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Sien (bei Idar-Oberstein)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: BirkenfeldVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Herrstein
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 8,47 km²
Einwohner: 503 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55758
Vorwahl: 06788
Kfz-Kennzeichen: BIR
Gemeindeschlüssel: 07 1 34 082
Adresse der Verbandsverwaltung: Brühlstraße 16
55756 Herrstein
Webpräsenz: www.sien.de
Ortsbürgermeister: Otto Schützle
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Sien ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Herrstein an.

Geographie

Sien liegt zwischen Idar-Oberstein und Lauterecken nordöstlich des Truppenübungsplatzes Baumholder.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens erfolgte im Jahre 1128 als Sinede. Seit 1112 war der Ort Teil der Grafschaft Veldenz. Im 13. Jahrhundert wurde die Ortsherrschaft geteilt. Die eine Hälfte gehörte den Wildgrafen, die andere Hälfte nach mehrfach wechselndem Besitz ab 1431 den Herren von Sickingen. 1765 endete die Zeit des Kondominats und Sien unterstand komplett Johann XI. Dominik Albert Fürst zu Salm-Kyrburg. Nach der Französischen Revolution war das Dorf Teil des Kantons Grumbach im Saardepartement. Im Wiener Kongress wurde es dem Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld (1816–1826) zugeschlagen, ab 1826 gehörte es zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, jeweils zur Exklave Fürstentum Lichtenberg. 1834 fiel dieses und damit auch Sien an Preußen. Am 1. April 1939 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sienerhöfe eingegliedert.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Sien bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 379
1835 640
1871 813
1905 683
1939 613
1950 685
Jahr Einwohner
1961 644
1970 618
1987 605
1997 599
2005 586
2014 503

Religion

Wie früher üblich, musste die Bevölkerung die Religion des Landesherren annehmen. Bedingt durch die lange Zeit geteilte Ortsherrschaft, spaltete sich im 16. Jahrhundert auch die Konfessionszugehörigkeit hälftig in Protestanten und Katholiken.

Im 19. Jahrhundert gab es eine relativ große jüdische Gemeinde. 1852 waren von 530 Einwohnern 72 jüdischen Glaubens. Gegen Ende des Jahrhunderts wanderten die meisten nach Amerika aus. 1925 wohnten nur noch zehn Juden in Sien. Sechs von ihnen wurden 1942 von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet.

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Sien besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Fürst Dominik ließ 1765 die – heute evangelische – Barockkirche mit Zwiebelturm erbauen. Er errichtete auch 1771 das Jagdschloss mit dreiachsigem Mittelrisalit und einem Portal mit Sandsteinrelief. Die katholische Kirche wurde 1892 in neugotischem Stil gebaut.

Siehe auch:

Wirtschaft und Infrastruktur

Sien liegt an der Bundesstraße 270. In Lauterecken ist ein Bahnhof der Lautertalbahn.

Literatur

  • Erich Gemmel: Festschrift zur 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Sien; Sien 1970
  • Ruth und Ulrich Eckhoff: Römerzeitliche Spuren der Besiedlung und Kultur in Sien im 2./3. Jhdt n. Chr.; Sien 1991
  • Ruth und Ulrich Eckhoff: Die „Siener Tonschnabelkanne“ – ein Zeugnis keltischer Töpferkunst; Sien 1994
  • Ruth und Ulrich Eckhoff: Die ehemalige Jüdische Gemeinde Sien – Spuren und Erinnerungen; Sien 1998
  • Ruth und Ulrich Eckhoff: Vergessene Geschichten, die uns die Siener Flurnamen erzählen; Sien 2001
  • Ruth und Ulrich Eckhoff: 55 Siener-Wind-Geschichten – Denkwürdiges aus der über 1000 Jahre alten Geschichte des Ortes Sien; Sien 2003
  • Ruth und Ulrich Eckhoff: Harry Rothschild – ein deutschjüdisches Schicksal. In: Heimatkalender 2009 Landkreis Birkenfeld, Bad Kreuznach 2008, S. 161f

Weblinks

 Commons: Sien  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I; Berlin 1939; Seite 284
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sien (bei Idar-Oberstein) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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