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Schwarzhofen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: SchwandorfVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Neunburg vorm Wald
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 36,11 km²
Einwohner: 1428 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92447
Vorwahl: 09672
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 164
Marktgliederung: 24 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Kolpingstr. 3
92431 Neunburg v. Wald
Webpräsenz: www.schwarzhofen.de
Bürgermeister: Maximilian Beer (CSU / CWU)
}
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Schwarzhofen ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald.

Geografie

Geografische Lage

Der Markt Schwarzhofen befindet sich in der Region Oberpfalz-Mitte im Naturpark "Oberpfälzer Wald", etwa fünf Kilometer nordwestlich von Neunburg vorm Wald; der Ort selbst (370 m ü. NN) liegt am von Osten nach Westen fließenden Fluss Schwarzach und ist von bewaldeten Höhen umgeben. Der höchste Punkt ist 522 m ü. NN.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Niedermurach, Dieterskirchen, Neunburg vorm Wald und Altendorf.


Altendorf
6 km

Niedermurach
11 km

Dieterskirchen
8 km

Neunburg vorm Wald
5 km

Neunburg vorm Wald
5 km

Neunburg vorm Wald
5 km

Neunburg vorm Wald
5 km

Neunburg vorm Wald
5 km

Gemeindegliederung

Schwarzhofen hat 24 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Demeldorf, Haag b.Schwarzhofen, Schwarzeneck, Schwarzhofen, Uckersdorf, Zangenstein mit Burgruine Zangenstein.

Geschichte

Zahlreiche prähistorische Funde im Marktgebiet weisen auf früheste Besiedelung schon in der Steinzeit hin. So führte die Feuersteinroute vom Abbaugebiet der Feuersteine im Raum Kelheim entlang der Donau, Naab und Schwarzach nach Böhmen in die Siedlungsgebiete um Taus, Pilsen und Prag. Nachgewiesen wurde dies durch Fundstücke entlang der Route. Im Jahre 2009 wurde im Ortsteil Zangenstein ein 2800 Jahre altes Hügelgrab aus der Keltenzeit (Hallstattzeit) ausgegraben. Der Ort Schwarzhofen und mit ihm das Kloster Schwarzhofen (heute in Privatbesitz) wurde erstmals urkundlich im Jahre 1237 erwähnt. Bereits 1099 wurde der Ort Zangenstein und 1211 der nahe gelegene Ort Schwarzeneck mit der Burg des Zengers von Schwarzeneck schriftlich erwähnt. 1250–1254 suchte Elisabeth von Bayern (Gemahlin des Staufer-Königs Konrad IV.) das Kloster als Zuflucht auf, in Regensburg war auf ihren Mann ein Mordanschlag verübt worden. Konrad IV. überlebte diesen. In den Jahren 1427 und 1428 brannten die aus Böhmen kommenden Hussiten (Anhänger des Reformators Jan Hus) den Ort und das Kloster nieder; am 21. September 1433 wurden die Hussiten bei Hiltersried auf Befehl des Pfalzgrafen Johann von Neunburg durch eine Streitmacht der Oberpfälzer angegriffen und vernichtend geschlagen. Bei dieser Schlacht fielen 9 Einwohner von Schwarzhofen.[3] Die Hussiten sind danach - abgesehen von einem letzten, kleineren Vorstoß im Jahre 1434 - nicht mehr in die Oberpfalz eingefallen. Das wiederaufgebaute Klostergebäude wurde später vom Barock-Baumeister Dientzenhofer umgebaut/neu gebaut.

Schwarzhofen liegt an einer sicheren Furt über die Schwarzach und an der Kreuzung von wichtigen Straßen und Wegen:

  • Steinzeitliche Feuersteinroute nach Böhmen
  • Trasse der mittelalterlichen Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag (West-Ost)
  • Mittelalterlicher Ochsenweg von Ungarn
  • Mittelalterlicher Pilgerweg von der Ostsee nach Rom (Nord-Süd)
  • Trasse der mittelalterlichen Salzstraße nach Böhmen
  • Mittelalterliche Handelsstraße von Regensburg nach Magdeburg (Magdeburger Straße).

Lange gehörte der Ort zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Neunburg des Kurfürstentums Bayern (Kurfürstentum von 1623 bis zur Ausrufung des Königreichs Bayern 1805; 1628 gelangte die Oberpfalz zu Bayern). Schwarzhofen besaß in dieser Zeit das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. 1802 wurde das Kloster bei der Säkularisation aufgelöst, das Klostergut verkauft und die barocke Klosterkirche musste abgerissen werden. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde Schwarzhofen.

Am 18. August 1904 wurde der Bahnhof Schwarzhofen an der Bahnstrecke Nabburg – Oberviechtach eröffnet. Nach Einstellung des Zugverkehrs 1985 befindet sich auf der Bahntrasse der Fuß- und Radweg Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Schwarzhofen am 14. Februar 1945 bei einem Tages-Luftangriff von US-Bombenflugzeugen teilweise zerstört, es gab Verletzte und eine Tote.

Eingemeindungen

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwarzeneck eingegliedert. Am 1. Februar 1960 kam Demeldorf hinzu. Haag bei Schwarzhofen und Uckersdorf folgten am 1. Januar 1972.[4] Zangenstein folgte am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 1694
  • 1970: 1805
  • 1987: 1605
  • 2000: 1546
  • 2010: 1503
  • 2012: 1464

Politik

Am 1. Mai 1976 haben sich im Zuge der Gebietsreform die ehemals selbständigen Gemeinden Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Thanstein und Schwarzhofen zur Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald zusammengeschlossen. Erster Bürgermeister des Marktes Schwarzhofen ist Maximilian Beer.

Die Gemeindesteuereinnahmen des Marktes Schwarzhofen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 590 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 93 T€.

Wappen

Blasonierung: In Blau auf grünem Boden stehend ein golden bewehrter silberner Ochse in einer goldenen Umzäunung. Wappen seit dem 15. Jahrhundert.

Der Ochse ist ein Hinweis auf die Bedeutung als Viehumschlagplatz. Im Mittelalter führte der "Ochsenweg" aus Ungarn über Schwarzhofen nach Nürnberg und von dort weiter nach Frankfurt am Main.

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schwarzhofen

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 138 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 28 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 549. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 82 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1735 ha, davon waren 1177 ha Ackerfläche.

Weitere Arbeitsplätze gab es in der Holzwirtschaft und in Steinbrüchen mit dem seltenen blauen und braunen Granit.

Verkehr/Tourismus

Verkehrsanbindungen mit PKW über Autobahn A93 Anschlussstelle Nabburg sowie über Deutsche Bahn Bahnhof Schwandorf oder Bhf. Bodenwöhr und Nahverkehrsgemeinschaft Schwandorf-Neunburg vorm Wald. Der Bahnhof Schwarzhofen an der Bahnstrecke Nabburg–Schönsee ist stillgelegt.

Im Marktgemeindegebiet gibt es gut ausgebautes Straßen- und Wegenetz, einschließlich abwechslungsreicher und sehr gut ausgewiesener Wander- und Fahrradwege:ÜBERREGIONAL (Bayerisch-Böhmischer Freundschaftweg, Main-Donau-Weg, Schwarzachtal-Radweg) und REGIONAL mit eigener Karte (bei Tourist-Info Neunburg v.W. erhältlich).

Der naturbelassene Fluss Schwarzach ist für Boot- und Kanufahren geeignet, sowie ein hervorragendes Angelgebiet.

Pferdefreunde finden Reitställe.

Bewirtungs- und Beherbergungsbetriebe sind vorhanden.

Bildung/Weiterbildung

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: Schwarzachtal-Kindergarten
  • Grundschule: Dr.-von-Ringseis-Schule
  • Gemeinde- und Schulbücherei
  • Seniorenclub

Persönlichkeiten

Der berühmteste Sohn des Marktes ist Johann Nepomuk von Ringseis (* 16. Mai 1785 in Schwarzhofen; † 20. Mai 1880 in München). Er war Leibarzt des bayerischen Kronprinzen Ludwig und Gründungs-Rektor der Universität in München.

Weitere Personen:

Bildergalerie

Literatur

  • Wilhelm Nunzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111210/021505&attr=OBJ&val=1064
  3. Wilhelm Nunzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 123
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 535.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.

Weblinks

 Commons: Schwarzhofen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Schwarzhofen | Ort im Landkreis Schwandorf | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzhofen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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