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Schondra (Fluss)


Schondra

Schondra nahe Gräfendorf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2446
Lage Unterfranken, Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Fränkische Saale → Main → Rhein → Nordsee
Quelle nördlich der Gemeinde Schondra im Landkreis Bad Kissingen
Quellhöhe ca. 434 m ü. NN [1]
Mündung bei Gräfendorf in die Fränkische Saale
Mündungshöhe 164 m ü. NN [1]
Höhenunterschied ca. 270 m
Länge 31,3 km[2]
Einzugsgebiet 164,27 km²[2]

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Die Schondra ist ein gut einunddreißig Kilometer langer rechter und nördlicher Zufluss der Fränkischen Saale.

Name

Der Name Schondra leitet sich vom altindischen Wort skúndatē, das eilt bedeutet, ab.[3] Der Fluss gab der gleichnamigen Gemeinde Schondra ihren Namen.

Verlauf

Die Schondra entspringt aus drei Quellen in der Brückenauer Kuppenrhön, nördlich des Marktes Schondra im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Nach der Vereinigung der drei Quellbäche, nördlich der Kissinger Straße, durchquert sie die gleichnamige Ortschaft Schondra. Zwischen der Bachstraße und der Raiffeisenstraße verläuft die Schondra unterirdisch weiter. Am südlichen Ortsrand fließt sie rechts an der Oberen Bock-Mühle vorbei. Ihre nach Südwesten orientierte Hauptfließrichtung, behält sie im Wesentlichen bis zur Mündung in die Fränkische Saale bei. Südlich von Schondra-Schönderling befindet sich eine zweite Mühle. Hier fließt ihr von der linken Seite der Helmersbach zu. Dem Verlauf des tief eingeschnittenen Tals folgend, mäandert die Schondra nun zunehmend. Südlich von Schondra-Untergeiersnest wird sie auf der linken Seite vom Tempelsgraben gespeist. Bei Schmittrain nimmt sie das gut 7,5 km lange Einraffshofer Wasser auf, welches ihr, von Norden kommend, auf der rechten Seite zufließt. Dort befindet sich auch eine weitere Mühle. Nach dem Zufluss des Einraffshofer Wasser wird die Schondra nun wesentlich breiter. Südlich von Münchau fließt sie an der Köpesmühle vorbei. Sie gräbt sich nun immer tiefer in das Tal ein, welches von steilen, mit Laubwald bewachsenen Berghängen begrenzt wird. Etwas weiter südlich wird sie, von dem ihr von der rechten Seite zufließenden Detterbach, gestärkt. Sie fließt rechts am Hammelsbusch und am Eggenhopf vorbei. Südlich des Querbergs nimmt sie den von rechten Seite kommenden Finsterbuchgraben auf. In einem wildromantischen Tal durchbricht sie nun den Höhenzug und fließt rechts an der Finsterbuchhöhe und dem Heckenberg vorbei. Bei dem Weiler Heckmühle (zu Wartmannsroth) befindet sich eine gleichnamige Mühle. Kurz darauf wird die Schondra auf ihrer linken Seite durch die knapp 6 km langen Sippach gespeist. Sie setzt ihren Lauf in westlicher Richtung fort und zwängt sich durch ein enges Tal zwischen den großen Felsen des Wildweibsteins und dem Mittelmühlbuch. Bei Heiligkreuz (zu Wartmannsroth) befindet sich eine Kläranlage. Dort fließt ihr von rechts, der vom Norden kommende, gut 7 km lange Weißenbach zu. Sie wendet nun ihre Richtung wieder mehr nach Süden. Ihre Wassermenge wird vom Ammelbach gestärkt, der ihr von der rechten Seite zufließt. Der Lauf der Schondra ist hier sehr naturnah und wird durch keine menschliche Besiedlung gestört. Nachdem ihr von rechts der Gegelsbach zugeflossen ist, durchquert sie das Naturschutzgebiet Unteres Schondratal. Sie fließt links am Külmersberg und rechts am Süßen Rasen vorbei. Nicht weit davon wird sie auf der linken Seite vom Ringgraben gespeist. Ihr Lauf führt sie südwärts am Haubenberg vorbei und südlich des Lindenfirst fließt ihr von rechts der Hengstbach zu. Bei einer Papiermühle trifft sie nach längerer Zeit erstmals wieder auf menschliche Besiedlung. Kurz danach wird sie von einer kleinen Kläranlage gesäubert und etwas später folgt die Barthelmühle. Bei der Lohmühle erreicht die Schondra den Ortsrand von Gräfendorf und nachdem sie an einer weiteren Mühle vorbeigeflossen ist, unterquert sie die Hauptstraße und mündet schließlich südlich einer Eisenbahnbrücke in die Fränkische Saale ein.

Wassergüte

Die Schondra gilt als einer der naturnähesten und saubersten Bäche Unterfrankens.[4] Sie weist über weite Strecken die Gewässergüteklasse I (unbelastet bis sehr gering belastet) auf.

Fauna

Der Fluss

Die Schondra ist ein Fließgewässer der Forellen- und Äschenregion. In der Schondra kommen folgende Fischarten vor: Bach- und Regenbogenforellen, Äschen, Döbel, Aale und verschiedene Weißfischarten.[5] Eine besondere Rarität stellt der letzte existierende Restbestand der Buntsandstein-Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera parvula)[6] von ungefähr 100 Exemplaren dar.[7]

Das Tal

Das Naturschutzgebiet Untere Schondra ist ein Biotop mit einer großen biologischen Vielfalt. Auwälder, Hochstaudenfluren und Feuchtwiesen bieten zahlreiche Tierarten ein Refugium zum Überleben. So kommt in den Wiesen des Uferbereichs der Schondra u. a. der Eisvogel[8] und der Kuckuck[9] vor.

Freizeit und Erholung

Wandern

Um das wildromantische Schondratal, mit seinen vielen Naturschönheiten zu begehen, werden dem Wanderer und Erholungsuchenden verschiedene Ausflugsrouten angeboten.

Radfahren

Der Schondratal-Radwanderweg mit einer Gesamtlänge von 41 km führt hauptsächlich durch Flur- und Waldwege. Nur kurze Wegstrecken liegen auch auf Landstraßen mit wenig Autoverkehr.

Angeln

Die Schondra bietet durch ihren reichen Fischbestand gute Angelgelegenheiten. Pächter der unteren Schondra ist der ASC Forelle Gräfendorf (Angelsaison für Gastangler vom 15. Mai bis 30. September)[5]

Flusssystem Schondra

siehe Liste der Fließgewässer im Flusssystem Schondra

Siehe auch

Liste der Fließgewässer im Flusssystem Fränkische Saale

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 TOP 10 Bayern Nord
  2. 2,0 2,1 Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 108 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  3. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 202 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Ziele Arten und Lebensräume: Spessart, Südrhön Landschaftsentwicklungskonzept Region Main-Rhön
  5. 5,0 5,1 Schondra Streckenbeschreibung des ASC Forelle Gräfendorf
  6. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Rote Liste gefährdeter Schnecken und Muscheln (Mollusca) Bayerns, 2003
  7. Main-Post: Projekt Flussperlmuschel: Geburtshilfe für ein Unikat, 20. Oktober 2008
  8. Die Schondra
  9. Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main: Ortsteil Gräfendorf

Weblinks

  • Unteres Schondratal Umweltobjektkatalog des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Kategorien: Gewässer im Landkreis Bad Kissingen | Gewässer im Landkreis Main-Spessart | Fließgewässer in der Rhön | Fluss in Bayern | Fluss in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schondra (Fluss) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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