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Schmalzgrube (Jöhstadt)


Schmalzgrube
Stadt Jöhstadt
Höhe: 614 m
Einwohner: 191 (30. Jun. 2011)
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 09477
Vorwahl: 037343

Lage von Schmalzgrube in

Schmalzgrube ist ein Stadtteil von Jöhstadt im Erzgebirgskreis.

Geografie

Lage

Der Ort liegt in einer Talsenke an der Einmündung des von Jöhstadt kommenden Schwarzwassers in die Preßnitz ungefähr 4 km nordöstlich des Stadtkerns von Jöhstadt auf einer Höhe von 600 m ü. NN. Etwa einen Kilometer oberhalb von Schmalzgrube befindet sich im Preßnitztal ein Rad- und Wanderergrenzübergang zum benachbarten tschechischen Kryštofovy Hamry.

Nachbarorte

Grumbach Steinbach
Satzung
Jöhstadt Kryštofovy Hamry

Geschichte des Hammerwerks

Schmalzgrube ging aus einem erzgebirgischen Hammerwerk hervor, das 1550 im Amtserbbuch des Amtes Wolkenstein erstmals urkundlich nachgewiesen ist und zu diesem Zeitpunkt dem Gregor Weinolt gehörte. Dem Annaberger Bürger Andreas Müller wurden 1559 drei alte Schlackenhaufen verliehen und zugleich die Konzession erteilt, ein kleines Pochwerk und eine Hütte mit Ofen anlegen zu dürfen. Nach der Zerstörung des Werks im Dreißigjährigen Krieg wurde der Standort 1656 von Gottfried Rubner erworben, der am 17. September 1659 mit der Erlaubnis zum Errichten eines Hochofens sowie eines Blechhammers nebst Zinnhaus privilegiert wurde. Zudem wurde ihm das Brau-, Mahl- und Backrecht verliehen. In der Hammerordnung for die Blech-Hammer-Wercke in denen Aemtern Schwartzenberg, Wolcken- und Lauterstein des Kurfürsten Johann Georg II. vom 26. März 1660 ist in Punkt 26 festgelegt, dass die Gottfried Rübner erteilte Genehmigung für die Blechherstellung und -verzinnung wegen der damaligen großen Absatzprobleme der erzgebirgischen Bleche erst nach einem Jahr in Kraft tritt. [1] Das Hammerwerk blieb noch einige Zeit im Besitz seiner Nachfahren, gelangte dann an die Familie von Berbisdorf und wurde schließlich 1739 vom Großpöhlaer Erbrichter Christoph Carl Pistorius in öffentlicher Subhastation erstanden. Ihm wurde 1740 bei einer angedrohten Strafe von 5 Thalern untersagt, den Anteil des Eisensteins aus böhmischen Eisensteingruben nicht über ein Drittel seiner Produktion steigen zu lassen. Von seinem Sohn Carl August Pistorius wurde 1766 das noch bestehende Hammerherrenhaus mit Mansarddach und Dachreiter errichtet. Seit 1773 war Hans August von Elterlein Besitzer von Mittelschmiedeberg, Oberschmiedeberg und Schmalzgrube. In dem wirtschaftlich schwierig Jahrzehnt der 1810er, in dem das Hammerwerk teilweise stillstand, wurden einige Anstrengungen unternommen, um mit technischen Neuerungen den Betrieb aufrechtzuerhalten. So wurde der Hochofen neu errichtet oder renoviert, wovon eine Tafel „HAvEE 1819“ (Hans August von Elterleins Erben) erinnert. Die Eisenerzeugung wurde spätestens 1870 unter der Familie Salzer eingestellt.

Entwicklung nach Beendigung der Eisenproduktion

Zum Gebäudeensemble des Hammerwerks gehörten neben dem erhalten Hammerherrenhaus und dem Hochofen noch ein Faktorhaus, eine Hammerschmiede, ein Kohlschuppen, ein Drahtwerk aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Mühle nebst Bäckerei und Schankwirtschaft. Auf der sogenannten Blechwiese am nördlichen Ortsausgang standen die Gebäude des Blechhammers.

Der Hochofen, der sich einige Meter oberhalb des Herrenhauses befindet, gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Hochöfen im Gebiet der Neuen Bundesländer. Vergleichbare Anlagen sind nur noch an den Standorten Brausenstein (erhaltener Hochofen von 1693), Peitz (erhaltener Hochofen von 1809), Morgenröthe-Rautenkranz (erhaltener Hochofen von 1820/22) und Schmalkalden (Neue Hütte) (erhaltener Hochofen von 1835) vorhanden. Der Hochofen Schmalzgrube wurde 1991/92 von Lothar Hering und Mitarbeitern des Christlichen Jugenddorfes restauriert. Das ehemalige Hammerwerk mit Hammerherrenhaus und Hochofen sind Teile des Montangebietes Jöhstadt, einer ausgewählten Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Um 1900 existierten fünf Brettmühlen im Ort, später wurden diese teilweise zu Zwirnereien und Pappenfabriken umgebaut. Nach 1945 waren der „VEB Holz- und Metallverarbeitung“, der „VEB Schrauben- und Formdrehteile“ und der „VEB Textilwerke Wedru, Werk IV“ die Hauptarbeitgeber im Ort in der DDR-Zeit.[2]

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl [3]
1789 6 besessene Mann, 39 Häusler
1834 254
1871 321
1890 320
Jahr Einwohnerzahl
1910 275
1925 360
1939 333
1946 489
Jahr Einwohnerzahl
1950 444
1964 334
1990 237

Verkehrsanbindung

Durch den Ort führt die Staatsstraße 264 von Steinbach nach Jöhstadt.

Von 1892 bis 1984 führte die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt durch den Ort. Nach der Einstellung der Strecke und dem Abbau der Gleisanlagen wurde auf dem Bahnhofsgelände eine Lagerhalle errichtet.

Seit 1995 ist Schmalzgrube durch den Aufbau der Museumsbahn Steinbach–Jöhstadt wieder Betriebsstelle der Eisenbahn, die Gleisanlagen wurden auf dem früheren Gleisplanum wieder originalgetreu errichtet. Heute ist Schmalzgrube der Betriebsmittelpunkt der Museumsbahn.

Zahlreiche Wanderwege nehmen in Schmalzgrube ihren Ausgang. Wenige Kilometer von Schmalzgrube entfernt befindet sich die Sperrmauer der Talsperre Preßnitz.

Literatur

  • Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V. (Hg.): Umsetzungsstudie Hammerwerk Schmalzgrube. Festlegung und Definition der Welterbe-Gebiete und Pufferzonen im Rahmen des Projekts Montanregion Erzgebirge. Freiberg 2011 (Digitalisat ; PDF; 1,5 MB)
  • Bernd Schreiter: Hammerwerke im Preßnitz- und Schwarzwassertal. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 14, S. 9-11, 1997 ((PDF; 200 KB) (Memento vom 22. Februar 2012 im Internet Archive))

Weblinks

 Commons: Schmalzgrube  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Codex Augusteus oder neuvermehrtes Corpus iuris Saxonici: Worinnen die in dem Churfürstenthum Sachsen und darzu gehörenden Landen … publicirte und ergangene Constitutiones, Decisiones, Madata und Verordnungen enthalten. Band 2. Halle 1724, Spalte 331-332 Digitalisat , abgerufen am 12. Juli 2014
  2. Karl-Heinz Melzer: Wolkenstein–Jöhstadt–Preßnitztal, 1. Aufl. 1979, S. 68
  3. vgl. Schmalzgrube im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalzgrube (Jöhstadt) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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