. Als Autor und Pianist war ab 1950 auch Hugo Wiener im Simpl tätig, das er 1965 nach dem Bruch mit Farkas gemeinsam mit seiner Frau Cissy Kraner verließ. Karl Farkas leitete das Simpl künstlerisch bis zu seinem Tod im Jahr 1971.

Zwischen 1971 und 1974 wurde das Simpl künstlerisch von Hugo Wiener und Maxi Böhm geleitet, danach erwarb Martin Flossmann es von Picker. Seinem Ensemble gehörten unter anderem Erwin Steinhauer, Kurt Sobotka, Tamara Stadnikow, Hans Harapat, Louis Strasser und Edith Leyrer an.[3]

1993 folgte Albert Schmidleitner, der bereits seit 1981 Geschäftsführer des Simpl war, Flossmann als neuer Eigentümer nach. Die künstlerische Leitung übernahm der damals 25-jährige Michael Niavarani.[4] Zu seinem Ensemble gehörten unter anderem Sigrid Hauser, Viktor Gernot, Dolores Schmidinger, Steffi Paschke, Theresia Haiger, Bettina Soriat, Michael Mohapp, Rupert Henning, Andreas Steppan, Markus Mitterhuber, Roman Frankl, Bernhard Murg, Christoph Fälbl, Herbert Steinböck und Gerold Rudle.[3]

Charakteristisches und unverwechselbares Element ist der rote Vorhang, der dem österreichischen Fernsehpublikum seit den 1960er Jahren wohlvertraut ist. Vor ihm traten zuerst Fritz Grünbaum, später Karl Farkas, dann Martin Flossmann und ab 1993 Michael Niavarani auf, um nach einer Eröffnungsnummer das eigentliche Programm mit meistens tagesaktuellen Pointen anzusagen. Ab Herbst 2004 führte Herbert Steinböck als Conférencier durch das Programm, von 2007 bis 2013 übernahm diese Aufgabe Ciro de Luca. Von Herbst 2013 bis Juni 2015 fungierte Stefano Bernardin als Conférencier. Mit Claudia Rohnefeld führt nach Tilde Lechner und Dolores Schmidinger seit Herbst 2015 die dritte weibliche Conférencière in der Geschichte des Hauses durch das Programm.[5]

Einzelnachweise

  1. Wiener Zeitung – Der alte Hund beisst noch immer, abgerufen am 31. Dezember 2013
  2. Hans Veigl: Vorwort. In: Hans Veigl (Hrsg.): Bombenstimmung – Das Wiener Werkel. Kabarett im Dritten Reich., Kremayr & Scheriau, Wien 1994, ISBN 3-218-00581-7, S. 9
  3. 3,0 3,1 Kaberett Simpl: Geschichte . Abgerufen am 12. März 2015.
  4. Wolfgang Kralicek: Let Him Entertain You. Porträt über Albert Schmidleitner im Falter, 41/09, 7. Oktober 2009, S. 25–27
  5. Wiener Zeitung: Die dritte Frau . Artikel vom 1. September 2015, abgerufen am 28. November 2015.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Simpl (Wien)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Simpl (Wien) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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