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Schlettau


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schlettau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: ErzgebirgskreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 612 m ü. NHN
Fläche: 21,17 km²
Einwohner: 2442 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09487
Vorwahl: 03733
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 520
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
09487 Schlettau
Webpräsenz: www.schlettau-im-erzgebirge.de
Bürgermeister: Conny Göckeritz (Grüne)
}

Schlettau ist eine Kleinstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen.

Geografie

Die Stadt liegt an der Mündung der Roten Pfütze in die Zschopau. Das Waldhufendorf Dörfel liegt nördlich von Schlettau.

Nachbargemeinden

Im Osten grenzt Annaberg-Buchholz an die Stadt, im Südosten Sehmatal, im Süden Crottendorf, im Südwesten Scheibenberg, im Westen Elterlein und im Norden Tannenberg.

Stadtgliederung

Zu Schlettau gehört seit dem 1. Oktober 1996 der Ortsteil Dörfel.

Geschichte

Zum Schutz des Überganges über die Zschopau und als Wegestation zum Preßnitzer Pass legte man um 1100 ein Kastell an. Das Gebiet gehörte den Schönburgern und oblag der Oberhoheit des böhmischen Königs. Am 13. März 1351 erhielten Friedrich und Bernhard von Schönburg Hassenstein (Hasištejn), Preßnitz und Schlettau, das in der Urkunde erstmals überhaupt Erwähnung findet (unter dem Namen Sleten oder Slatin), als Lehen. Am 20. März 1413 kam Schlettau in einem Tauschgeschäft zum Kloster Grünhain. 1367 wird Schlettau oppidum genannt, in der Mitte des 15. Jahrhunderts sind die ersten städtischen Rechte belegt.

1515 wurde Schlettau freie Bergstadt. 1527/1529 wurde in der Region die Reformation durch Balthasar Loy und Johannes Bock eingeführt. Mit der damit verbundenen Auflösung des Klosters Grünhain kam Schlettau unter wettinische Herrschaft. Aufgrund der verkehrswichtigen Lage kam es im Dreißigjährigen Krieg mehrfach zum Durchzug plündernder Truppen. Ab 1725 begann man mit dem Kartoffelanbau auf Schlettauer Fluren. Als das Schloss ab Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr genutzt wurde, verfiel es in zunehmendem Maße. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten. Bis dahin hatten Teile des Schlosses als Fabrikgebäude Verwendung gefunden. 1889 erfolgte mit der Eröffnung der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd–Schwarzenberg der Anschluss an das Bahnnetz. 1930 ging das Schloss Schlettau in den Besitz der Stadt über.

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1996 erfolgte die Eingemeindung von Dörfel.[2]

Einwohnerentwicklung

Am 3. Oktober 1990 zählte Schlettau 2.985 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993 – 2.844
  • 1994 – 2.823
  • 1995 – 2.820
  • 1996 – 2.854
  • 1997 – 2.794

1998 bis 2002

  • 1998 – 2.789
  • 1999 – 2.790
  • 2000 – 2.799
  • 2001 – 2.787
  • 2002 – 2.772

2003 bis 2007

  • 2003 – 2.753
  • 2004 – 2.758
  • 2005 – 2.732
  • 2006 – 2.705
  • 2007 − 2.691

ab 2009

  • 2009 − 2.598
  • 2012 − 2.468
  • 2013 − 2.456
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 53,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
39,3 %
43,2 %
10,1 %
7,3 %
FWBF
Schloss
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Bürgerforum (FWBF): 6 Sitze
  • CDU: 6 Sitze
  • Schloss Schlettau: 1 Sitz
  • GRÜNE: 1 Sitz

Bürgermeister

Conny Göckeritz (Grüne) setze sich bei der Bürgermeisterwahl am 7. Juni 2015 mit 67,9 Prozent gegen Amtsinhaber Axel Bräuer (CDU) durch. Göckeritz ist der erste Bürgermeister von Bündnis90/Die Grünen im Erzgebirge und im Freistaat Sachsen der zweite seit Erich Homilius 1994 Bürgermeister von Hohenstein-Ernstthal wurde.[4]

Städtepartnerschaften

  • Partnerstadt ist Místo (Platz) in Tschechien (seit 2004)
  • Städtefreundschaft besteht mit Schnaittach (Mittelfranken)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch die Stadt führt die Ferienstraße Silberstraße. Das bekannteste Tourismusziel ist das Schloss Schlettau. Im darin untergebrachten Museum werden unter anderem historische Exponate der Posamentenherstellung, die in Schlettau heimisch war, gezeigt. Im Zentrum der Stadt steht eine restaurierte Kursächsische Postmeilensäule.

Kirchenmusik

Siehe: Kantorei St. Ulrich.

Gedenkstätten

  • Am Naturschutzzentrum steht ein Gedenkstein für einen namentlich bekannten sowjetischen Zwangsarbeiter, der wegen praktischer Lebenshilfe für seine Leidensgenossen von zwei Polizisten 1945 ermordet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

  • Größter Betrieb des Ortes ist ein Steinbruch zur Gewinnung von Zweiglimmergneis.
  • In Schlettau wird exklusiv der Kräuterschnaps „Grubenfeuer“ hergestellt.

Verkehr

Schlettau liegt an der Bundesstraße 101. Die alte Wegverbindung zum Preßnitzer Pass vom Kloster Grünhain hat heute keinerlei überregionale Bedeutung mehr.

Auf der durch die Stadt führenden Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg (- Aue) wurde 1997 der Personenverkehr eingestellt, die Strecke wird lediglich mehrmals im Jahr von dem Verein Sächsischer Eisenbahnfreunden (VSE) in Schwarzenberg bei Sonderfahrten befahren (Erzgebirgische Aussichtsbahn). Einst lag hier der Ausgangspunkt der Stichstrecke nach Crottendorf, welche bis Walthersdorf die Trasse nach Annaberg-Buchholz benutzte.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Bernhard Greifenhagen, Fabrikant und Begründer einer Stiftung in Schlettau
  • Ferdinand Edelmann, Fabrikant in Schlettau

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

Literatur

  • Stadtverwaltung Schlettau: Festschrift zur ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Schlettau vor 650 Jahren – Chronik der Stadt Schlettau 1351–2001. Verlag Bergstraße: Annaberg-Buchholz, 2001.
  • Von Annaberg bis Oberwiesenthal (= Werte der deutschen Heimat. Band 13). Schlettau, Krs. Annaberg. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1968, S. 106–112.
  • Richard Steche: Schlettau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 86.
  • Schlettau, in: Max Grohmann: Das Obererzgebirge und seine Städte. Graser, Annaberg 1903
  • Schlettau bei Annaberg . In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 10. Band, Zwickau 1823, S. 345–353.

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Wahlsieg ohne Veggie-Day . Freie Presse, 8. Juni 2015.

Weblinks

 Commons: Schlettau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Schlettau – Quellen und Volltexte

Kategorien: Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen | Bergstadt (Sachsen) | Schlettau | Ort im Erzgebirgskreis | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schlettau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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