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Siegestor


Das Siegestor ist ein Triumphbogen in München.

Lage

Das Siegestor liegt rund einen Kilometer nördlich der Feldherrnhalle und trennt die Ludwigstraße, die dort endet, von der Leopoldstraße, die hier ihren Anfang hat. Damit markiert das Siegestor die Grenze zwischen den beiden Münchner Stadtvierteln Maxvorstadt und Schwabing. Es hat eine Höhe von 24 Metern.

Geschichte

Ludwig I. erteilte 1840 seinem Architekten Friedrich von Gärtner den Auftrag, einen Triumphbogen nach Vorbild des Konstantinsbogens in Rom als Abschluss seiner Prachtstraße, der Ludwigstraße, zu planen. Dieser Triumphbogen soll dem Bayerischen Heere gewidmet sein und somit direkt mit der Feldherrnhalle korrespondieren, mit der seine Prachtstraße beginnt.

Das Siegestor wurde 1843 bis 1850, wie auch die Feldherrnhalle, aus Kelheimer Kalkstein errichtet, wobei nach Friedrich von Gärtners Tod 1847 dessen Schüler Eduard Metzger[1] die Arbeiten übernahm. Am 15. Oktober 1850 übergab König Maximilian II. im Namen seines abgedankten Vaters das Siegestor an die Stadt München.[2]

Bei den Luftangriffen auf München im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es 1958 unter der Leitung von Josef Wiedemann wiederaufgebaut – an der Südseite bewusst vereinfacht. 1972 konnte die von Elmar Dietz wiederhergestellte Quadriga (Die Bavaria lenkt ein Gespann mit vier Löwen) auf dem Siegestor aufgestellt werden.

Architektur und Programm

Mit dem Siegestor gelang Friedrich von Gärtner mehr als eine Kopie des Konstantinsbogens. Die Säulen, die auf hohe Podeste gestellt sind, betonen die klare vertikale Gliederung. Das wuchtige Gebälk drückt einer schweren Last ähnlich auf die harmonisch rhythmisierenden drei Bögen. Damit erhält der Triumphbogen die architektonische Kraft, den Zug des Siegestores aufzufangen und in die Felder und Wiesen, die 1852 noch vorherrschten, weiterzuleiten. Die thronend schwebende Quadriga schwebt über dem Siegestor und betont seine Mittelachse. Gleichzeitig fährt die „Victoria“ auf der Quadriga stadtauswärts in die Felder und Wiesen blickend „dem Bayerischen Heere“ entgegen, wie die Inschrift auf der Nordseite verrät. Johann von Halbig lieferte das colossale Viergespann von Löwen zu der nach Johann Martin von Wagners Entwurf für die „Victoria“, die Friedrich Brugger modellierte.

Die Bildmotive der Reliefs zeigen Kampfszenen, die Kraft und Willen des bayerischen Heeres unterstreichen. Die Medaillons dagegen stellen Allegorien der ehemaligen bayerischen Kreise dar:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter dem Eindruck der Zerstörungen und weiteren Folgen wie Vertreibung und Kriegsschuld das Tor von den Architekten Otto Roth und Josef Wiedemann bewusst vereinfacht wiederhergestellt und auf der Südseite eine zusätzliche Inschrift, von Prof. Hanns Braun getextet und von Prof. Franz Hart entworfen, angebracht: „Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“. Damit bekommt das Siegestor eine neue symbolische Bedeutung: Krieg bringt nicht nur den Sieg, sondern auch Leid und Zerstörung – er zerstört sogar Symbole des Sieges. Daher kann die Lösung nur Frieden heißen.

Damit ist das Siegestor auch Friedensmahnmal, ähnlich dem Turm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Literatur

  • Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).
  • Thomas Weidner: Das Siegestor und seine Fragmente. Mit Beiträgen von Richard Bauer und Hans Senninger. Buchendorfer, München 1996, ISBN 3-927984-52-3 (zur Ausstellung Das Siegestor, Münchner Stadtmuseum, 24. Mai 1996 bis 30. Juni 1996).

Einzelnachweise

  1. Eduard Metzger. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 24, E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 446.
  2. Deutsches Kunstblatt, I (1850), Nr. 46 vom 18. November 1850, S. 361 ff.

Weblinks

 Commons: Siegestor  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Siegestor (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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