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Schweizerzeit


Schweizerzeit
Beschreibung Schweizer Zeitung
Verlag Schweizerzeit Verlags AG
Erstausgabe 1979
Erscheinungsweise vierzehntäglich
Verkaufte Auflage
(WEMF-Auflagebulletin 2015[1])
14'632 Exemplare
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagebulletin 2015) 14'632 Exemplare
Chefredaktor Olivier Kessler
Weblink www.schweizerzeit.ch

Die Schweizerzeit ist eine nationalkonservative Zeitung in der Schweiz. Sie erscheint vierzehntäglich.

Herausgeberin ist die vom SVP-Politiker Ulrich Schlüer 1979 gegründete Schweizerzeit Verlags AG mit Sitz in Flaach. Inhaltlich steht die Zeitschrift der SVP und insbesondere der AUNS nahe und vertritt stark konservative Positionen[2]. Die WEMF-beglaubigte Auflage beträgt 14'632 Exemplare (2015).[1]

Als Chefredaktor waltete bis 2015 Ulrich Schlüer, von 2015 bis Ende Juli 2016 Olivier Kessler. Mitarbeiter der Zeitung sind laut Impressum unter anderem der SVP-Nationalrat Luzi Stamm, der Berner SVP-Grossrat Thomas Fuchs sowie die Psychotherapeutin Christa Meves. Mitarbeiter war auch der am 8. Januar 2012 verstorbene Publizist Roland Baader.[3] Daneben bietet die Schweizerzeit vielen konservativen Schweizer Publizisten und Politikern eine Plattform, so auch Christoph Mörgeli, Natalie Rickli, Lukas Reimann und Gregor A. Rutz.[2] In der Schweizerzeit werden oft Reden des ehemaligen National- und Bundesrates Christoph Blocher veröffentlicht.[4] Das FDP-Mitglied Giatgen-Peder Fontana[5] ist Verwaltungsratspräsident.

In den frühen 1980er Jahren, als Schlüer Mitglied der Arbeitsgruppe südliches Afrika ASA war, erschienen in der Schweizerzeit Artikel über die Apartheidspolitik in Südafrika, die auch schon als «tendenziös zugunsten der weissen Regierung in Südafrika» bezeichnet wurden.[6]

Auch Publikationen des späteren Holocaustleugners Jürgen Graf wurden im Jahr 1990 bis 1992 oft zu Fragen der Asylpolitik herangezogen. Graf war zuvor sechs Monate als Befrager für Asylsuchende tätig gewesen und schilderte seine Eindrücke in einem Buch, das in der NZZ später stark kritisiert und in der Schweizerzeit damals gelobt wurde[7]. Noch bevor Graf sich als Holocaustleugner zu betätigen begann, war er kein Thema mehr für die Schweizerzeit.[8][9]

Im Zusammenhang mit der EWR-Abstimmung im Jahr 1992 brachte die Schweizerzeit eine Gratissondernummer von 360'000 Exemplaren heraus, die an Haushalte in der Deutschschweiz verteilt wurden.[2] Sie engagiert sich auch an Volksinitiativen, indem sie den Ausgaben Unterschriftenbogen beilegt.

Indirektes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte ein Artikel der Schweizerzeit vom 13. Januar 2006. Ulrich Schlüer berichtete darin, dass zwei abgewiesenen Asylsuchenden, die wegen des Verdachts, Überfälle, Morde, Entführungen und Sprengstoffanschläge begangen zu haben, von Albanien per Interpol gesucht wurden, von der Schweizer Asylrekurskommission der Flüchtlingsstatus gewährt wurde. Schlüer sprach in diesem Zusammenhang von einem Rechtsstaat, der zum «Abschaum-Schützer-Gebilde» degeneriere.[10] Als der damalige Bundesrat Christoph Blocher diesen Fall in einer Rede aufgriff,[11] bezeichnete er die beiden Asylsuchenden als «Kriminelle» anstatt als «mutmassliche Kriminelle». Verschiedene Medien und Politiker warfen Blocher daraufhin vor, er habe die Unschuldsvermutung ausser acht gelassen und nicht darauf hingewiesen, dass die Asylrekurskommission die Vorwürfe der albanischen Justiz als wenig glaubhaft erachte.[12]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 WEMF-Auflagebulletin 2015 , S. 44 (PDF; 624 kB)
  2. 2,0 2,1 2,2 Leonhard Neidhart: Aus für die AUNS: Und die alten zornigen Herren? (Memento vom 15. Mai 2006 im Internet Archive). Artikel im Politblog von Politikwissenschafter Leonhard Neidhart über die AUNS, Schlüer und die Schweizerzeit
  3. Impressum & Kontaktadressen. In: Website der Schweizerzeit
  4. Leonhard Neidhart: Aus für die AUNS: Und die alten zornigen Herren? (Memento vom 15. Mai 2006 im Internet Archive). Artikel im Politblog von Politikwissenschafter Leonhard Neidhart über die AUNS, Schlüer und die Schweizerzeit: «Besonders zugetan ist Ulrich Schlüer Christoph Blocher, dessen Reden in der ‹Schweizerzeit› abgedruckt und mit Sonderbroschüren vertrieben werden.»
  5. Giatgen-Peder Fontana, Handelsregister- und Firmendaten
  6. Jürgen Pfister: Die Schweiz und Südafrika während der Apartheid: Kontroverse und «Agenda-Setting» nach 1998. In: ETHZ.
  7. Vom «Asylexperten» zum «Auschwitz-Leugner». In: Neue Zürcher Zeitung. 30. Dezember 1999
  8. Vom «Asylexperten» zum «Auschwitz-Leugner». In: Neue Zürcher Zeitung. 30. Dezember 1999: «In der ‹Schweizerzeit› und den Auns-Briefen war die Asylpolitik ab 1992 nicht mehr derart präsent. Auch Inserate für Grafs ‹Narrenschiff› finden sich keine mehr. (…) War der Name Jürgen Graf aus der ‹Schweizerzeit› verschwunden (…)»
  9. Ulrich Schlüer: Hetzkampagne der NZZ. Einst ein Weltblatt. In: Schweizerzeit. 7. Januar 2000
  10. Ulrich Schlüer: Neue Fehlleistung der Asylrekurskommission. Abschaum-Schutz. In: Schweizerzeit. 13. Januar 2006
  11. Blochers Probleme mit der Justiz. Politiker und Bundesgericht bezeichnen Aussagen des Justizministers zu Asylfall als inakzeptabel. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. Januar 2006: «‹Das geht halt auch nicht. Zwei Albaner, die da sind, Kriminelle. Einer hat zwei Morde auf dem Buckel und 15 Raubüberfälle.› Er stützte sich dabei auf einen Artikel, den sein Parteikollege Ulrich Schlüer unter dem Titel ‹Abschaum-Schutz› in der ‹Schweizerzeit› veröffentlicht hatte.»
  12. Harte Rüge für Bundesrat Blocher. Kritik der ständerätlichen GPK wegen Falschaussagen in Albisgüetli-Rede. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Juli 2006; Blocher hat gelogen! In: Blick. 11. Juli 2006; Fragestunde. Frage Vermot-Mangold Ruth-Gaby. Problematische Aussagen von Herrn Bundesrat Blocher. In: parlament.ch. 13. März 2006; Bundesrat Blocher wird gerügt. In: Schweizer Fernsehen 10vor10. 11. Juli 2006 (Video)

Kategorien: Zeitung (Schweiz) | Politische Zeitschrift (Schweiz) | Medien (Kanton Zürich) | Schweizerische Volkspartei | Ersterscheinung 1979

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerzeit (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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