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Schloss Kalmar


Schloss Kalmar in der schwedischen Stadt Kalmar ist der beste erhaltene Renaissance-Palast in Nordeuropa und spielte durch seine Lage an der einstigen Grenze zu Dänemark eine wichtige Rolle in der schwedischen Geschichte. Das Schloss steht auf einer kleinen Halbinsel an der Ostseeküste und ist durch einen Burggraben von Festland getrennt.

Das Schloss geht zurück auf einen 1180 unter der Regierung von Knut Eriksson erbauten Verteidigungsturm (Kastal) zum Schutz gegen Piraten und andere Feinde, die von der See her die Stadt bedrohten. Magnus Ladulås ließ Ende des 13. Jahrhunderts eine Ringmauer samt vier Türmen um den eigentlichen Verteidigungsturm errichten.

Das Schloss war der erste Aufenthaltsort Gustav Wasas in Schweden nach seiner Flucht aus dänischer Gefangenschaft. Deswegen findet man im Schloss einen Brunnen, der nach ihm benannt ist, und ein Monument zu seinen Ehren. Gustav und seine Söhne ließen das Schloss weiter ausbauen. Gustav selbst ließ es durch einen Stein- und Erdwall ergänzen, der als Verteidigung gegen die neu aufkommende Artillerie gedacht war. Die Söhne Erik XIV. und Johann III. legten mehr Augenmerk auf die künstlerische Ausstattung des Schlosses. Für die Inneneinrichtung des Bauwerkes verpflichteten sie ausländische Architekten und Künstler.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts begann eine lange Zeit des Verfalls. Die Festung, welche unter den vorangegangenen 395 Jahren 22 Mal belagert wurde, aber nie erstürmt werden konnte, wurde zum Gefängnis, Getreidespeicher und zur königlichen Schnapsbrennerei degradiert. Große Teile der alten Einrichtung wurden zerstört und es gab sogar Vorschläge, das Schloss abzureißen. In den 1850er Jahren begann man mit Renovierungsarbeiten, die bis heute andauern.

Die Kapelle der Burg wird heute gerne für Hochzeiten genutzt.

Aufbau des Schlosses

In der ursprünglichen Fassung aus dem 12. Jahrhundert war Kalmar von einer unregelmäßigen Ringmauer umgeben. Zur besseren Verteidigung errichtete man den Donjon zur Seeseite hin und schützte ihn durch zwei massive Rundtürme. Zwei quadratische Tortürme sicherten die Einfallswege am Tor. Die runden Türme – eigentlich eine französisch-deutsche Entwicklung – waren lange Jahre die einzigen Türme ihrer Art in Skandinavien. Gustav Wasa änderte die Burg später grundlegend. Erhalten blieb der alte Donjon. Die Gebäude aber wurden palastartig neu errichtet. Anstelle der Türme baute er niedrigere, aber massivere Bastionen für die Artillerie. Ein weiterer Außenwall ergänzte die verstärkte Befestigung.

Literatur

  • Chris Gravett: Atlas der Burgen. Die schönsten Burgen und Schlösser. Tosa, Wien 2001, ISBN 3-85492-470-4, S. 130–131.

Weblinks

 Commons: Schloss Kalmar  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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