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Schwaikheim


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 276 m ü. NHN
Fläche: 9,22 km²
Einwohner: 9354 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1015 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71409
Vorwahl: 07195
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 068
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2-4
71409 Schwaikheim
Webpräsenz: www.schwaikheim.de
Bürgermeister: Gerhard Häuser (FW)
}

Die Gemeinde Schwaikheim liegt im Rems-Murr-Kreis im nördlichen Baden-Württemberg und gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Geographie

Geographische Lage

Das Dorf Schwaikheim liegt reichlich fünf Kilometer nordnordöstlich der Mitte der Kreisstadt Waiblingen umgeben von Obstbaumwiesen, Feldern und bewaldeten Hügeln am Ufer des Zipfelbachs, der es von Winnenden im Osten her kommend durchquert und sich danach auf nordwestlichen Unterlauf zum Neckar wendet.

Das Gemeindegebiet liegt auf Höhen von 250 m – am Ausfluss des Zipfelbachs – bis 370 m ü. NN – auf dem bewaldeten Plattenberg im Südosten – fast ganz im Naturraum Neckarbecken und darin überwiegend in dessen Unterraum Inneren Backnanger Bucht. Am Südostrand reicht es über einen Zipfel der Äußeren Backnanger Bucht hinweg ein kleines Stück weit in einen Nordwestausläufer der Berglen hinein, die zum Nachbarnaturraum Schurwald und Welzheimer Wald zählen.[2]

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehört als einziger Ort das gleichnamige Dorf.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind von Südwest über West bis Nordwest die Stadt Waiblingen, im Nordosten die Gemeinde Leutenbach, im Osten und Südosten die Stadt Winnenden und im Süden auf einem kleinen Stück Grenze auch die Gemeinde Korb.

Geschichte

Funde zeigen, dass das Zipfelbachtal in der Jungsteinzeit (4000 bis 1800 v. Chr.) bewohnt war. Die Kelten, die zur späten Bronzezeit (1800 v. Chr.) oder frühen Eisenzeit (600 v. Chr.) hier lebten, wurden zu Anfang unserer Zeitrechnung von den Römern bezwungen. Die Römerstraße, heute Römerweg genannt, die von Schwaikheim nach Affalterbach führt, lässt sich heute noch recht gut verfolgen. Um das Jahr 260 verdrängten germanische Stämme die Römer. Später verlief die Stammesgrenze der Franken und Alemannen in der Nähe von Schwaikheim. Im Jahr 853 wurde Sueinincheim zum ersten Mal im Urkundenbuch des Reichklosters Lorsch an der Bergstraße erwähnt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt kauften die Grafen von Württemberg den Ort von den Herren von Ebersberg. Bei der Landesteilung gehörte Schwaikheim zum Amt Waiblingen und ab 1463 zum Amt Winnenden. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden zahlreiche Menschen durch die Pest getötet. Als Folge der Franzoseneinfälle wurde Schwaikheim am 29. Juli 1693 angezündet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie begonnen. Schwaikheim wandelte sich von einer landwirtschaftlichen Dorfgemeinde in eine Industrie- und Arbeiterwohngemeinde. Heute ist Schwaikheim eine moderne Gemeinde mit leistungsfähigen Handels-, Handwerks- und Industriebetrieben.

Ab 1813 gehörte Schwaikheim zunächst zum Oberamt Waiblingen, aus dem 1934 der Landkreis Waiblingen wurde, der dann 1973 im neuen Rems-Murr-Kreis aufging.

Der Ortsneckname Schwaikheims ist „Schlappohra“ und stammt aus dem Dreißigjährigen Krieg. Die Geschichte besagt, dass schwedische Truppen Schwaikheim plündern wollten und die Schwaikheimer als Zeichen ihrer Armut die Hosentaschen nach außen stülpten und so den schwedischen Truppen entgegentraten. Da dies wie Schlappohren (schwäbisch: Schlappohra) aussah, behielten die Schwaikheimer im Umland diesen Namen.

Religion

In Schwaikheim ist seit 1353 eine eigene Kirche belegt, nachdem der Ort zuvor nach Siegelhausen eingepfarrt war. Die heutige Mauritiuskirche wurde 1487 erbaut. Mit der Einführung der Reformation durch die Württemberger wurde Schwaikheim evangelisch-lutherisch. Nachdem nach 1945 mit den Heimatvertriebenen auch wieder eine relevante Anzahl römisch-katholischer Menschen nach Schwaikheim kam, wurde mit der Kirche St. Maria Hilfe der Christen auch ein katholisches Gotteshaus errichtet. Außer den beiden großen Konfessionen gibt es auch eine Evangelische Freikirche und eine neuapostolische Gemeinde in Schwaikheim.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Schwaikheim hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[4]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51,26 %
 %
40
30
20
10
0
37,87 %
31,25 %
18,65 %
12,24 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,22 %p
+3,56 %p
+1,94 %p
-4,27 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU-FB Christlich Demokratische Union Deutschlands-Freie Bürger 37,87 7 39,09 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,25 6 27,69 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,65 3 16,71 3
FDP-FW Freie Demokratische Partei-Freie Wähler 12,24 2 16,51 3
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 51,26 % 57,36 %

Wappen

Das Schwaikheimer Wappen zeigt auf rotem Schildgrund einen goldenen, geraden Amtsstab, der schräg gekreuzt ist mit einem goldenen Abtsstab, der in einer Krümmung endet. Der Amtsstab ist hier als Zeichen für die alte Zugehörigkeit zu den württembergischen weltlichen Ämtern Winnenden und Waiblingen zu sehen, deren Vögte einst über Schwaikheim den Stab hielten, also die Gerechtigkeit ausführten. Der Abtsstab weist auf die historische Beziehungen Schwaikheims zu verschiedenen geistlichen Institutionen hin, vorab zum Stift Backnang.

Städtepartnerschaft

Seit 1986 ist Gorron die Partnerstadt von Schwaikheim. Gorron ist eine kleine Stadt mit etwa 3.000 Einwohnern in Frankreich im Département Mayenne (in der Region Pays de la Loire).

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

  • freeglass, Weltmarktführer im Bereich „plastic glazing“
  • Kärcher Futuretech, Hersteller im Bereich ABC-Schutz, Wasseraufbereitung und Verpflegungssysteme.

Freizeit und Tourismus

Als wichtigstes Fest in der Umgebung gilt das alle zwei Jahre (im Wechsel mit dem Feuerwehrfest) stattfindende Schwaikheimer Fleckenfest. In der Regel findet es als dreitägige Veranstaltung von Samstag bis Montag statt.

Verkehr

Schwaikheim liegt verkehrsgünstig an der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 14 (StuttgartSchwäbisch Hall) mit einer Ausfahrt auf Gemeindegebiet. Über die B 14 ist ein direkter und schneller Anschluss an die Landeshauptstadt Stuttgart (20 km), die Kreisstadt Waiblingen (10 km) und an die Stadt Winnenden (5 km) gegeben. Durch den Weiterbau der B 14 bis Leutenbach (2006) wurde eine erhebliche Verkehrsreduzierung im Ort verzeichnet.

Schwaikheim wird durch den ÖPNV von der Buslinie 210 (WaiblingenKorbWinnenden) und der Linie 389 (Waiblingen–Winnenden–Hertmannsweiler) mit dem Umland verbunden. Des Weiteren verfügt der Ort mit dem Bahnhof Schwaikheim über einen eigenen S-Bahn-Anschluss der Linie S3 (Backnang–Stuttgart-Flughafen) der S-Bahn Stuttgart.

Bildung

Ab dem Schuljahr 2013/2014 ging die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in Schwaikheim in eine Gemeinschaftsschule über. Die Schulform bereitet auf alle Bildungsabschlüsse vor (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur).[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neben der Alten Schmide verfügt Schwaikheim über ein neueröffnetes Heimatmuseum über die Geschichte Schwaikheims und alte Handwerksberufe.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Lothar Krüger (* 3. Oktober 1929 in Berlin), ehemaliger Bürgermeister von Schwaikheim und seit 1994 Ehrenbürger
  • Fritz Müller (* 14. Juli 1902 in Schwäbisch Gmünd, † 6. April 1967), Bürgermeister von 1931 bis 1945 und von 1948 bis 1966
  • Karl Müller (* 10. September 1913, † 17. Februar 1989), Große Verdienste für die Gemeinde, Gemeinderat
  • Alfred Schefenacker (* 3. Juni 1912 in Esslingen, † 21. Oktober 1995), Gründer der Firma Schefenacker (heute Visiocorp und Odelo)
  • Fritz Ulrich (* 12. Februar 1888 in Schwaikheim, † 7. Oktober 1969 in Stuttgart-Sillenbuch), Politiker (SPD), Landtags- und Reichstagsabgeordneter, Innenminister in Baden-Württemberg
  • Kurt Vollmer (* 23. Juni 1934, † 8. November 1998), 16 Jahre Abgeordneter des Landtags von Baden-Württemberg und ab 1965 Mitglied des Kreistags des Rems-Murr-Kreises

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Fritz Ulrich (1888–1969), Landtags- und Reichstagsabgeordneter, Innenminister in Baden-Württemberg
  • Kurt Vollmer (1934–1998), Landtagsabgeordneter
  • Oliver Straube (* 1971), Fußballspieler

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 171 Göppingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Schwaikheim.
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  5. http://www.gemeinschaftsschule-schwaikheim.de/gms/schulprofil/informationen-zur-gms/index.php

Weblinks

 Commons: Schwaikheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Schwaickheim – in der Beschreibung des Oberamts Waiblingen von 1850

Kategorien: Ort im Rems-Murr-Kreis | Schwaikheim | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schwaikheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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