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Schleifung


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schleifung (Begriffsklärung) aufgeführt.

Schleifung bezeichnet meist den Abriss von Burgen und Befestigungsanlagen der verlierenden Partei eines militärischen Konflikts. Sie erfolgt durch Abtragen, Einebnen, Sprengen oder Niederreißen. Im äußersten Fall ist damit gemeint: dem Erdboden gleichmachen. Häufig ist eine Ringstraße Relikt einer geschleiften Befestigung. Der Boulevard (Bollwerk) bezeichnete ursprünglich ebenfalls eine Ringstraße einer geschleiften Befestigung.

Im 19. Jahrhundert wurden viele der veralteten Festungen geschleift, um den wachsenden Städten mehr Raum in der Fläche verschaffen zu können. Dieser Prozess der Beseitigung städtischer Befestigungsanlagen wird spezifisch als Entfestigung bzw. Defortifikation bezeichnet. Der anfallende Abraum aus Backstein, Klinker, Findlingen usw. diente als Material für die Bebauung. Die Schleifung erfolgte durch das mechanische Abtragen von Mauern und Wällen, das Einebnen von Gräben sowie, sofern notwendig, auch durch Sprengungen. Meist wurden die Flächen, auf denen sich die Befestigungsanlagen befanden, als Park- und Grünflächen (Promenaden) oder für (Ring-)Straßen genutzt. Mitunter wurden einzelne als historisch bedeutend angesehene Bauteile erhalten und in die Grünanlagen bzw. die neuen Straßen und Plätze einbezogen wie z. B. einige mittelalterliche Stadttore in Köln oder das Holstentor in Lübeck.

Auch heute zeichnen sich die Umrisse der alten Wallanlagen oft noch deutlich im Stadtbild ab. Beispiele sind Planten un Blomen in Hamburg, der Frankfurter Anlagenring, die Bremer Wallanlagen, der Kölner Grüngürtel oder die Münstersche Promenade. In einigen Städten wie z.B. Aachen kann man zwei Ringstraßen sehen, die auf einer älteren und einer neueren Befestigungsanlage beruhen (siehe Stadtmauer Aachen). Berühmt ist auch die Wiener Ringstraße, an deren Seiten im ausgehenden 19. Jahrhundert repräsentative Prachtbauten entstanden, der in Wien auch Ringstraßenstil genannt wird.[1]

Sonstiges

Literatur

  • Yair Mintzker: The Defortification of the German city, 1689–1866. Cambridge University Press, New York 2012, ISBN 978-1-107-02403-8, zugleich Dissertation, Universität Stanford, 2009 (Digitalisat ).
  • Yair Mintzker: What is Defortification? Military Functions, Police Roles, and Symbolism in the Demolition of German City Walls in the Eighteenth and Nineteenth Centuries. In: Bulletin of the German Historical Institute. Bd. 48, 2011, Seite 33–58. ISSN 1048-9134 (Digitalisat ).
  • Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung (Hrsg.): Das Ende der Festungen. Aufgelassen – geschleift – vergessen? (= Festungsforschung. Bd. 1). Regensburg 2009.

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Einzelnachweise

  1. William M. Johnsten: Österreichische Kultur- und Geistesgeschichte – Gesellschaft und Ideen im Donauraum 1848 bis 1938. Böhlau, Wien – Köln – Weimar 2006, ISBN 3-205-77498-1, Seite 157 (Online in der Google-Buchsuche)
  2. Wörterbuch

Kategorien: Architekturgeschichte | Befestigungswesen | Fachbegriff der Burgen- und Festungsforschung | Kriegs- und Gefechtsführung

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