Sengsengebirge - LinkFang.de





Sengsengebirge


Sengsengebirge

Südwestseite des Sengsengebirges vom Skigebiet Hinterstoder

Höchster Gipfel Hoher Nock (1963 m ü. A. )
Lage Oberösterreich
Teil der Windischgarstener und Reichraminger Alpen (Trimmel); Oberösterreichische Voralpen (AVE)
Einteilung nach Trimmel 1651; OÖ Raumordnung
}
Typ Kalkkarststock
Gestein Wettersteinkalk, Hauptdolomit
Fläche 90 km²
Besonderheiten Nationalpark Kalkalpen

Das Sengsengebirge befindet sich im Süden Oberösterreichs bei Windischgarsten zwischen Teichlbach, dem Oberlauf der Steyr und der Krummen Steyrling. Geographisch ist es Teil der Oberösterreichischen Voralpen.

Lage und Landschaft

Der Gebirgsstock setzt sich hauptsächlich aus Wettersteinkalk und Hauptdolomit zusammen und ist durch die starke Verkarstung, das geringe Auftreten von Wasser (Feichtauer Seen und Merksteinbründl) und die fehlende Bewaldung am Bergrücken sehr unwirtlich. Im Südosten ist das Sengsengebirge stark bewaldet und wird hier vom Reichraminger Hintergebirge fortgesetzt. Seit 1976 ist es Naturschutzgebiet und seit 1997 Teil des Nationalparks Kalkalpen.

Die höchste Erhebung ist der Hohe Nock mit 1963 m ü. A.

Oberösterreichische Raumeinheit

Das Sengsengebirge entspricht auch einer von 41 oberösterreichischen Raumeinheiten und liegt zur Gänze im Süden des Bezirks Kirchdorf.

Die Fläche der Raumeinheit beträgt rund 89 km² und erstreckt sich über eine Länge von rund 24 km mit einer maximalen Breite von rund 6 km. Der tiefste Bereich liegt bei rund 1000 m im Grenzbereich mit den umgebenden Raumeinheiten.

Folgende Gemeindegebiete haben Anteil am Sengsengebirge (alphabetisch geordnet): Molln, Rosenau am Hengstpaß, Roßleithen und St. Pankraz.

Die Raumeinheit ist von folgenden OÖ Raumeinheiten umgeben (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Enns- und Steyrtaler Voralpen, Windischgarstner Becken, Salzkammergut-Voralpen und Steyr- und Teichltal.

Charakteristik

  • Ein von Ost nach West verlaufendes Kettengebirge bis zu 2000 Metern Seehöhe. Alpiner Charakter des Wettersteinkalk-Massivs auf einem Dolomitsockel. Im Norden zum Teil Steilabstürze mit Felswänden; die Südseite ist vergleichsweise sanfter.
  • Das Gebiet ist stark verkarstet mit großen Dolinen am schwach ausgeprägten Gipfelplateau.
  • Der Waldanteil ist mit über 90 % sehr hoch. Fichten-Buchen-Tannen-Wälder sind überwiegend, auch Urwaldreste gibt es noch. Seltener sind Föhren, Grauerle und Latschen.
  • Die landwirtschaftliche Nutzung erfolgt nur im Bereich von Almen.
  • Viele wildlebende Tiere wie Reh, Gams, Steinadler, Luchs und Braunbär.
  • Die Entwässerung des Gebiets erfolgt am Gebirgsfuß unterhalb von 1000 Metern Seehöhe durch Karstquellen (z.B. Teufelskirche, Rettenbachquelle). Die Bäche sind naturnah.
  • Der Westteil ist durch Forststraße und Wanderwege erschlossen, der Ostteil ab dem Hohen Nock fast unerschlossen.
  • Der Tourismus besteht auf Grund des Nationalparks Kalkalpen und ist auf die Feichtau-Alm und den Hohen Nock konzentriert.
  • Mit Niederschlagsmengen um 2000 mm/Jahr ist das Gebiet niederschlagsreich, Nordstaulage.

Geschichte

Im Umkreis entstanden früher tatsächlich eine Reihe von Sensenbetrieben (Innung in Kirchdorf an der Krems, Sensenwerk in Roßleithen - Franz de Paul Schröckenfux AG), von denen heute nur sehr wenige erhalten sind. In diesem Zusammenhang ist die Eisenwurzen zu erwähnen, wo seit 2500 Jahren Eisen verhüttet und verarbeitet wird. Die Sensenwerke bezogen die zur Eisenverarbeitung notwendige Holzkohle aus den herrschaftlichen Wäldern und das Kohlebrennen war ein wichtiger Erwerbszweig der Bauern.[1]

1666 erwarb Reichsgraf Johann Maximilian von Lamberg das Gebiet zusammen mit der Herrschaft Steyr von Kaiser Leopold I. [2] In der Folge wurden große Teile des Gebietes ausschließlich als Jagdrevier und gräfliches Leibgehege der Familie Lamberg genutzt. Außer der Bewirtschaftung der Almen und der gräflichen Jagd war jede Nutzung und Veränderung verboten. Erst nach dem Tod von Franz Emerich von Lamberg wurde das Jagdrevier mehrmals verpachtet.[3]

Der bekannteste Pächter war Franz Ferdinand von Österreich-Este. Er veranlasste die Renovierung der damals schon über 200 Jahre alten Jagdhütte in der Bärnriedlau und ließ ein Netz von Reitwegen anlegen.[4]

1938 verkaufte Vollrath Raimund von Lamberg die gesamten Liegenschaften der Herrschaft Lamberg um 3,1 Millionen Reichsmark an das Deutsche Reich. Mit dem Österreichischen Staatsvertrag von 1955 ging ehemaliges Deutsches Eigentum und somit auch die Herrschaft Lamberg und der überwiegende Teil des Sengsengebirges in das Eigentum der Republik Österreich über. Der Rechtsstreit über den Rückstellungsantrag des Grafen Lamberg wurde 1961 mit einem Vergleich und der Zahlung von 800.000 Österreichischen Schilling an dessen Erbin beendet. Seither wird der größte Teil des Sengsengebirges von den Österreichischen Bundesforsten bewirtschaftet.[5]

Wandergebiet

Eine Überquerung zu Fuß beginnend bei Klaus nach Windischgarsten dauert etwa 16 Stunden und führt über die Gipfel Schillereck, Hochsengs, Gamskogel, Rohrauer Größtenberg und Hoher Nock. Durch das Fehlen von bewirtschafteten Stützpunkten ist dieses Gebiet (mit Ausnahme des Hohen Nock) von Wanderern gering frequentiert. Im Sattel zwischen Hochsengs und Gamskogel steht eine Biwakschachtel, das Uwe-Anderle-Biwak, auch Hochsengs-Biwak genannt ().[6]

Literatur

  • Amt der oö Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Natur und Landschaft / Leitbilder für Oberösterreich. Band 15: Raumeinheit Sengsengebirge. Linz 2007 (pdf [abgerufen am 1. Dezember 2014]).
  • Gerald Radinger: Wandererlebnis Nationalpark Kalkalpen. Die schönsten Touren zwischen Enns und Steyr. Kral Verlag, 2012, ISBN 978-3-99024-066-3

Weblinks

 Commons: Sengsengebirge  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Österreichische Bundesforste AG: Der Bodinggraben, Fürsten der Wildnis, Seite 6. Abgerufen am 27. Februar 2013 (PDF; 1,9 MB).
  2. Österreichische Bundesforste AG: Von der Styrapurch zu Schloss Lamberg; Seite 11. Abgerufen am 11. November 2012 (PDF; 2,5 MB).
  3. Österreichische Bundesforste AG: Der Bodinggraben, Fürsten der Wildnis, Seite 14. Abgerufen am 27. Februar 2013 (PDF; 1,9 MB).
  4. Österreichische Bundesforste AG: Auf den Spuren von Erzherzog Franz Ferdinand im Nationalpark Kalkalpen, Seite 145f. Abgerufen am 27. Februar 2013 (PDF; 859 kB).
  5. Österreichische Bundesforste AG: Von der Styrapurch zu Schloss Lamberg, Seite 17f. Abgerufen am 11. November 2012 (PDF; 2,5 MB).
  6. Gerald Radinger: Uwe-Anderle-Biwak. In: Der Hochtourist - Blog für alpine Betätigungsfelder. 10. März 2009, abgerufen am 21. Februar 2010.

Kategorien: Gebirge in Oberösterreich | Oberösterreichische Voralpen | Raumeinheit in Oberösterreich | Bezirk Kirchdorf an der Krems | Gebirgsgruppe (Alpen) | Gebirge in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sengsengebirge (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.