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Schmausenbuck


Schmausenbuck

Schmausenbuckturm

Höhe 390 m
Lage Bayern, Deutschland
Gebirge Lorenzer Reichswald
 

Der Schmausenbuck ist eine Erhöhung (ca. 390 m über dem Meeresspiegel) am östlichen Rand von Nürnberg inmitten des Lorenzer Reichswaldes, an dessen Südhang sich seit Mai 1939 der Nürnberger Tiergarten befindet.

Das gesamte Gelände am Schmausenbuck sowie der angrenzende Nürnberger Tiergarten ist als Landschaftsschutzgebiet (LSG-00536.16) und Bestandteil des Natura 2000 Netzwerkes und als Schutzgebiet DE6532372, Tiergarten Nürnberg mit Schmausenbuck [1] ausgewiesen.

Geschichte

Der aus mehreren Kuppen bestehende ehemalige Reuhelberg wurde nach dem Rotbierbrauer Georg Schmaus (1619–1682) benannt, der das Gelände im Jahre 1670 von der Stadt Nürnberg kaufte. Der Schmausenbuck war bis zur Eingemeindung von Brunn (407 m) die höchste Erhebung im Nürnberger Stadtgebiet. Die höchste Kuppe trägt den Namen Gritz (von althochdeutsch Grütz = magerer Waldboden). Der dort gewonnene Burgsandstein diente bis in die Neuzeit als Baustoff für die Stadt. Um 1800 wurden die alten Steinbrüche als Naturtheater genutzt und sind heute teilweise in das Gelände des Tiergartens integriert.

Der Schmausenbuck wurde im Mittelalter wegen der dortigen, 1806 verbotenen Vogelherdanlagen, häufig besucht und war auch als Vergnügungsort beliebt. Die erstmals 1372 anlässlich einer Renovierung erwähnte Brunnen- und Quellanlage Buchenklinge diente als Rastplatz für Steinbrucharbeiter und Ausflügler. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlagerte sich der Ausflugsverkehr trotz mehrerer Renovierungen der Quellfassung auf den vorderen Schmausenbuck.

1831 kaufte Albert Johann Cramer, der Vater von Theodor von Cramer-Klett, das Schmausenschloss und den Schmausenbuck. Er ließ das Gelände zu einem romantischen Vergnügungspark mit Burgruine und einer Einsiedelei umgestalten. Der abgeschlossene Park wurde nur an wenigen Tagen im Jahr für die Bevölkerung geöffnet.

Bereits im 18. Jahrhundert wurde auf der Westseite eine Gaststätte errichtet. Der Besitzer Fikenscher ließ das alte Wirtshaus 1877–81 um ein modernes Restaurations- und Hotelgebäude und einen großen Orchestersaalbau erweitern und betrieb die Einrichtung als Sommerfrische und Kur- und Vergnügungsort. 1881 wurde der Verschönerungsverein für den Schmausenbuck gegründet, der Wege und Brücken anlegen und den 41 Meter hohen Schmausenbuckturm auf der Gritz errichten ließ.

Mit dem Bau des Aussichtsturms wurde am 5. Mai 1887 begonnen. Er ersetzte die sogenannte Himmelsleiter, ein pyramidenförmiges Holzgerüst aus Baumstämmen. Am 8. Mai 1888 wurde der mit einem hohen, spitzen Blechdach versehene steinerne Turm eröffnet. Durch Beschuss der Alliierten im Jahr 1945 wurde er beschädigt und erst 1965 in seiner heutigen Form mit einer Höhe von 29 Metern wieder aufgebaut. Der Aussichtsturm mit seiner Aussichtsplattform auf 413,87 m ü. NN ist jährlich von Mai bis September an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Auf dem Schmausenbuckturm befindet sich seit 1974 das Amateurfunkrelais DB0VN (438,650 MHz).

Auch einer der vier Hochbehälter der Nürnberger Trinkwasserversorgung befindet sich auf dem Schmausenbuck. Die drei Gewölbe aus den Jahren 1885, 1902 und 1918 mit einem Gesamtfassungsvermögen von 70.000 m³ sind in einem erdbedeckten Hügel untergebracht.

Der Bund Naturschutz veranstaltet jährlich im Juli ein Reichswaldfest mit naturkundlichen Führungen am Schmausenbuck.

Der Schmausenbuck ist durch ein weitreichendes Pfad- und Wegenetz für Wanderer und Radfahrer interessant. Im Winter steht bei entsprechender Schneelage eine etwa einen Kilometer lange Naturrodelbahn am Nordhang zur Verfügung.

Fauna und Flora

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Natura 2000: DE6533471, Nürnberger Reichswald (Abgerufen am 22. Juni 2013)

Literatur

Weblinks

 Commons: Schmausenbuck  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Geographie (Nürnberg) | Amateurfunk-Relaisstandort | Berg in Bayern | Berg in Europa | Natura-2000-Gebiet | Berg unter 1000 Meter

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schmausenbuck (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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