Selters (Westerwald) - LinkFang.de





Selters (Westerwald)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: WesterwaldkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Selters (Westerwald)
Höhe: 244 m ü. NHN
Fläche: 8,72 km²
Einwohner: 2745 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 315 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56242
Vorwahl: 02626
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 067
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Saynbach 5–7
56242 Selters (Westerwald)
Webpräsenz: www.stadt-selters.de
Stadtbürgermeister: Rolf Jung
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Selters (Westerwald) (mundartlich: Seldersch[2]) ist eine Stadt im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Selters ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie angehört. Gemäß Landesplanung ist die Stadt als Grundzentrum ausgewiesen.[3]

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im Westerwald zwischen Koblenz und Siegen.

Zu Selters gehören auch die Wohnplätze Farbmühle, Haus Geilen, Hof Hasselberg, Kohlenmühle, Landsberger Hof und Wendelinushof.[4]

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 900 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 77 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 24 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Der Ort wurde erstmals 1194/1198 als Saltres urkundlich erwähnt. 1888 wurde hier der Westerwald-Verein gegründet.

Während der Novemberpogrome 1938 wurde am 9. November 1938 die Synagoge von Selters niedergebrannt. Im Oktober 1939 wurde Selters für „judenfrei“ erklärt. Neben dem jüdischen Friedhof auf der Wacht erinnern noch mehrere Gedenktafeln, so an der ehemaligen Synagoge, an die Geschichte der Juden in Selters.

Stadtrechte

Am 15. Oktober 2000 wurden der damaligen Gemeinde Selters vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern und für Sport die Stadtrechte verliehen.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Selters, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 614
1835 847
1871 972
1905 1.193
1939 1.598
Jahr Einwohner
1950 1.738
1961 1.881
1970 2.016
1987 2.079
2005 2.757

Religionen

Katholische Kirche

Die römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius existierte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis zum 31. Dezember 2011. Seither gehört Selters zur Pfarrei St. Anna, Herschbach. 1892 weihte man erstmals eine eigene Kirche, die im neogotischen Stil errichtet wurde. Im November 1965 wurde diese Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen und auf dem Gelände wurde eine neue, moderne Kirche errichtet. Unterhalb dieser Kirche befindet sich das Gemeindezentrum mit Tagungs- und Veranstaltungsräumen. In der Kirche wird eine Reliquie des Heiligen Gabriel von der Schmerzhaften Jungfrau aufbewahrt und verehrt. Seit August 2009 waren die Priester Michael Pauly und Marcus Fischer Pfarrer der Pfarrei St. Bonifatius, Selters und sind auch nach dem 1. Januar 2012 als Pfarrer der neuen Pfarrei St. Anna zuständig für die katholische Seelsorge in Selters. Die Gemeinde war von 2003 bis 2011 Teil des Pastoralen Raums Herschbach-Selters im Bistum Limburg, der mit der Gründung der neuen Pfarrei St. Anna aufgelöst wurde.

Evangelische Kirche

Die Evangelische Gemeinde in Selters besitzt schon seit 1842 eine eigene Kirche. In den Seitenflügeln dieses Gebäudes war bis 1958 auch die Selterser Volksschule untergebracht; die Räume werden heute durch die Stadt Selters genutzt. Bis 2010 war hier die Stadtverwaltung untergebracht, die ihren Sitz seither in einem neuen Gebäude in der Rheinstraße hat. 1850 erhielt die evangelische Gemeinde ihren ersten eigenen Seelsorger. 1963 weihte man einen Kindergarten und ein Gemeindezentrum ein. Vorsitzende des Kirchenvorstandes ist Elke Pollatz. Die Evangelische Gemeinde in Selters gehört der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an.

Türkisch-Islamische Gemeinde

In den Jahren 1988 bis 1990 entstand im Hammermühler Weg in Selters die Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Selters. Das Gebäude konnte von 2004 bis 2006 erweitert werden. Es verfügt über einen Gebetsraum für die Männer sowie einen eigenen Bereich für die Frauen. Im Gebäude sind darüber hinaus eine große Küche für Festlichkeiten, ein Gemeinschaftsraum, zwei Unterrichtsräume, ein Büro und die Wohnung des Imams untergebracht. Die Moschee ist dem bundesweiten Dachverband DITIB angeschlossen, welcher auch die Imame nach Selters entsendet. Seit 2013 ist Hüseyin Oğlakçı der Imam der Selterser Gemeinde. Schwerpunkte der Arbeit der Selterser Gemeinde liegen insbesondere im Bereich des Dialogs mit Kirchen, Schulen und Kindergärten in der Region.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Selters (Westerwald) besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU BLS Gesamt
2014 4 7 9 20 Sitze
2009 5 6 9 20 Sitze
2004 4 9 7 20 Sitze

Wappen

Blasonierung: „Durch eine eingebogene goldene Spitze, darin drei grüne Eichenblätter am Zweig, gespalten von Gold und Blau, vorne fünf rote Schrägbalken, hinten ein rotbezungter goldener abgerissener Löwenkopf.“

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ansässige Unternehmen

Seit dem 18. Jahrhundert werden in der Gegend um Selters Naturwerksteine, so genannte Selters-Trachyte, in mehreren Steinbrüchen abgebaut.

Bildung

Die Oberwaldschule ist eine Realschule plus, welche Haupt- und Realschule integriert. Sie wird zurzeit von rund 450 Schülerinnen und Schülern besucht. Im Schuljahr 2008/2009 wurde die Oberwaldschule zu einer Ganztagsschule umfunktioniert.

Sport und Kultur

Im Jahre 2002 wurde das Oberwaldstadion am Oberwald errichtet, welcher über einen Rasenplatz verfügt. Es handelt sich dabei um ein Stadion von Typ C und eine der modernsten Sportstätten des Westerwaldes. Die von der SG Selters (einer Spielgemeinschaft der SpVgg Saynbachtal Selters und TuS Maxsain) ausgerichteten Heimspiele finden dort statt. In den Wintermonaten finden die Spiele auf dem nahegelegenen Hartplatz statt.

Das Metal-Label Bastardized Records wurde in Selters gegründet und hat seinen Hauptsitz noch immer dort.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Quellen

  • Landjuden in Selters/Westerwald. In: Nassauische Annalen, Bd. 108, Wiesbaden 1997, S. 169–183.
  • Erinnern für die Zukunft. 60 Jahre nach der Befreiung von der Nazi-Herrschaft im Westerwald.
  • Gerhard Schiller: Der Bann Maxsain im 16. Jahrhundert. Die Wirkung herrschaftlicher Konkurrenz auf das bäuerliche Alltagsleben im Westerwald der Frühen Neuzeit. Münster/Westfalen 2004, ISBN 3-00-013247-3, 519 S. [Zugl.: Göttingen, Univ., Diss., 2003]

Weblinks

 Commons: Selters (Westerwald)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Hermann-Josef Hucke: Ortsnamen im Westerwaldkreis in ihrer mundartlichen Aussprache sowie Ortsneckereien , 2010, Seite 18 (PDF; 129 kB)
  3. 3,0 3,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010 , Seite 51 (PDF; 2,3 MB)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis Rheinland-Pfalz 2006 , Seite 205 (PDF; 2,03 MB)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen

Kategorien: Selters (Westerwald) | Ort im Westerwaldkreis | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Selters (Westerwald) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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