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Schnaittach


Dieser Artikel behandelt den Markt Schnaittach, der gleichnamige Bach ist bei Schnaittach (Pegnitz) beschrieben.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger LandVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 49,36 km²
Einwohner: 8245 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91220
Vorwahl: 09153
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 155
Marktgliederung: 33 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
91220 Schnaittach
Webpräsenz: www.schnaittach.de
Erster Bürgermeister: Frank Pitterlein (CSU)
}
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Schnaittach ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Geographie

Geografische Lage

Der Kernort Markt Schnaittach liegt im Schnaittachal, an dem Fluss gleichen Namens, einem Nebenfluss der Pegnitz, westlich des Rothenbergs am Rande der Frankenalb. Der Untergrund (Höhen 330-400 m ü. NN) besteht entweder aus Sandstein/Sand oder Lehm bzw. Hanggeröll der Fränkischen Alb. In Lagen über 400 Meter ist auch Kalkstein anzutreffen. Sand und Ton werden in Gruben der Umgebung abgebaut, Kalkstein in Brüchen. Der Kernort liegt westlich des Veldensteiner Forstes und östlich des Nürnberger Reichswaldes.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (im Nordosten beginnend im Uhrzeigersinn) Betzenstein, Kirchensittenbach, Neunkirchen am Sand, Lauf an der Pegnitz, Eckental, Igensdorf, Weißenohe und Simmelsdorf.

Gemeindegliederung

Schnaittach besteht aus 33 Ortsteilen:[2]

Geschichte

Der Ort wurde 1011 erstmals urkundlich erwähnt. Über der Ortschaft befindet sich die Festungsruine Rothenberg, die bis zur Eingliederung Mittelfrankens nach Bayern eine Festung der Wittelsbacher war und „der bayerische Stachel im Nürnberger Fleisch“ genannt wurde.

Der westlich von Schnaittach, an der Grenze zu Eckental liegende Ortsteil Kirchröttenbach wurde 1054 als Rotenbach erstmals urkundlich erwähnt, um 1500 dann in Kirch-Röttenbach umbenannt. Die (heute wie damals katholische) Kirche St. Walburga war zeitweise eine Kirchenburg und im 18. Jahrhundert eine beliebte Wallfahrtsstätte.

Der Ortsname Bellhofen (Pelhoven) von Großbellhofen, das zwischen Schnaittach und Kirchröttenbach gelegen ist, deutet auf die Höfen eines gewissen Bello hin.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinden:

  • Freiröttenbach (mit Lillinghof und Schäferhütte) am 1. Juli 1971[3]
  • Germersberg (mit Laipersdorf) am 1. Juli 1971[3]
  • Großbellhofen (mit Kleinbellhofen, Röhrischhof und Weigensdorf) am 1. Juli 1971[3]: In Großbellhofen findet jährlich am letzten Juli-Wochenende die Kirchweih (mundartlich Kirwa) statt. Das Fest wird traditionell von der Dorfjugend organisiert.
  • Hedersdorf (mit Lochhof und Poppenhof) am 1. Juli 1971. [3]. Hier findet die Kirchweih traditionell an Fronleichnam und dem darauffolgenden Wochenende statt.
  • Hormersdorf (mit Bernhof, Götzlesberg und Reingrub) am 1. Januar 1972[3].
  • Kirchröttenbach (mundartlich Reinbo) am 1. Juli 1972[3]
  • Osternohe (mit Bondorf, Frohnhof, Haidling und Schloßberg) am 1. Juli 1971[3]
  • Rabenshof (mundartlich Rammershuf) am 1. Juli 1971[3]
  • Siegersdorf (mit Enzenreuth, Hinterhof und Kaltenherberge)
Siegersdorf leistete im Mittelalter seine Abgaben an den klösterlichen Oberverwalter auf dem Hohenstein. Rabenshof wurde 1275 das erste Mal urkundlich erwähnt. Es gehörte im Mittelalter zur Abtei Bergen. Hinterhof ist der kleinste Schnaittacher Gemeindeteil, der alte Name war früher Hinterrabenshof.
  • Untersdorf
Untersdorf liegt auf einer Höhe von 440 m. ü. NN. Der Ortsname (mundartlich Unnerschduaf) wurde ab 1285 in den Bamberger Domnekrologen als Tunderatesdorf, Dorf eines gewissen Tunderat, erwähnt. Im Zweiten Markgrafenkrieg 1552/52 wurde der Ort durch Brandschatzungen von Markgraf Albrecht Alcibiades geschädigt, der Schaden betrug nach Aufzeichnungen 84 Gulden. 1662 existiert ein Seelenverzeichnis mit neun Haushalten, in denen vier Katholiken und 38 Lutheraner lebten. 1987 war Untersdorf auf 28 Wohngebäude mit 106 Einwohnern gewachsen.

Religionen

Bis 1806 war die christliche Bevölkerung Schnaittachs, im Gegensatz zum Umland, überwiegend katholisch. Schnaittach hatte seit dem 15. Jahrhundert eine große jüdische Gemeinde und bald einen eigenen jüdischen Friedhof. Heute befindet sich im ehemaligen Gebäudekomplex der Synagoge das Jüdische Museum in Franken (zweiter Standort in Fürth).

Politik

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat von Schnaittach besteht aus 20 Marktgemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister.

CSU SPD Grüne FW FAIR Bunte Liste Gesamt
2014 9 7 0 0 0 4 20 Sitze
2008 8 7 1 2 2 0 20 Sitze

(Stand: 16. Mai 2014)

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bekannt ist Schnaittach durch das Jüdische Museum Franken und die bedeutende Rokoko-Festung Rothenberg (Bauzeit von ca. 1729 bis 1750). Auf dem Neuen Friedhof erinnert seit 1952 ein Denkmal an 39 jüdische Einwohner, deren Grabsteine in der NS-Diktatur zerstört wurden. Jeder Hinweis auf die im Holocaust Deportierten fehlt.[4]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schnaittach

Vereine

  • BRK Wasserwacht OG Schnaittach
  • FC Schnaittach
  • Ski Club Rothenberg
  • Förderverein des BRK in Schnaittach
  • Förderverein Freibad Schnaittach e. V.
  • Interessengemeinschaft Schnaittachtalbahn
  • Tennisclub Schnaittach
  • Fischereiverein Schnaittachtal
  • Sozialverband VdK, Ortsverband Schnaittach
  • Freiwillige Feuerwehr Schnaittach
  • Theaterverein Edelweiß Schnaittach 1927 e. V.
  • Museums- und Geschichtsverein Schnaittach e. V. (betreut das Heimatmuseum und den Geschichtsweg Schnaittach)
  • Heimatverein (betreut vor allem die Festung Rothenberg)

Verkehr

Schnaittach liegt an der Schnaittachtalbahn (Neunkirchen a Sand–Simmelsdorf-Hüttenbach). Die Züge verkehren meist stündlich nach Nürnberg Hbf und Simmelsdorf-Hüttenbach. Ferner besitzt der Markt einen Anschluss an die Bundesautobahn 9.

Literatur

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3
  • Karl Kroder / Birgit Kroder-Gumann: Schnaittacher Häuserchronik. Nürnberg 2002 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 11).

Weblinks

 Commons: Schnaittach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111028/170903&attr=OBJ&val=1437
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 509
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 191

Kategorien: Schnaittach | Ort im Landkreis Nürnberger Land | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schnaittach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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