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Sewernaja Semlja


Sewernaja Semlja
NASA-Aufnahme der Inselgruppe
Gewässer Arktischer Ozean
 
Anzahl der Inseln ca. 30
Hauptinsel Oktoberrevolution-Insel
Gesamte Landfläche 36.600 km²
Einwohner (unbewohnt)
Karte von Sewernaja Semlja

Sewernaja Semlja (russisch Северная Земля, „Nordland“; früher Nikolaus-II-Land) ist eine große russische Inselgruppe im Nordpolarmeer, die zur Region Krasnojarsk gehört.

Geographie

Lage

Die teils stark vergletscherte arktische Inselgruppe, die Russland bzw. Sibirien und damit der nördlichen Festlandmasse von Asien vorgelagert ist, befindet sich etwas nördlich der Taimyrhalbinsel bzw. jenseits der Wilkizkistraße im Arktischen Ozean. Südöstlich der Inselgruppe liegen die Neusibirischen Inseln, westlich die Inselgruppe Franz-Josef-Land und südwestlich die große Doppelinsel Nowaja Semlja.

Sewernaja Semlja erstreckt sich von 78 bis 81° nördlicher Breite und von 90 bis 106° östlicher Länge. Der Archipel besteht im Wesentlichen aus vier großen Inseln sowie zahlreichen kleineren Inseln und Eilanden. Von Norden nach Süden gesehen sind dies die drei größten Inseln Komsomolez, die Oktoberrevolution und die Bolschewik.

Der 965 m hohe Berg Karpinsky auf der Insel Oktoberrevolution ist der höchste Gipfel des Archipels.

Zusammen mit der rund 1.000 km weiter südwestlich liegenden Doppelinsel Nowaja Semlja schließt die Inselgruppe die Karasee ein – jenen Teil des Nordpolarmeers, in das sich neben einigen anderen Fließgewässern die großen Ströme Ob und Jenissei ergießen. Daraus erklärt sich das trotz der meist großen Kälte relativ niederschlagsreiche Klima. Im Osten der Inselgruppe liegt die Laptewsee, in die der große ostsibirische Strom der Lena die Landmasse seines großen Deltas immer weiter vorschiebt.

Inselwelt

Die Inseln von Sewernaja Semlja nach der Größe sortiert:

  • Hinzu kommen weit über 25 kleinere Inseln.

Geschichte

Entdeckung und Erforschung

Einige der Inseln von Sewernaja Semlja wurden im September 1913 auf einer privat finanzierten Schiffsexpedition mit dem Eisbrecher Taimyr von Boris Andrejewitsch Wilkizki im Eis des Arktischen Ozeans entdeckt, als er beim Versuch, die Nordostpassage von Osten nach Westen zu durchfahren, am Kap Tscheljuskin wegen einer Eisbarriere nach Norden ausweichen musste.[1] Vom 15. bis 18. Mai 1928 besuchte Umberto Nobile mit dem Luftschiff Italia von Spitzbergen kommend den Archipel. Von 1930 bis 1932 wurden die Inseln von Georgi Alexejewitsch Uschakow und Nikolai Nikolajewitsch Urwanzew vermessen und erforscht.

Im Juli 1931 startete das Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin zu einer Forschungsfahrt in die Arktis. In wenigen Tagen bewerkstelligte die Expedition eine nahezu vollständige Vermessung der Landmasse zwischen dem 40. und 110. Längengrad Ost, von Franz-Joseph-Land bis nach Sewernaja Semlja. Dabei wurde ein halbes Dutzend Inseln entdeckt, andere von der Karte gestrichen und einer der letzten weißen Flecken der Weltkarte ausgefüllt. Der Zeppelin benötigte dafür nur wenige Tage. Eine See- und Landexpedition hätte für ein vergleichbares Arbeitspensum mehrere Jahre gebraucht.

1947 wurden auf der zu den Mohn-Inseln gehörigen Hercules-Insel Gegenstände gefunden, die der 1913 verschollenen Expedition des russischen Geologen Wladimir Alexandrowitsch Russanow zugeordnet werden konnten. Somit ist wahrscheinlich, dass bereits diese Gruppe die Inseln erreichte.

Heute befindet sich lediglich eine kleine meteorologische Station auf der Golomjanny-Insel, welche im Westen des Archipels (in der Gruppe der Sedow-Inseln) liegt.[2]

Namen

Der Archipel als Ganzes wurde zunächst Nikolaus-II-Land (russisch Земля Николая II) genannt, die einzelnen Inseln (soweit damals überhaupt identifiziert) nach weiblichen Heiligen der Orthodoxen Kirche bezeichnet. Die Inselgruppe und die Einzelinseln erhielten 1926 vom Exekutivkomitee der KPdSU ihre heutigen Namen.

Eine Initiative zur offiziellen Wiedereinführung der alten Namen für den Archipel und die einzelnen Inseln scheiterte 2007 an der Ablehnung durch das Regionalparlament der Region Krasnojarsk.[3][4]

Trivia

Musical

Im Herbst 2002 fand in Moskau die Premiere des Musicals Nord-Ost statt, das auf einem Abenteuerroman Weniamin Alexandrowitsch Kawerins († 1989) beruht. Ein Liebespaar forscht den alten Briefen der „zwei Kapitäne“ nach, die aus der Zeit von 1912 bis 1944 stammen und auch von der Entdeckung berichten.

Filmwelt

„Sewernaja Semlja“ war zudem der Name der fiktionalen russischen Satellitenüberwachungsstation in dem James-Bond-Film GoldenEye. Diese befand sich allerdings – wie aus den gegen Ende gezeigten Karten ersichtlich – irgendwo in Mittelsibirien.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. W. Behrmann: Neues Land im Nordpolbecken . In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 1914, S. 157f.
  2. on-line Wetter von Sewernaja Semlja
  3. Депутаты ЗС Красноярского края против переименования островов архипелага Северная Земля , Nachrichtenagentur Regnum, 24. Mai 2007. (russisch)
  4. Депутаты ЗС Красноярского края против переименования островов архипелага Северная Земля , Nachrichtenagentur Regnum, 24. Mai 2007. (russisch)

Kategorien: Inselgruppe (Asien) | Inselgruppe (Russland) | Inselgruppe (Arktischer Ozean) | Sewernaja Semlja | Unbewohnte Inselgruppe

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sewernaja Semlja (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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