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Schmidgaden


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: SchwandorfVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 387 m ü. NHN
Fläche: 41,23 km²
Einwohner: 2879 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92546
Vorwahl: 09435
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 159
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwarzenfelder Weg 9
92546 Schmidgaden
Webpräsenz: www.schmidgaden.de
Bürgermeister: Josef Deichl (Gemeindewohl Schmidgaden)
}

Schmidgaden ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Lage

Schmidgaden liegt 17 Kilometer nördlich von Schwandorf in der Region Oberpfalz-Nord. Regensburg ist 57, Nürnberg 89 Straßenkilometer entfernt.

Die Gemeinde besteht aus 18 Ortsteilen:[2]

Es gibt die Gemarkungen Schmidgaden, Trisching, Wolfsbach, Rottendorf, Gösselsdorf und Littenhof.

Geschichte

Ein Herr von Schmidgaden wurde erstmals 1123 unter den Diepoldinger Landgrafen urkundlich erwähnt.[3] Die Bedeutung des Namens ist nicht völlig klar; er könnte sich von Schmiede ableiten. Ein Schmied wäre somit der erste Grundherr gewesen. Schmidgaden war bereits 1326 Pfarrei, wie aus Aufzeichnungen der Diözese Regensburg hervorgeht.

Im Dreißigjährigen Krieg halbierte sich die Einwohnerzahl Schmidgadens. Zwischen 1576 und 1648 wechselten die Bewohner viermal ihren Glauben. 1795/96 durchzogen während des Koalitionskrieges österreichische, französische und preußische Truppen das Gebiet. Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Nabburg des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige politische Gemeinde.

1917 wurde mit der Braunkohleförderung in Schmidgaden begonnen. Die Vereinigte Gewerkschaft Schmidgaden-Schwarzenfeld förderte 1920 circa 17.500 Jahrestonnen und hatte 660 Mitarbeiter. 1923 wurde der Betrieb jedoch eingestellt. Im Juni 1937 übernahm die Annawerk A. G. aus Oeslau die Grubenwerke der Vereinigten Gewerkschaft. Im November 1937 gründete die Annawerk A. G. zusammen mit der Reichswerke Hermann Göring A.G. die Buchtal A.G., Keramische Betriebe der Reichswerke Hermann Göring mit Sitz in Schwarzenfeld. Die neu gegründete Gesellschaft verfügte über die Kuxe der Vereinigten Gewerkschaft und ein Zwangsarbeiterlager mit etwa 750 Personen.[4]

1935 wurde Schmidgaden an das elektrische Stromnetz angeschlossen.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching sowie Teile von Gösselsdorf nach Schmidgaden eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung

  • 1970: 2265 Einwohner
  • 1987: 2421 Einwohner
  • 2000: 2782 Einwohner
  • 2010: 2892 Einwohner

Kommunalpolitik

Gemeinderatswahl 2014
Wahlbeteiligung: 83,35 % (2008: 77,5 %)
 %
30
20
10
0
16,74 %
12,55 %
26,43 %
24,35 %
19,93 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+6,24 %p
+0,85 %p
+0,43 %p
-3,05 %p
-4,47 %p
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Der Gemeinderat besteht aus 16 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister.

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte im Schmidgadener Gemeinderat zu folgender Sitzverteilung:[6]

CSU SPD Gemeinwohl FW Rott.-Göss. FWG Trisching
2 Sitz 2 Sitz 3 Sitze 4 Sitze 3 Sitze

Die Bürgermeisterwahl 2008 entschied Rudolf Birner von der Wählergruppe Freie Wähler Rottendorf Gösselsdorf mit 52,53 Prozent (405 Stimmen) im Vergleich zu 47,47 Prozent (366 Stimmen) seines Amtsvorgänger Johann Prifling von der Wählergruppe Gemeinwohl für sich.

Wappen

Blasonierung: Unter rotem Schildhaupt, darin ein silbernes Sensenblatt, in Silber auf gewelltem grünen Boden eine grüne Buche. Wappen seit 1965. Das Gemeindewappen weist auf das Geschlecht der Schmidgadener hin. Die Farben Weiß-Rot erinnern an das Adelsgeschlecht der Paulsdorfer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Schmidgaden hat sich aus einer einstmaligen Burgkapelle aus dem 14. Jahrhundert entwickelt.[7] Der ehemalige Flurname "Burgstall" und vorhandene Mauerreste beim Friedhof sprechen dafür. Die heute nicht mehr existente Burg wäre dann nach der Aufgabe durch die Schmidgadener Herren verfallen. Östlich an der Kirche befindet sich ein Achteckturm. Unter dem achteckigen Turm befindet sich der älteste Bereich des Gotteshauses, die heutige Taufkapelle. Zwei Glocken stammen aus dem 15. Jahrhundert, wurden aber 1961 neu gegossen. Eine dritte Glocke wurde 1790 produziert. In den 1950er Jahren fanden bei der Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Bei Bauarbeiten wurde so der Wappenstein der Paulsdorfer entdeckt. 1993 konnte der Kirchengemeinde eine neue Orgel übergeben werden. Die nördliche Friedhofmauer wurde teilweise im 18. Jahrhundert erstellt. An jeden Wochenende nach dem 15. August, des Patroziniums der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, wird eine Kirchweih gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 28, im produzierenden Gewerbe 63 und im Bereich Handel und Verkehr 10 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 38 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 988. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 121 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1929 ha, davon waren 1467 ha Ackerfläche und 452 ha Dauergrünflächen.

Schmidgaden liegt mit einer eigenen Ausfahrt (AS 60) an der Autobahn A 6 (Nürnberg–Prag). Die A 93 (Hof-Regensburg) verläuft 8 Kilometer im Osten. Es gibt den Flugplatz Schmidgaden (ICAO-Code EDPQ) für Helicopter, Motorsegler und Segelflugzeuge. Genutzt wird der Sonderlandeplatz vom Aero-Club Schmidgaden e. V.

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 107 Kindergartenplätze mit 98 Kindern
  • Volksschulen: Zwei mit 17 Lehrern und 291 Schülern[8]

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Schmidgaden  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Informationen der Bayerischen Landesbibliothek
  3. Elisabeth Müller-Luckner: Nabburg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1: Landkreise/Landgerichte, Heft 50), herausgegeben von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 46
  4. Winfried Nerdinger (Hg.): Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945, München 1993, S. 536. ISBN 3-7814-0360-2.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 530
  6. schmidgaden.de , Ergebnis der Gemeinderatswahlen
  7. Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg: Bezirksamt Nabburg. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1983, ISBN 3-486-50448-7. Seite 103 ff.
  8. Schulen in Schmidgaden

Kategorien: Schmidgaden | Ort im Landkreis Schwandorf | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schmidgaden (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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