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Sillian


Sillian
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Lienz
Kfz-Kennzeichen: LZ
Fläche: 36,26 km²
 :
Höhe: 1103 m ü. A.
Einwohner: 2.046 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 56 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9920
Vorwahl: 04842
Gemeindekennziffer: 7 07 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sillian Nr. 86
9920 Sillian
Website: www.marktgemeinde-sillian.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Mitteregger (Team Sillian)
Gemeinderat: (2016)
(15 Mitglieder)
8 Team Sillian - Die Bürgerliste, 6 ÖVP, 1 Freie Liste Sillian
Lage der Marktgemeinde Sillian im Bezirk Lienz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sillian ist eine Marktgemeinde im Hochpustertal an der westlichen Grenze Osttirols im Bezirk Lienz in Österreich. Mit 2046 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) ist es der Hauptort des so genannten Osttiroler Oberlandes. Die Wirtschaft in Sillian besteht aus Tourismus und zahlreichen Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen. Der Ort hat im langjährigen Mittel die meisten Sonnenstunden Österreichs. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Lienz.

Sillian liegt auf einer Seehöhe von 1100 Metern und ist über die Drautalbahn und die Drautal Straße in das Verkehrsnetz eingebunden.

Geografie

Sillian ist ursprünglich eine Straßensiedlung auf Fluss- und Bachgeröll, eine Folge früherer Hochwasserkatastrophen und Bergstürze. Die im 20. Jahrhundert besonders im Talboden von Sillian durchgeführten Entwässerungen und Trockenlegungen haben auch eine Besiedelung der Flächen in Tallage ermöglicht.

Sillian liegt am Fuße des Thurntalers (2407 m).

Das Siedlungsgebiet liegt zur Gänze nördlich der Drau. Im Süden stehen nur wenige Häuser, ein kleineres Gewerbegebiet und der Bahnhof.

Sillian besteht aus den Ortsteilen Sillian („Marktl“), Sillianberg, Köckberg, Arnbach und dem Weiler Asthof im Süden der Marktgemeinde.

Die westliche Gemeindegrenze ist zugleich Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien, im Süden wird das Gemeindegebiet vom Karnischen Kamm begrenzt. Sillian ist beliebter Ausgangspunkt für Weitwanderungen am Karnischen Höhenweg.

Nachbargemeinden

Außervillgraten, Heinfels, Innervillgraten, Innichen, Kartitsch, Sexten

Geschichte

Der Name Sillian ist alpenromanischen Ursprungs und leitet sich aus dem Wort Silicana (Bachschuttgelände) ab. Anderen Quellen zufolge soll der Name des Ortes von der früheren Bezeichnung des Villgratenbaches (Sill) herrühren.

Sillians Geschichte hängt eng mit der Gründung und Entwicklung des Klosters Innichen zusammen. 769 übertrug der Bayernherzog Tassilo III. an Abt Atto, den späteren Bischof von Freising, ein Grundstück im Pustertal zur Gründung eines Benediktinerklosters, um von dort aus die Slawen zu missionieren.

Die älteste urkundliche Erwähnung Sillians war um das Jahr 1000 und zwar als Silan. Es handelt sich dabei um einen Vertrag, den Bischof Albuin von Brixen über einen Ackerzins abschloss. Im Jahre 1313 erschien Sillian urkundlich als Dorf.

Schon um 1400 war Sillian eine Warenniederlagestätte für durchziehende Kaufleute. Im Jahre 1469 verlieh Graf Leonhard von Görz Sillian das Marktrecht. Mit dem Tod des letzten Görzer Grafen 1500 wurde Maximilian I. neuer Landesherr über die ehemals görzischen Gebiete. Er bestätigte 1508 die alten Freiheiten und Privilegien für Sillian.

1440 und 1591 verschüttete eine Mure vom Sillianberg Häuser und Felder und begrub einen Teil des mittelalterlichen Sillians. Heute erinnert am östlichen Ortseingang ein modernes Nepomukdenkmal an das tragische Ereignis. Auch die Pest suchte Sillian heim und forderte in den Jahren 1506 und 1636 zahlreiche Todesopfer.

1832 brannte die im Westen von Sillian gelegene Siedlung Arnbach fast zur Gänze ab.

Bis 1918 war Sillian ein Standort der k.u.k. Armee. In Garnison lag dort das Böhmische Feldjäger Bataillon Nr. 6. Im Ersten Weltkrieg zerstörten Granaten ein Wohnhaus in Sillian, zwei Personen fanden den Tod. Das Hotel Bad Weitlanbrunn war ein Militärlazarett, die Toten wurden auf dem in Arnbach errichteten Kriegerfriedhof bestattet. Am nordwestlichen Teil des Friedhofes von Sillian erinnert ein Kriegerdenkmal an die Toten beider Weltkriege. Im Jahre 2005 wurde es einer Generalsanierung unterzogen.

1939 wurden die bis zu dahin eigenständigen Steuergemeinden Sillian, Arnbach und Sillianberg zur Marktgemeinde Sillian zusammengeschlossen. Von 1939 bis 1949 gehörte auch Panzendorf dazu. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude beschädigt, das Jesacher Futterhaus in Arnbach zerstört und im März 1945 der gesamte Weiler Asthof, zwei alte historische Bauernhöfe, in Brand gesteckt.

Drei Hochwasserkatastrophen, 1882, 1965 und 1966, setzten weite Teile Sillians unter Wasser. Erst mit einer großzügigen Verbauung und einem Hochwasserschutz an der Drau konnte die Gefahr für die nächsten Jahre gebannt werden.

Wappen

1682 wurde dem Markt Sillian das Gemeindewappen verliehen. Es zeigt auf rotem Hintergrund zwei mit goldenen Ringen verbundene Seile. Das Wappenbild deutet auf die ehemals blühende Viehwirtschaft hin.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sillian bietet neben der historischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt noch weitere 16 denkmalgeschützte Objekte. Auch die Schraffl-Villa ist sehenswert.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sillian

Tourismus

Es gibt ein umfangreiches Familienangebot, so z. B. den Wichtelpark. Zahlreiche Hotels unterschiedlicher Kategorien stehen im Ort für Gäste bereit.

Wirtschaft

Verschiedene gewerbliche Klein- und Mittelbetriebe bieten Arbeit und Verdienstmöglichkeiten. Der Tourismus bietet – wenn auch stark saisonabhängige - Möglichkeiten der Beschäftigung. Der Ausbau der touristischen Infrastruktur wie z. B. die Neuerrichtung einer Einseilumlaufbahn und eines Hotelkomplexes in den 1990er Jahren hat zur Arbeitsplatzsicherung und Möglichkeiten eines Zuverdienstes beigetragen. Letzteres gilt besonders für die Land- und Forstwirtschaft, weil im Ort der Anteil an Vollerwerbslandwirten stark rückläufig ist.

Durch die Neuansiedlung großer Gewerbebetriebe in der Nachbargemeinde Heinfels steigt die Anzahl der Arbeitspendler aus der Region nicht noch stärker an.

In den letzten Jahren ist in Sillian eine zunehmende Zentrumsbildung zu beobachten. Die Seitentäler wie das Villgratental, das weiter östlich gelegene Tiroler Gailtal sowie die grenznahen Südtiroler Gemeinden zählen zum wirtschaftlichen Einzugsgebiet der Marktgemeinde.

Ein größeres Gewerbegebiet liegt an der Grenze zu Südtirol (Italien), hauptsächlich von Holzverarbeitungsbetrieben genutzt, ein kleineres südlich des Bahnhofes. Zahlreiche Handelsbetriebe haben sich in Grenznähe angesiedelt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

  • Blasius Hölzl (etwa 1460–1526) Kaiserlicher Rat und Sekretär bei Kaiser Maximilian I.
  • Adam Purwalder (* um 1588 in Sillian). Bedeutendstes Literaturwerk: Jedermann–Trilogie.
  • Johann Vicelli († 1720 in Aibling/Bayern), Maler
  • Ignaz Paprion, (1752–1812) Pfarrer in Sillian, bedeutender Heimat– und Geschichtsforscher.
  • Josef Achammer, (* 1762), Färbermeister, Hauptmann der 2. Sillianer Schützenkompanie
  • Alois Zobl (* 24. Januar 1847 in Sillian, † 5. Juli 1914 in Wien), General der k. und k. Armee, 1. Januar 1907 Generalmajor, 9. November 1911 Feldmarschallleutnant. Sein Vater Alois Zobl war Gerichtsdiener in Sillian und stammte aus Telfs.
  • Josef Schraffl (1855–1922) Wirt und Bäckermeister, Bürgermeister, Mitbegründer und erster Obmann des Tiroler Bauernbundes, erster Landeshauptmann von Tirol von 1917 bis 1922
  • Hermann Foppa (1882−1959), österreichischer Politiker (NSDAP)
  • Jos Pirkner (* 1927), österreichischer Bildhauer
  • Bernhard Aichner (* 1972), österreichischer Schriftsteller und Fotograf, aufgewachsen in Sillian

Literatur

  • Katholischer Tiroler Lehrerverein (Hrsg.): Bezirkskunde Osttirol. Innsbruck 2001

Weblinks

 Commons: Sillian  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Bezirk Lienz | Sillian | Gemeinde in Tirol

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sillian (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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