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Schwansen


Die Landschaft Schwansen (dänisch: Svans oder Svansø) ist eine Halbinsel im Norden Schleswig-Holsteins (im Landesteil Schleswig) zwischen Schlei und Eckernförder Bucht. Im Nordwesten, jenseits der Schlei, liegt die Stadt Kappeln, im Süden Eckernförde. Beide Städte werden seit 1972 durch die Schwansenstraße (B 203) verbunden. Schwansen umfasst zwölf Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee, die zum Stadtgebiet Kappelns gehörenden ehemaligen Gemeinden Kopperby und Olpenitz sowie den Ortsteil Bohnert der Gemeinde Kosel. Hauptort der Harde und des späteren Amtes Schwansen war Rieseby. Die Halbinsel hat ca. 20.000 Einwohner.

Grenzen

Schwansen wird im Osten von der Eckernförder Bucht, im Westen und Norden und von der Schlei umgrenzt. Die Abgrenzung gen Süden ist strittig. Auf einzelnen der Landkarten des Herzogtums Schleswig des Kartographen Johannes Mejers Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Kolholmer Au bzw. Koseler Au (mit einer gedachten Linie aus der Nähe Barkelsbys entweder zum Eckernförder Lachsenbach, zum Möhlwischbach oder zur ehemaligen Gemeindegrenze zwischen Eckernförde und Borby hin) als Grenze der Riesebyharde angegeben. Der Kolhomer Au-Linie folgen bis heute viele Publikationen auch zur geographischen Bestimmung der Südgrenze. Nach dieser Definition liegen allerdings die Orte Kosel und Barkelsby, die allgemein und auch historisch als zu Schwansen gehörig gelten, fast ausschließlich außerhalb desselben, ebenfalls ein Teil von Gammelby. Der heutige Eckernförder Stadtteil Borby gehört danach ganz (ehemalige Grenze zu Eckernförde), teilweise (Lachsenbach-Grenze) oder gar nicht (Möhlwischbach-Grenze) zu Schwansen. Als weitest definierte Grenze Schwansens gilt der Osterwall, ein Teilstück des Danewerks zwischen dem Windebyer Noor und der Osterbek hin zur Schlei beim Fleckebyer Ortsteil Götheby-Holm. Ähnlich sieht es Bronnmann, der die Südgrenze von der Schlei aus über den Holmer See bei Götheby-Holm, dann über den Großen Schnaaper See und das Windebyer Noor (ab Schnaap) zieht.[1] Nach weiteren Abgrenzungsdefinitionen wie der Ostwall-Linie oder der Bronnmann-Linie liegen sämtliche nördlich der Eckernförder Bucht, dem Eckernförder Hafen und dem Windebyer Noor gelegenen Stadtteile Eckernfördes in Schwansen, des Weiteren kleinere Gebiete der Gemeinden Fleckeby und Windeby.[2]

Die erwähnte weitere Abgrenzungsdefinition kommt mit der Grenzziehung der ehemaligen Risby Harde hinzu, die allerdings eher politischer denn geographischer Natur ist. Ihre Südgrenze veränderte sich zudem im Laufe der Jahrhunderte mehrmals - beispielsweise gehörte Borby zuletzt der Hüttener Harde an.

Der Kartograph Johannes Mejer sah im 17. Jahrhundert die südliche Grenze in einem Teil seines Kartenwerkes der Kolholmer Au bis Barkelsby folgend mal zwischen Borby und Eckernförde (Carte Von den Lándern Anglen Und Schwansen, 1649), mal entlang des Lachsenbaches (Landtcarte uom dem Dænischem Walde, 1652); andere seiner Karten zeigen als Südgrenze eine Kosel-Windebyer Noor-Linie, die zum Teil das Dorf Kosel als Teil Schwansens einschließen, in anderen seiner Karten ausschließen.

Geschichte

Der Name leitet sich vermutlich vom Schwansener See in der Gemeinde Dörphof ab. Urkundlich erwähnt ist der Name bereits 1231 im Waldemar-Erdbuch als Swansø (dänisch für: Schwanensee) und in einer Urkunde 1260 als Swansio.[3][4] Swansø soll erst der Name des Schwansener Sees gewesen sein, später dann des Kirchspiels und schließlich die Benennung der ganzen Halbinsel.[5]

Das Gebiet wurde um 750 von Dänen und Jüten besiedelt, was sich, wie im benachbarten Angeln, an den vielen Ortsnamen auf -by (≈ -dorf; z. B. GammelbyAltes Dorf) ablesen lässt. Schwansen war im 10. Jahrhundert Teil der sächsischen Mark Schleswig (auch: Dänische Mark) und war später ab dem 13. Jahrhundert ein Teil des dänischen Gesamtverwaltungsgebietes Fræzlæt (Waldemar-Erdbuch). 1352 wird erstmals die Riesebyharde genannt. Im Süden zwischen Schlei und dem Windebyer Noor bei Eckernförde befand sich mit dem Osterwall ein Teilstück des Danewerks. An dessen östlichem Ende in Borby befand sich die Ykernaeburgh (dän. Egernborg ≈ Eichhörnchenburg), die 1231 im Erdbuch von König Waldemar II. erwähnt wurde. Im 15. Jahrhundert errichtete der dänische König Erich von Pommern Wehranlagen wie die Schwonsburg und die Königsburg. Ab dem ausgehenden Mittelalter entstand in Schwansen eine ausgeprägte Gutswirtschaft mit befestigten adeligen Gütern, was die Einführung der Leibeigenschaft nach sich zog. Administrativ bildete die frühere Riesebyharde nun Schwansens Güterdistrikt, der zur Zeit der Landesteilung der Herzogtümer gemeinschaftlich von Gottorfer Herzögen und dänischen Königen regiert wurde.

Sprachen

Schwansen ist ein traditionell mehrsprachiges Gebiet: Heute werden neben der Amtssprache Hochdeutsch umgangssprachlich auch Dänisch (vor allem Sydslesvigdansk, eine Variante des Reichsdänischen) und Plattdeutsch (Schwansener Platt, ein Kleindialekt des Schleswigschen) gesprochen. Historisch reichte auch der Sprachraum des Südjütischen im Mittelalter bis an die Linie Eckernförde-Treene-Husum und wurde in der Varietät des Angeldänischen in Schwansen gesprochen. Die heutigen Ortsbezeichnungen basieren auf allen diesen vier Sprachen (bzw. Dialekten).

Infrastruktur und Denkmalschutz

Die sanft hügelige Endmoränenlandschaft mit Stränden und Steilküsten ist heute durch Gutswirtschaft geprägt. Die zahlreichen Höfe um die Herrenhäuser und Schlösser werden großteils von alteingesessenen adligen Familien betrieben, darunter die Herzöge von Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Schwansen ist unter anderem bekannt für das unter Denkmalschutz stehende Dorf Sieseby (Gemeinde Thumby) an der Schlei und das Ostseebad Damp. Außer Damp besitzen weitere Gemeinden entlang der Ostseeküste eine touristische Infrastruktur. Bei Karlsminde befindet sich das größte der zahlreichen Hünengräber.

Ortschaften

  • Gemeinde Barkelsby (je nach Definition der Südgrenze ganz oder teilweise)
  • Gemeinde Brodersby
  • Gemeinde Damp
  • Gemeinde Dörphof
  • Gemeinde Fleckeby (je nach Definition der Südgrenze teilweise oder nicht)
  • Gemeinde Gammelby (je nach Definition der Südgrenze ganz oder teilweise)
  • Gemeinde Holzdorf
  • Gemeinde Karby
  • Gemeinde Kosel (je nach Definition der Südgrenze ganz oder teilweise; OT Bohnert ganz)
  • Gemeinde Loose
  • Gemeinde Rieseby
  • Gemeinde Thumby
  • Gemeinde Waabs
  • Gemeinde Windeby (je nach Definition der Südgrenze teilweise oder nicht)
  • Gemeinde Winnemark
  • Stadtteil Eckernförde–Carlshöhe (je nach Definition der Südgrenze ganz oder nicht)
  • Stadtteil Eckernförde–Borby (ohne Schnaap) (je nach Definition der Südgrenze ganz, teilweise oder nicht)
  • Stadtteil Eckernförde–Grasholz (je nach Definition der Südgrenze ganz oder nicht)
  • Stadtteil Eckernförde–Louisenberg
  • Stadtteil Eckernförde–Nord (je nach Definition der Südgrenze ganz oder nicht)
  • Ortsteil Eckernförde–Schnaap (je nach Definition der Südgrenze ganz oder nicht)
  • Stadtteil Eckernförde–Vogelsang (je nach Definition der Südgrenze ganz, teilweise oder nicht)
  • Stadtteil Eckernförde–Vorstadt Steindamm (je nach Definition der Südgrenze ganz oder nicht)
  • Stadtteil Kappeln-Olpenitz
  • Stadtteil Kappeln-Kopperby (Ellenberg)

Vereine

Weblinks

 Wikivoyage: Schwansen – Reiseführer

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Wilhelm Bronnmann: Schwansen, Heimatgemeinschaft Eckernförde 1988; insbesondere Seiten 9–16
  2. der Osterwall verläuft mitten durch den Windebyer Hauptort Kochendorf; siehe: Irmgard Busch in einem Beitrag zum Osterwall in Rund ums Windebyer Noor (Publikation der SPD Windeby) Dezember 2008 Seite nicht mehr abrufbar , Suche in Webarchiven: online
  3. Urkunde vom 12. Mai 1260; Dipl. Dan. II, 1, Nr. 316.
  4. Swansio ist altdänisch und bedeutet ebenfalls Schwanensee Store Norske Leksikon
  5. Nudansk Ordbog, 13. Ausgabe, Politikens Forlag.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schwansen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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