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Schmerlenartige


Schmerlenartige

Systematik
Überkohorte: Clupeocephala
Kohorte: Otomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
ohne Rang: Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Schmerlenartige
Wissenschaftlicher Name
Cobitoidea

Die Schmerlenartigen oder Schmerlen im weiteren Sinn (Cobitoidea) sind eine Überfamilie der Karpfenartigen (Cypriniformes). Die durchaus heterogene Gruppe wird durch einen unter dem Auge befindlichen Dorn, der sich bei Gefahr abklappen und verriegeln lässt, und das zu Saugzwecken umgeformte, unterständige Maul charakterisiert.

Schmerlenartige sind in den Süßwasserflüssen Europas und Asiens beheimatet; sie bevorzugen schnell fließende Gewässer, in denen sie sich mittels ihrer Saugorgane an den festen Gegenständen des Gewässergrundes festhalten und nahezu kriechend fortbewegen können.

Systematik

Die Schmerlenartigen umfassen etwa 100 Gattungen mit etwa 1000 Arten. Nelson (2006) unterteilt sie in vier Familien mit insgesamt 8 Unterfamilien:

Auf der Grundlage molekulargenetischer Untersuchungen sind in jüngerer Vergangenheit die Unterfamilien Nemacheilinae und Botiinae auf Familienrang gehoben und die „nemacheilinen“ Gattungen Vaillantella und Ellopostoma in eigene Familien gestellt worden.[1][2][3] Als unsicher hat sich die Stellung der Catostomiden herausgestellt, die zwischen einem Schwestergruppenverhältnis zu allen übrigen Cobitoideen[3] und einem Schwestergruppenverhältnis zu allen übrigen Karpfenartigen schwankt.[2][4] Die verwandtschaftlichen Beziehungen verdeutlicht das folgende Kladogramm:[2][3]

 Karpfenartige (Cypriniformes) 

 ? Saugkarpfen (Catostomidae)


     

Schmerlen sensu lato (Cobitoidea) 

 ? Saugkarpfen (Catostomidae)


     

 Saugschmerlen (Gyrinocheilidae)


     

 Prachtschmerlen (Botiidae)


     

 Langflossenschmerlen (Vaillantellidae)


     

 Steinbeißer bzw. Schmerlen sensu stricto (Cobitidae)


     

 Flossensauger (Balitoridae)


     

 „Störmäuler“ (Ellopostomatidae)


     

 Bachschmerlen (Nemacheilidae)










     

 Karpfenfische (Cyprinoidea)




In einer umfassenden Monographie über die Schmerlenartigen gliedert der Schweizer Ichthyologe Maurice Kottelat (2012) die Catostomiden aus der Überfamilie Cobitoidea aus und fasst die Gruppierung Catostomidae + Cobitoidea zur Unterordnung Cobitoidei zusammen. Des Weiteren gliedert er mehrere Gattungen aus den Balitoriden aus, für die er die monogenerischen Familien Barbuccidae und Serpenticobitidae errichtet und die in jüngerer Vergangenheit nicht mehr als gültiges Taxon gehandelte Familie Gastromyzontidae reaktiviert.

Literatur

  • Jörg Bohlen, Vendula Šlechtová: Phylogenetic position of the fish genus Ellopostoma (Teleostei: Cypriniformes) using molecular genetic data. Ichthyological Exploration of Freshwaters. Bd. 20, Nr. 2, 2009, S. 157-162 (PDF ; 1,8 MB)
  • Wei-Jen Chen, V. Lheknim, Richard L. Mayden: Molecular phylogeny of the Cobitoidea (Teleostei: Cypriniformes) revisited: position of enigmatic loach Ellopostoma resolved with six nuclear genes. Journal of Fish Biology. Bd. 75, Nr. 9, 2009 S. 2197-2208, doi:10.1111/j.1095-8649.2009.02398.x
  • Maurice Kottelat: Conspectus cobitidum: an inventory of the loaches of the world (Teleostei: Cypriniformes: Cobitoidei). The Raffles Bulletin of Zoology, Supplementum Nr. 26, 2012, 199 S. (PDF ; 5,4 MB)
  • Richard L. Mayden, Kevin L. Tang, Robert M. Wood, Wei-Jen Chen, Mary K. Agnew, Kevin W. Conway, Lei Yang, Andrew M. Simons, Henry L. Bart, Phillip M. Harris, Junbing Li, Xuzhen Wang, Kenji Saitoh, Shunping He, Huanzhang Liu, Yiyu Chen, Mutsumi Nishida, Masaki Miya: Inferring the Tree of Life of the order Cypriniformes, the earth’s most diverse clade of freshwater fishes: Implications of varied taxon and character sampling. Journal of Systematics and Evolution. Bd. 46, Nr. 3, 2008, S. 424–438 (PDF , 455 kB)
  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  • Vendula Šlechtová, Jörg Bohlen, Heok Hui Tan: Families of Cobitoidea (Teleostei; Cypriniformes) as revealed from nuclear genetic data and the position of the mysterious genera Barbucca, Psilorhynchus, Serpenticobitis and Vaillantella. Molecular Phylogenetics and Evolution. Bd. 44, Nr. 3, 2007, S. 1358–1365

Einzelnachweise

  1. Šlechtová et al. (2007)
  2. 2,0 2,1 2,2 Chen et al. (2009)
  3. 3,0 3,1 3,2 Bohlen & Šlechtová (2009)
  4. Mayden et al. (2008)

Weblinks


Kategorien: Karpfenartige

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