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Schleiden


Dieser Artikel behandelt die Stadt Schleiden; andere Bedeutungen unter Schleiden (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: EuskirchenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 121,67 km²
Einwohner: 13.272 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53937
Vorwahl: 02445
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 036
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Blankenheimer Straße 2–4
53937 Schleiden
Webpräsenz: www.schleiden.de
Bürgermeister: Udo Meister (FDP)
}

Schleiden ist eine Stadt in der Eifel im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Das Stadtgebiet wird von Süden nach Norden von der Olef durchflossen. Schleiden war von 1829 bis 1971 Kreisstadt des Landkreises Schleiden.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in 18 Ortschaften (Einwohnerzahlen, Hauptsitz, Stand Oktober 2015):[2]

Ortschaft Einwohner
Berescheid 201
Broich 365
Bronsfeld 551
Dreiborn 975
Ettelscheid 272
Gemünd 4.192
Harperscheid 419
Herhahn 455
Kerperscheid 91
Morsbach 340
Nierfeld 446
Oberhausen 828
Olef 1.133
Scheuren 359
Schleiden 2.251
Schöneseiffen 409
Wintzen 71
Wolfgarten 211
Insgesamt 13.569

Geschichte

Der Ort war im Mittelalter und der frühen Neuzeit Mittelpunkt einer Herrschaft, später der Grafschaft Schleiden, die selbst Bestandteil des Herzogtums Luxemburg war, ab 1441/43 im Rahmen der Niederlande (erst unter den Burgundern, dann den Habsburgern). Nach der Teilung der Niederlande verblieb das Herzogtum Luxemburg mit Schleiden bei der spanischen Linie der Habsburger. Nach dem spanischen Erbfolgekrieg kam das Herzogtum Luxemburg, immer noch mit Schleiden, zur österreichischen Linie des Hauses Habsburg. Als das revolutionäre Frankreich 1794/95 die Österreichischen Niederlande eroberte, wurde das Herzogtum Luxemburg bald auf die drei Départements Forêts, Sambre-et-Meuse und Ourthe verteilt. Schleiden kam zum Département Ourthe (Hauptort Lüttich, fr. Liège). Beim Wiener Kongress 1815 wurden die früher luxemburgischen Gebiete östlich der Flüsse Our, Sauer und Mosel dem Königreich Preußen zugeteilt. Somit wurde Schleiden „preußisch“ und 1871 Teil des Deutschen Reiches.

Die Kleinstadt Schleiden hat zwei bedeutende Humanisten hervorgebracht: Johannes Sleidanus sowie Johannes Sturm, auch als Ioannes Sturmius bekannt.

Stadtgründung

Die Stadt Schleiden besteht seit dem 1. Januar 1972. Sie ist durch Zusammenschluss

  • der früheren Städte Gemünd und Schleiden,
  • der amtsfreien Gemeinde Dreiborn,
  • den amtsangehörigen Gemeinden Broich, Bronsfeld, Harperscheid, Oberhausen und Schöneseiffen,
  • dem Ortsteil Kerperscheid der Gemeinde Hellenthal und
  • dem Ortsteil Wintzen der Gemeinde Kall

gemäß Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen vom 14. Dezember 1971 (GV. NW. S. 414) gebildet worden.[3]

Politik

Sitzverteilung im Stadtrat
     
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51,58 % (2009: 60,22 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,62 %
18,01 %
19,44 %
10,81 %
7,11 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,78 %p
-2,84 %p
+1,61 %p
+0,13 %p
+1,34 %p
-3,03 %p
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Stadtrat

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Schleiden. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[4].

Bürgermeister

Nachfolgend die seit 1972 amtierenden Bürgermeister:[5]

  • 1972−1975: Max Fesenmeyer (parteilos)
  • 1975−1984: Herbert Hermesdorf (CDU)
  • 1984−1995: Alois Sommer (CDU)
  • 1995−1997: Dieter Wolter (CDU)
  • 1997−2004: Christoph Lorbach (CDU)
  • 2004−2012: Ralf Hergarten (parteilos)
  • seit 2012: 0 Udo Meister (FDP)

Stadtdirektoren

  • 1960−1987: Paul-Werner Knebel [6]
  • 1987−1991: Hans Pixa (CDU)
  • 1991−1996: Gregor Micus

Städtepartnerschaft

Schleiden unterhält seit 1978 eine Partnerschaft mit dem französischen Pont-l’Abbé.

Wappen und Banner

Der Stadt Schleiden ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 19. August 1976 die Genehmigung zur Führung eines Wappens, eines Siegels und eines Banners erteilt worden.

Blasonierung: „Das Wappen zeigt einen nach rechts gewandten gold(gelb-)bekrönten zwiegeschwänzten rotbezungten, silbernen (weißen) Löwen, schreitend in grünem mit goldenen (gelben) Lilien bestreutem Feld.“

Die Grundfarbe grün ist dem Wappen der ehemaligen Stadt Gemünd entnommen. Der dargestellte Löwe entstammt dem ehemaligen Wappen der Stadt Schleiden. Er war bereits Wappentier der Herrschaft (seit 1602 Grafschaft) Schleiden. Die neun Lilien im grünen Feld vertreten im Stadtwappen die Städte Gemünd und Schleiden, das Amt Harperscheid sowie die Gemeinden Broich, Bronsfeld, Dreiborn, Harperscheid, Oberhausen und Schöneseiffen.

Beschreibung des Banners:„Das Banner ist grün und zeigt im Bannerfeld das Wappen wie in Absatz 2 der Hauptsatzung (Mit neun goldenen Lilien bestreut einen nach rechts gewandten gelbbekrönten, zweigeschwänzten, rotbezungten, weißen Löwen schreitend.) beschrieben, jedoch freigestellt ohne Schild.“[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Naturdenkmäler

1900 bis 1905 wurde die Urfttalsperre als damals größte europäische Talsperre gebaut. Sie gehört heute zum Nationalpark Eifel.

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Schleiden

Oleftalbahn

Durch Schleiden führt die Oleftalbahn (KallHellenthal), auf der der regelmäßige Personenverkehr 1981 durch die Deutsche Bundesbahn eingestellt wurde. Wegen des 2004 neu eingerichteten Nationalparks Eifel unterstützte das Land Nordrhein-Westfalen den Tourismus durch ein Zweijahresprogramm für Personenverkehr in der Ausflugssaison an Sonn- und Feiertagen. Endeten die Fahrten 2004 im Ortsteil Gemünd, so wurden sie 2005 bis Schleiden weitergeführt. Der SPNV wurde durch den Verkehrsverbund Rhein-Sieg organisiert und von der Rurtalbahn GmbH durchgeführt. Seit dem 16. Oktober 2005 ist der Regelverkehr beendet. Seit 2006 wird der Verkehr privatwirtschaftlich als Museumsbahnverkehr in der Sommersaison weiterbetrieben, seit der Saison 2008 von der Rhein-Sieg-Eisenbahn. Seit 2010 verkehren die Züge wieder bis zum Endbahnhof Hellenthal, dabei kommt ein historischer MAN-Schienenbus zum Einsatz.

Bis 1997 gab es regelmäßigen Güterverkehr über Schleiden bis Hellenthal, danach nur noch Militärverkehr bis Schleiden-Höddelbusch (Panzerverladerampe), der Ende 2005 eingestellt wurde, da Belgien den Truppenübungsplatz Vogelsang zum 1. Januar 2006 aufgab. Das Gelände auf der Dreiborner Hochfläche ging in eine zivile Nutzung (Dokumentationszentrum und Wandergebiet) über.

Verkehr

Das Stadtgebiet von Schleiden liegt im Verbundraum des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und ist von diversen Linien des ÖPNV erschlossen. Zudem Linienverbindungen in den Aachener- und Dürener Raum des AVV.

Wirtschaft und Infrastruktur

Schleiden war bis 2008 einer von neun Standorten der Ardagh Glass Germany GmbH für die Herstellung von Behälterglas in Deutschland.

Gerichte

Schleiden verfügt über ein Amtsgericht in Gemünd, das zum Landgerichtsbezirk Aachen und zum Oberlandesgerichts-Bezirk Köln gehört.

Bildung

Im Stadtgebiet existieren folgende Schulen:

  • Städtisches Gymnasium Schleiden
  • Clara-Fey-Gymnasium Schleiden (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Städtische Realschule Schleiden
  • Grundschule Schleiden
  • Grundschule Gemünd
  • Grundschule Dreiborn
  • Astrid-Lindgren Schule Schleiden

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Schleiden  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Sleiden in der Topographia Circuli Burgundici (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungsstatistik Stadt Schleiden (PDF; 20 kB)
  3. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz)
  4. Stadt Schleiden. Ratswahl - Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  5. Verwaltungsführung seit 1972 auf der offiziellen Seite der Stadt Schleiden
  6. Paul Knebel ist gestorben Kölnische Rundschau vom 7. Juni 2010
  7. Hauptsatzung der Stadt Schleiden, § 2. Abgerufen am 7. Dezember 2015 (PDF; 111 kB).

Kategorien: Ehemalige Kreisstadt in Nordrhein-Westfalen | Ort im Kreis Euskirchen | Schleiden | Gemeinde in Nordrhein-Westfalen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schleiden (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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