Schwaig bei Nürnberg - LinkFang.de





Schwaig bei Nürnberg


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger LandVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 5,89 km²
Einwohner: 8593 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1459 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90571
Vorwahl: 0911
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 156
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gartenstraße 1
90571 Schwaig b.Nürnberg
Webpräsenz: www.schwaig.de
Erste Bürgermeisterin: Ruth Thurner (FWG)
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Schwaig bei Nürnberg (amtlich: Schwaig b.Nürnberg) ist eine Gemeinde mit 8411 Einwohnern im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land und grenzt unmittelbar an Nürnberg.

Geographische Lage

Schwaig liegt an der Pegnitz an der östlichen Stadtgrenze von Nürnberg-Laufamholz, nur getrennt durch die A 3. Die Entfernung zum Nürnberger Zentrum beträgt elf Kilometer. Schwaig mit dem Ortsteil Malmsbach liegt links der Pegnitz, der Ortsteil Behringersdorf (nördlich des Kernortes Schwaig) rechts der Pegnitz und grenzt ebenfalls an die Bundesautobahn 3. Die Pegnitz fließt von der Fränkischen Schweiz nach Westen in Richtung Nürnberg und Fürth. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Rückersdorf, Röthenbach an der Pegnitz und Nürnberg. Schwaig grenzt an gemeindefreie Gebiete an: Im Norden Behringersdorfer Forst, im Süden Laufamholzer Forst und im Südosten Haimendorfer Forst.

Gemeindegliederung

Schwaig besteht aus drei Ortsteilen:[2]

Schwaig ist der Kernort. Dort steht das Schwaiger Schloss. Dieser ehemalige Herrensitz wurde mit den meisten Nebengebäuden von der politischen Gemeinde erworben und wird nach sorgfältiger Restaurierung für die Gemeindearbeit verwendet. Das Hauptgebäude stammt im Kern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts erneuert.

Behringersdorf liegt nördlich des Kernortes und ist vom Nürnberger Stadtteil Erlenstegen durch die A 3 mit der Anschlussstelle Behringersdorf und den Sebalder Reichswald getrennt. Der Ortsteil zählt circa 3500 Einwohner und wurde am 15. Mai 1976 eingemeindet.[3] Dort stehen eine sehenswerte evangelisch-lutherische Pfarrkirche (Maria-Magdalena-Kirche) von 1439 und das ehemalige Tucher-Schloss (1720–1730) aus der Barockzeit. Von den ortsansässigen Unternehmen sind vor allem die überregional bekannten Kalksandsteinwerke Zapf (örtlich die „Backsteinfabrik“ genannt) und die Firma Retterspitz, Hersteller der gleichnamigen Einreib-Lotion, von Bedeutung.

Malmsbach, direkt neben der Autobahn, besitzt das Schloss Malmsbach. Es ist im Grundbestand mittelalterlich, besteht aber nur noch aus dem restaurierten Torgebäude und den anliegenden Gebäuden an der Westseite sowie Teilen der Grabenmauer.

Geschichte

Der Name Schwaig soll sich vom althochdeutschen „Sweiga“ ableiten, was umhegter Weideplatz bedeutet.[4] Die Zeidler sammelten Honig von Bienenvölkern ein und handelten damit. Sie hatten im Wald das Vorrecht auf die Nutzung eines abgegrenzten Gebietes. Kaiser Karl IV. verpfändete 1350 das Zeidelrecht mit der Folge eines Wechsels der zuständigen Gerichtsbarkeit. Der Ort Schwaig wurde 1360 erstmals urkundlich erwähnt. Der Graf von Nassau veräußerte die Ortschaft an den Burggrafen Albrecht von Nürnberg. Von 1427 bis 1807 war die Reichsstadt Nürnberg der Lehnsherr. Im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 und im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schwaiger Schloss verwüstet. Das Schloss befand sich im Eigentum diverser Patrizierfamilien. Das Gebäude wurde 1952 von der Evangelischen Kirchengemeinde Behringersdorf erworben und gelangte dann zur neuen Kirchengemeinde Schwaig. Im Jahr 1972 kaufte die Gemeinde Schwaig das Schloss. Im September findet jährlich das Schwaiger Schlossfest statt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts verbesserte sich die ökonomische Situation in Schwaig aufgrund von Betriebsansiedlungen stark und die Bevölkerungszahl erhöhte sich.

Kommunalpolitik

Gemeinderat

Wahlbeteiligung: 53,1 %
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40
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10
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32,0 %
29,4 %
17,6 %
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4,0 %
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Der Gemeinderat setzt sich zusammen aus der Ersten Bürgermeisterin und 20 Gemeinderäten. Sitzverteilung: CSU 6 Sitze, Freie Wahlgemeinschaft 6 Sitze, SPD 4 Sitze, GRÜNE 3 Sitze, FDP 1 Sitz. Die Gemeinderäte sind für 6 Jahre gewählt (1. Mai 2014 bis 30. April 2020).

Ämterverteilung: Erste Bürgermeisterin Ruth Thurner (FWG), Zweiter Bürgermeister Thomas Wittmann (FWG), Dritte Bürgermeisterin Brigitte Zepf (SPD)[6], Fraktionsvorsitzende: Petra Oberhäuser (CSU), Jutta Hartmann (SPD), Thomas Noß (FWG), Irmingard Fritsch (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Karola Hagen-Brosche (FDP)[7].

Wappen

Das Gemeindewappen führt Schwaig seit 1979[8], als die beiden Gemeinden Behringersdorf und Schwaig vereinigt wurden. Die beiden Bienen entnahm man dem Schwaiger Wappen von 1967. Sie symbolisieren das Schwaiger Imker- bzw. Zeidlerwesen (Waldbienenwirtschaft), das im Mittelalter von der Stadt Nürnberg kontrolliert wurde. An die Zeidlerei erinnern die Bienengartenstraße, der Zeidlerweg und der Zeidlerbrunnen mit zwei Bienenkörben auf dem Platz vor dem S-Bahnhof in Schwaig.

Die brennenden Äste (Schürstäbe) sind dem Wappen von Behringersdorf entnommen. Sie stammen ursprünglich aus dem Wappen der Nürnberger Familie Schürstab, die in der Behringersdorfer Ortsgeschichte eine führende Rolle spielte. Die Schürstabstraße erinnert daran.

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Industrielle Unternehmen findet man konzentriert im Osten Mittelfrankens hauptsächlich im Städteverbund Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach, darunter auch in Schwaig bei Nürnberg als Teil der Metropolregion Nürnberg. Schwaig entwickelte sich von einem kleinen Bauerndorf zu einem Gewerbe- und Industriestandort. Zu den Pionierbetrieben in Schwaig gehört das noch während der „industriellen Revolution“ 1899 in Behringersdorf gegründete Kalksandsteinwerk Zapf. Vornehmlich im Süden des Ortsteils Schwaig entstand entlang der Autobahn ein ausgedehntes Gewerbe- und Industriegebiet. Dort war die Eisen-Großhandelsfirma Waldemar Zeitelhack (1953–2000) mit bis zu 500 Beschäftigten der größte Betrieb.

Verkehr

Schwaig ist von der Bundesautobahn 3 über die Anschlussstelle Nürnberg-Mögeldorf erreichbar, Behringersdorf über die Anschlussstelle Nürnberg-Behringersdorf.

Der Haltepunkt Schwaig liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf und wird von der S-Bahnlinie 1 (S1) Bamberg – Nürnberg Hbf – Hartmannshof bedient. Schwaig ist außerdem mit einer Buslinie des Verkehrsverbundes im Großraum Nürnberg (VGN) in die Metropolregion Nürnberg eingebunden.

Behringersdorf ist Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb und wird mindestens stündlich in Richtung Nürnberg und Neuhaus an der Pegnitz bedient.

Medien

  • Pegnitz-Zeitung (Nordbayerische Zeitung für Lauf Stadt und Land), in Gemeinschaft mit den Nürnberger Nachrichten
  • Nürnberger Zeitung („NZ“ – auch: „Nordbayerische Zeitung“)
  • Mitteilungsblatt Schwaig
  • Die Region im Blick

Bildung, Sport und Kultur

Schulen und Bildungseinrichtungen

Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf e. V.

Der Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf (GuKK) wurde am 13. Januar 1992 gegründet, um die Ortsgeschichte zu erforschen und darzustellen und sich der Pflege des kulturellen Lebens zu widmen. Dazu gehört die Erhaltung und Pflege von Kulturwerten in der Gemeinde Schwaig, die Förderung der Denkmalpflege, die Quellenforschung in Archiven, die Sicherung zeitgenössischer Spuren, die Auswertung von ortsgeschichtlich wertvollen Nachlässen, die Einrichtung eines Bild- und Quellenarchivs und die Veranstaltung von Ausstellungen, Exkursionen in die nähere und fernere Umgebung, Führungen, Vorträgen und Lesungen. Die Veröffentlichungen des Geschichts- und Kulturkreis Schwaig–Behringersdorf sind unter Literatur aufgeführt. Bisher gab es vier Ausstellungen des Vereins im Schwaiger Schloss zu den Themen Schwaig im Bild und Kulturelles Leben im Spiegel der Vereine.

Sehenswürdigkeiten

  • Ortsteil Schwaig: Schwaiger Schloss[9]; ehemaliges Zeidelmuttergut (15. Jahrhundert)
  • Ortsteil Malmsbach: Schloss Malmsbach, früher bedeutender Herrensitz (14. Jahrhundert)
  • Ortsteil Behringersdorf: Maria-Magdalena-Kirche (1439); spätbronzezeitliches Keltengrab (500 v. Chr.); Herrensitze der Patrizierfamilie Tucher (16. und 18. Jahrhundert)

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schwaig bei Nürnberg

Sportvereine

Schwaig verfügt über zwei Sportvereine (SV Schwaig und TSV Behringersdorf), ein Sportzentrum und ein Hallen- und Freibad „Pegnitzaue“.

Die 1. Fußball-Mannschaft des SV Schwaig spielt in der Bezirksliga.

Das Männer-Volleyballteam des SV Schwaig spielt in der Saison 2013/14 wieder in der 2. Bundesliga.

Persönlichkeiten

  • Lucie Kurlbaum-Beyer (1914–2008), Politikerin (SPD)
  • Karl-Heinz Ferschl (* 1944), Abwehrspieler des 1. FC Nürnberg, 1967/68 Deutsche Meisterschaft
  • Joachim Franke (* 1926), em. Professor für Psychologie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, ehemaliger Prorektor
  • Robert Fritzsch, ehemaliger Direktor der Nürnberger Stadtbibliothek, Autor
  • Fritz Körber (* 1939), Altbürgermeister (2000–2006), goldene Verdienstmedaille der Gemeinde Schwaig, im Bezirksrat Fraktionsvorsitzender der SPD, Vertreter des Bezirkstagspräsidenten
  • Amandus Kupfer (1879–1952), ein Schüler Carl Huters, Gründer des Carl-Huter-Verlages für Psycho-Physiognomik, Schwaig bei Nürnberg, Autor
  • Gustav Roeder (* 1924), ehemaliger Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, Autor
  • Volker Römheld (1941–2013), ehemaliger Professor für Pflanzenernährung an der Universität Hohenheim
  • Erich Schäfer (1900–1984), Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Industriebetriebslehre an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg
  • Jules Stauber, Autor, Karikaturist, Illustrator, Cartoonist
  • Karlheinz Vogel, FWG, Altbürgermeister (1976–2000), (einziger) Ehrenbürger
  • Waldemar Zeitelhack, Stahlkaufmann, Eisen-Großhandelsfirma, Rennpferdezüchter, 1977/78 unter Lothar Schmechtig Vizepräsident, dann 1978/79 Präsident des 1. FC Nürnberg

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online: Schwaig b.Nürnberg , abgerufen am 6. Juli 2015
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.
  4. schwaig.de: Schwaig , abgerufen am 6. Juli 2015
  5. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014: Ergebnisse Nürnberger Land , abgerufen am 6. Juli 2015
  6. schwaig.de:Bürgermeister , abgerufen am 6. Juli 2015
  7. schwaig.de: Gemeinderat , abgerufen am 6. Juli 2015
  8. Schwaig bei Nürnberg: Wappengeschichte vom HdBG
  9. Schloss Schwaig

Literatur

  • Schwaig bei Nürnberg: Infobroschüre. 7. Auflage, Mering: WEKA-Info-Verlag, 2002, 40 S.
  • Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf e. V. (Hrsg.): Behringersdorf, Malmsbach, Schwaig – Bilder aus dem Leben einer Gemeinde im Nürnberger Land – einst und jetzt. Schwaig: Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf, 2005, 230 S., ISBN 3-00-016895-8
  • Weitere Veröffentlichungen des „Geschichts- und Kulturkreises Schwaig–Behringersdorf e. V.“
    • Das Schwaiger Schloß und seine Geschichte (1992)
    • Zur Geschichte der Maria-Magdalena-Kirche in Behringersdorf (1995)
    • Zur Geschichte von Malmsbach (1996)
    • Die Eisenbahn in Schwaig und Behringersdorf (1997)
    • Straßen und Brücken (2000)

Weblinks

 Commons: Schwaig bei Nürnberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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