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Schwarzenfels


Dieser Artikel erläutert den Ort Schwarzenfels; zu anderen Bedeutungen siehe Schwarzenfels (Begriffsklärung).
Schwarzenfels
Gemeinde Sinntal
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 12,02 km²[1]
Einwohner: 543 (30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 36391
Vorwahl: 06664

Schwarzenfels ist ein Ortsteil der Gemeinde Sinntal im hessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geographische Lage

Schwarzenfels liegt im Nordosten des Main-Kinzig-Kreises in der Brückenauer Kuppenrhön. Es breitet sich im Naturpark Hessischer Spessart auf der Süd- und Südwestflanke des Hopfenbergs (491,5 m ) und auf der Westflanke des Eschebergs (516,3 m ) auf Höhenlagen um 403 m ü. NHN aus. Etwa 11,5 km nordwestlich liegt Schlüchtern, 3,7 km nordwestlich Sterbfritz als Ort des Sinntaler Gemeindeverwaltung, und in Bayern befinden sich 8,5 km ostnordöstlich Bad Brückenau und 4 km (jeweils Luftlinie) südlich Zeitlofs. Schwarzenfels grenzt im Norden an Weichersbach und Oberzell, im Nordosten an Züntersbach, im Westen an Mottgers und im Süden an Güntershöfe (Güntershof), die alle Ortsteile von Sinntal sind.

Geschichte

Mittelalter

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1290. Der Ort gehörte zum Gericht Altengronau, das 1333 als Reichslehen aus einer Erbschaft vom Haus Rieneck an die Herrschaft Hanau kam. Aus dem Gericht entstand im 15. Jahrhundert das Amt Schwarzenfels der Grafschaft Hanau, ab 1459: Grafschaft Hanau-Münzenberg. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war die Burg Schwarzenfels Sitz des Amtmanns.
Hauptartikel: Burg Schwarzenfels

Name

Der Name leitet sich vermutlich von dem Doleritbasalt des Hopfenberges ab, an dessen Hang Schwarzenfels entstand. In erhaltenen Urkunden wurde Schwarzenfels unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[2]

  • Swarzenfels (1290)
  • Swarcefels (1305)
  • Zwarzenfils (1361)

Neuzeit

Die Grafschaft Hanau-Münzenberg schloss sich in der Reformation zunächst der lutherischen Konfession an, ab 1597 war sie reformiert. Die Kirchengemeinde von Schwarzenfels war nach Mottgers eingepfarrt.

1643 wurde das Amt Schwarzenfels – und damit auch der gleichnamige Ort – als Pfand zusammen mit anderen Sicherheiten der Landgrafschaft Hessen-Kassel übergeben. Es sollte für Hanauer Schulden bürgen, die im Zusammenhang mit der Befreiung der Stadt Hanau von der Belagerung durch kaiserliche Truppen 1636 gegenüber der Landgrafschaft Hessen-Kassel entstanden waren. Den Grafen von Hanau gelang es nicht mehr, dieses Pfand von Hessen-Kassel zu lösen. Das Amt wurde in der Folgezeit wie landgräfliches Eigentum verwaltet. Auch nachdem Hessen-Kassel 1736, nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., die Grafschaft Hanau-Münzenberg erbte, wurde es mit dieser nicht wieder vereinigt.

Aus der Landgrafschaft wurde 1803 das Kurfürstentum Hessen. Während der napoleonischen Zeit stand Schwarzenfels ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807 bis 1810 zum Fürstentum Hanau und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, gehörte Schwarzenfels zum Landkreis Schlüchtern. 1866 wurde das Kurfürstentum nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert.

Die ehemals selbstständige Gemeinde kam durch die Hessischen Gebietsreform am 1. Juli 1972 zu Sinntal.[3]

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen sind:[2]

  • 1549: 017 Haushaltungen
  • 1587: 012 Schützen, 7 Spießer
  • 1812: 063 Feuerstellen, 482 Seelen
  • 1895: 480 Einwohner
  • 1939: 544
  • 1961: 491
  • 1970: 501
Schwarzenfels: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
657
1840
  
710
1846
  
749
1852
  
702
1858
  
657
1864
  
617
1871
  
614
1875
  
537
1885
  
539
1895
  
480
1905
  
461
1910
  
553
1925
  
508
1939
  
544
1946
  
752
1950
  
675
1956
  
476
1961
  
491
1967
  
523
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik

Ortsvorsteher ist Wilhelm Burow.

Sonstiges

Literatur

  • Anneliese Hofemann: Studien zur Entwicklung des Territoriums der Reichsabtei Fulda und seiner Ämter. Diss. 1938 = Schriften des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde 25. 1958, S. 120.
  • Willi Klein: Zur Geschichte des Mühlenwesens im Main-Kinzig-Kreis = Hanauer Geschichtsblätter 40. Hanau 2003, S. 430–432.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Aufl. Gudensberg-Gleichen 1995, S. 371–372.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926, S. 345.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 „Einwohner, Daten und Anfahrt“ im Internetauftritt der Gemeinde Sinntal , abgerufen im April 2016.
  2. 2,0 2,1 „Schwarzenfels, Main-Kinzig-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 22. Dezember 2014)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 376.

Kategorien: Grafschaft Hanau-Münzenberg | Ort im Main-Kinzig-Kreis | Ehemalige Gemeinde (Main-Kinzig-Kreis) | Sinntal

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzenfels (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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