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Schlingsteine


Schlingsteine

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Ort Lindern, Niedersachsen, Deutschland
Entstehung 3500 bis 2800 v. Chr.
Sprockhoff-Nr. 961

Die Schlingsteine sind eine Megalithanlage der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur (TBK) (entstanden zwischen 3500 und 2800 v. Chr.) mit der Sprockhoff-Nr. 961 im Pastorenbusch bei Lindern in Niedersachsen. Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1] Die Ableitung des Namens Schlingsteine ist unbekannt.

Beschreibung

Die Anlage besteht aus zehn großen und etwa so vielen kleineren Steinen, die aus dem Waldboden ragen. Am Ostende der etwa 24 × 1,5 Meter messenden Reihe großer Blöcke, die die Kammer abbilden, ist noch ein Joch (Tragsteinpaar mit Deckstein) vorhanden. Man geht bei den Schlingsteinen davon aus, dass es sich um eine jener seltenen Anlage handelt, die nicht über der Erde, sondern wie die Galeriegräber oder frühe Dolmen in die Erde eingelassen errichtet wurden. Die Schmalseitensteine der Einfassung sind erhalten. Die fünf Löcher auf dem fünften Deckstein sind Bohrlöcher für einen Sprengversuch.

Funde

Bei den geborgenen Gefäßen handelt es sich um:

  • ein Schultergefäß mit Henkel, konischem Hals, scharfem Halsknick, runder Schulter und leicht bauchigem Unterteil; verziert mit umlaufenden Horizontal- und Zick-Zack-Muster auf dem Hals sowie Horizontal-, Vertikal- und Zickzackreihen auf der Schulter. Höhe 15,7 Zentimeter.
  • einen steilwandigen Becher mit waagrechter Öse, verziert mit Furchenstichreihen unter dem Rand und im Ösenbereich. Höhe 11,3 Zentimeter.
  • einer Schale mit Standring, verziert mit durchlaufenden und unterbrochenen horizontalen Furchenstichreihen unter dem Rand, mit unten anschließenden vertikalen Liniengruppen sowie Kerben auf dem Standring. Höhe 8,4 Zentimeter.
  • dem Bodenstück einer Schale mit einem mit vertikalen Kerben verzierten Standring.

Die Steinkiste

In der Nähe der Schlingsteine wurde 1962 eine Steinkiste entdeckt. Die 4 × 1,2 Meter große Kammer befand sich in einem 45 × 25 × 3 Meter hohen, ovalen Hügel. Sie hat sechs Trag- und zwei Schlusssteine, jedoch keine Decksteine, weshalb sie als Steinkiste eingestuft wurde. Die Beigaben deuten auf das späte Jungneolithikum (ca. 2000 v. Chr.) hin. Die Anlage hat keine Sprockhoff-Nummer.

Nordwestlich von Lindern lagen zwei große Hügel, in denen bereits 1957/58 große Steinsetzungen festgestellt wurden. 1962 sollten die Hügel abgetragen werden. Beim Abtragen des zweiten Hügels (45 x 25 x 3 m) stieß der Bagger auf große Steine. Im Hügel steckte ein neolithisches Großsteingrab, das aus acht überwiegend sehr flachen Granitfindlingen bestand, die als Tragsteinen fungiert hatten. Die Platten waren teilweise so flach, das sich die Frage stellte, ob sie vor dem Bau des Großsteingrabes bearbeitet worden waren. Die Kammer hatte keine Steinpflasterung. Da die Tragsteine sehr unterschiedliche Höhen aufwiesen, war zweifelhaft, ob das Großsteingrab jemals Decksteine besessen hat. Auch das Trockenmauerwerk zwischen den Findlingen war unvollständige und so stellte sich die Frage, ob das Großsteingrab unfertig geblieben war. Allerdings fanden sich eine Bernsteinperle, Bruchstücke von drei Steinbeilen, Pfeilspitzen und zerscherbte Tiefstichkeramik, u.a. von Kragenflaschen und Trichterbechern. Die Kammer war ursprünglich von einem Steinkranz umgeben. Im Abstand von etwa 1 m um die Kammer wurde eine holzkohlehaltige Brandschicht festgestellt, unter der der Sand ausgeglüht war. Um die Kammer scheint mehrfach ein Feuerring entzündet worden zu sein. H.G. Steffens hat das Großsteingrab ans Ende des Mittelneolithikums datiert und sah in ihm einen Übergangstyp von den klassischen Großsteingräbern zu den bronzezeitlichen Grabhügeln. Laut M. Fansa wurde Holzkohle von außerhalb des Grabes mittels Radiocarbonmethode auf 2135 ± 90 v. Chr. datiert.

Siehe auch

Literatur

  • Anette Bußmann: Steinzeitzeugen. Reisen zur Urgeschichte Nordwestdeutschlands. Isensee Verlag, Oldenburg 2009, ISBN 978-3-89995-619-1 S. 78.
  • Heinz Knöll: Die nordwestdeutsche Tiefstichkeramik und ihre Stellung im nord- und mitteleuropäischen Neolithikum. Neumünster 1981.
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschland. Teil 3: Niedersachsen – Westfalen. Rudolf Habelt Verlag, Bonn 1975, ISBN 3-7749-1326-9, S. 140.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

Kategorien: Steinkiste | Lindern (Oldenburg) | Großsteingrab in Niedersachsen | Trichterbecherkultur

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schlingsteine (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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