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Schwestern vom hl. Felix von Cantalice


Die Schwestern vom hl. Felix von Cantalice (lat.: Congregatio Sororum Sancti Felicis, eng.: Filician Franciscan Sisters, Ordenskürzel: CSSF), auch als Felizianerinnen oder Kapuzinerinnen bekannt, gehören zum Dritten Orden der Franziskaner. Sie wurden 1855 von der Seligen Maria Angela Truszkowska gegründet. Ihr Aufgabenbereich liegt in der sozialen und karitativen Arbeit, ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Betreuung von Waisen. Sie sind nach dem Kirchenrecht ein Institut des geweihten Lebens.

Geschichte

Sophie Truszkowska trat 1855 in den Dritten Orden der Franziskanerinnen ein und zog mit ihrer Cousine in ein von ihr errichtetes Haus ein. Am 21. November 1855 weihten die zwei Frauen ihr Leben dem „Leben Gottes“. Dieses Datum wird von der Kongregation als Gründungsdatum betrachtet. Mit Unterstützung des Kapuzinerprovinzials Benjamin Szymanski OFMCap erhielt die kleine Gemeinschaft die kirchliche Genehmigung; geistlicher Begleiter wurde Pater Honorat Koźmiński OFMCap. Am 10. April 1857 legten die Gründerin und acht weitere Schwestern ihr neues Habit an und führten ihre konstituierende Versammlung durch. Die Selige Maria Angela Truszkowska übernahm vom hl. Felix die Prämisse, „dass nicht Gewalt, sondern freudige Selbsthingabe der Weg zu wahrer Freiheit ist“.[1] Ihr Motto lautete: „Alles durch das Herz Mariens zu Ehren des heiligsten Sakraments“.[2]

Namensgebung

Es war ursprünglich nicht vorgesehen, einen eigenen Namen anzunehmen, da aber der hl. Felix von Cantalice in Warschau sehr verehrt wurde und viele Gläubige die Arbeit der Schwestern mit den geistlichen Grundsätzen des hl. Felix verglichen, verbreitete sich für die Schwestern bald der Name „die Felizianerinnen“. Die Ordensgemeinschaft stellte ihr Wirken deshalb unter das Patronat des hl. Felix von Cantalice und nannte sich nun auch offiziell die „Schwestern vom hl. Felix von Cantalice“.

Verbreitung, Vertreibung und Wiedervereinigung

In nur wenigen Jahren wuchs die junge Gemeinschaft auf 34 Häuser an. Sie wurden aber von der russischen Regierung, die über Polen herrschte, nur als ein karitatives Institut anerkannt. 1860 teilte sich der Frauenorden in einen aktiven und einen kontemplativen Teil, Mutter Angela wurde zur ersten Generaloberin gewählt und 1864 und 1868 in ihrem Amt bestätigt. Der kontemplative Ordensteil wurde 1871 ausgegliedert und 1924 zu einem eigenständigen Orden der Kapuzinerinnen erklärt.

Während der Revolutionsjahre in Polen nahmen die Ordensschwestern sowohl polnische als auch russische Verwundete auf. Sie wurden von den russischen Machthabern als Aufständische und Widerständler verurteilt und schließlich wurde am 16. Dezember 1864 die Ordensgemeinschaft verboten und aufgehoben. Viele Ordensschwestern flüchteten in den zu Österreich gehörenden Teil Polens.

Kaiser Franz Joseph I. erlaubte für den österreichischen Teil Polens die Reorganisation der Gemeinschaft. Er machte aber zur Bedingung, dass alle Kongregationsmitglieder die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen müssen. So kam es 1865 in Krakau zur Neugründung und zum Zusammenschluss der Schwestergemeinschaft.

Päpstliche Approbation

Im Jahr 1874 wurde der Kongregation von Papst Pius IX. das „Decretum laudis“ erteilt. 1882 wurde ihr das Privileg zur täglichen Aussetzung des Allerheiligsten Altarsakraments zuteil. Kurz vor dem Tod der Ordensgründerin (sie starb am 10. Oktober 1899) erhielt die Ordensgemeinschaft im Juli 1899 die päpstliche Approbation der Satzung und der Kongregation. 1920 erfolgte eine Überarbeitung der Ordensregeln, die dem Kanonischem Recht angeglichen werden mussten. Diese Regeln wurden 1952 erneut überarbeitet und verabschiedet. 1932 wählte das Generalkapitel mit Mutter Maria Pia Schweda aus Chicago die erste Amerikanerin zur fünften Generalsuperiorin. 1950 wurde das Generalat von Krakau nach Ponca City, Oklahoma verlegt, 1953 beschloss man, das Generalat nach Rom[3] zu verlegen.

Ausweitung

1847 gründeten fünf Ordensschwestern in den Vereinigten Staaten ihre erste Ordensmission. Zum Ende des 20. Jahrhunderts zählten die Schwestern vom hl. Felix von Cantalice ca. 2300 Mitglieder. Sie haben heute Niederlassungen in den Ordensprovinzen Brasilien (1950), Estland (1995), Kanada (1937) Kenia (1983), Mexiko (1992), Russland (2009) und der Ukraine (1996). Das Mutterhaus ist in Krakau, während das Generalat seit 1953 in Rom beheimatet ist.

Generaloberinnen der Felizianerinnen

  • 1856–1860 Kunigunde Michelina Rehbinder (Ordensobere)
  • 1860–1869 Maria Angela Truszkowska (1. Generaloberin)
  • 1869–1871 Maria Anna Bielska
  • 1871–1907 Magdalena Borowska
  • 1915–1920 Maria Honorata Kummer (kommissarische Leitung als Generalvikarin)
  • 1920–1932 Maria Bonaventura Stawska
  • 1932–1958 Maria Simplicita Nehring
  • 1958–1970 Maria Alexandra Kucherska
  • 1970–1976 Maria Virginette Chlebowska
  • 1976–1988 Maria Amadeus Lewicka
  • 1988–2000 Maria Cynthia Strzalkowski
  • 2000–2006 Maria Raymond Kasprzak
  • seit 2006 Maria Barbara Ann Bosch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Aus der Ansprache von Johannes Paul II. an die Kongregation der Schwestern vom hl. Felix von Cantalice (Felizianerinnen) anlässlich ihres Generalkapital (16. Juni 2000) online
  2. Aus der gleichen Ansprache des Papstes.
  3. Bistum Rom: Suore di San Felice da Cantalice online

Kategorien: Frauenorden | Gegründet 1855

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schwestern vom hl. Felix von Cantalice (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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