Seljony Bor (Kaliningrad) - LinkFang.de





Seljony Bor (Kaliningrad)


Siedlung
Seljony Bor/Karalene (Luisenberg)
Зелёный Бор
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Gegründet {{#property:P571}}
Frühere Namen Wolfshagen (bis 1811),
Karalene (1811–1938),
Luisenberg (1938–1946)
Bevölkerung 87 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238161
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 816 009
Geographische Lage
Koordinaten }

Seljony Bor (russisch Зелёный Бор, deutsch Karalene, 1938–1946 Luisenberg, litauisch Karalienė ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Swobodnenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Swoboda (Jänischken, 1938–1946 Jänichen)) im Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg).

Geographische Lage

Seljony Bor liegt elf Kilometer östlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg) und ist von dort in einem Abzweig von der Nebenstraße über Lesnoje (Dwarischken, 1938–1946 Eichenberg) nach Gussew (Gumbinnen) zu erreichen. Die nächste Bahnstation ist Tschernjachowsk.

Geschichte

In dem bis 1811 Wolfshagen[2] genannten kleinen Dorf wurde im Jahre 1811 auf Initiative der Königin Luise eine Erziehungsanstalt errichtet, aus der später ein Lehrerseminar erwuchs[3]. In Erinnerung an die Königin nannte man den Ort ab 30. November 1811 „Karalene“ (litauisch Karalienė = „Königin“). Im Jahre 1815 zählte der Ort 60 Einwohner und wurde 1874 in den Amtsbezirk Kummetschen[4] (heute nicht mehr existent) im Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen in der preußischen Provinz Ostpreußen eingegliedert.

Im Jahre 1895 lebten in Karalene bereits 128 Menschen. In den Jahren 1903/07 wurde der Gutsbezirk Karalene in den Gutsbezirk Kummetschen eingemeindet, und nur wenige Jahre später – am 1. April 1918 – wurde der Gutsbezirk Kummetschen in die neue Landgemeinde Karalene umgewandelt. Die Umbenennung des Amtsbezirks Kummetschen in „Amtsbezirk Karalene“ allerdings erfolgte erst am 26. August 1931. Das Dorf zählte 1933 insgesamt 406 Einwohner und – nach Eingemeindung der Gemeinde Nausseden (heute nicht mehr existent) zum 1. April 1939 – bereits 520[5]. Kurz zuvor – am 3. Juni 1938 mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 – war Karalene aus politisch-ideologischen Gründen (in Abwehr litauischer Sprachanklänge) in „Luisenberg“ umbenannt worden, am 13. September 1938 ebenso der Amtsbezirk.

In Kriegsfolge kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Seljony Bor“. Ein Jahr später wurde das Dorf dem neu gebildeten Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg) zugeordnet und gleichzeitig in den Krasnopoljanski selski sowjet (Dorfsowjet Krasnopoljanskoje (Groß Gaudischkehmen, 1938–1946 Großgauden)) eingegliedert. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] ist Seljony Bor heute mit seinen derzeit 87 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010 [1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) beschriebene Ortschaft im Verbund der Swobodnenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Swoboda (Jänischken, 1938–1946 Jänichen)).

Amtsbezirk Karalene/Luisenberg (1931–1945)

Als der Amtsbezirk Kummetschen am 26. August 1931 in „Amtsbezirk Karalene“ umbenannt wurde, waren acht Landgemeinden eingegliedert[7]:

Name Namensänderung
1938–1946
Russischer Name Bemerkungen
Bergfriede,
bis 1928: Tarpupönen
Eichenberg,
bis 1928: Dwarischken
Lesnoje
Jessen Solowjowo
Karalene Luisenberg Seljony Bor
Lenkeitschen Angerbrück Aistowo
Nausseden 1939 nach Luisenberg eingemeindet
Powehlischken Hoffnungsglück 1939 nach Eichenberg eingemeindet
Tarpupp Angermoor

Am 1. Januar 1945 gehörten zum nunmehr in „Luisenberg“ umbenannten Amtsbezirk nur noch die sechs Gemeinden Angerbrück, Angermoor, Bergfriede, Eichenberg, Jessen und Luisenberg.

Lehrerseminar Karalene (1811–1924)

Siehe den Abschnitt Lehrerseminar Insterburg

BIs 1924 bestand in Karalene ein Lehrerseminar[8], das aus einer Erziehungsanstalt besonders für die preußisch-litauische Bevölkerung erwuchs. In der Zeit des Bestehens wurden 2.365 Pädagogen von 86 Direktoren und Lehrern ausgebildet, unter ihnen Ewald Rudolf Stier.

Kirche

Karalene resp. Luisenberg gehörte mit seiner fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung zum Kirchspiel der Lutherkirche in Insterburg[9] (heute russisch: Tschernjachowsk) und somit auch zum Kirchenkreis Insterburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Diese Zugehörigkeit blieb auch, als im Gebäudekomplex des Lehrerseminars eine freistehende Kirche errichtet und am 17. November 1859 eine eigene Pfarrstelle dort eingerichtet wurde. Die Pfarrer waren zugleich Leiter des Seminars. Die Lehrerbildungsanstalt wurde 1924 geschlossen, und damit erlosch auch die Kirche vor Ort, und die Mutterkirche in Insterburg war wieder zentrales Gotteshaus.

Heute liegt Seljony Bor im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirche in Tschernjachowsk (Insterburg) mit Pfarrsitz für die Kirchenregion Tschernjachowsk in der Propstei Kaliningrad[10] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Pfarrer

Zwischen 1859 und 1924 amtierten an der Seminarkapelle in Karalene als leitende Geistliche die Pfarrer[11]:

  • Friedrich Gustav Adolf Rudat, 1860–1868
  • Heinrich Gustav Julius Risch, ab 1868
  • R.E. Triebel, ab 1872
  • Wilhelm August Rohde, 1882–1886
  • Gottlieb Julius Romeiks, ab 1886
  • Walther Tomuschat, ab 1901
  • G.E. Wilhelm E. Ewerding, ab 1904
  • Hermann Frohneberg, ab 1910

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Luisenberg
  3. Das Lehrerseminar in Selony Bor - Karalene/Luisenberg bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Kummetschen/Karalene/Luisenberg
  5. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Insterburg
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 262 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Rolf Jehke, Amtsbezirk Kummetschen/Karalene/Luisenberg (wie oben)
  8. Das Lehrerseminar in Selony Bor - Karalene/Luisenberg bei ostpreussen.net (wie oben)
  9. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 481
  10. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad
  11. Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, Seite 62

Kategorien: Ort im Rajon Tschernjachowsk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Seljony Bor (Kaliningrad) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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