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Schlatt (Oberösterreich)


Schlatt
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 11,05 km²
 :
Höhe: 409 m ü. A.
Einwohner: 1.290 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 117 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4690, 4691
Vorwahl: 07673
Gemeindekennziffer: 4 17 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 22
4690 Schwanenstadt
Website: www.schlatt.at
Politik
Bürgermeister: Christian Mader (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
12
4
3
12 
Lage der Gemeinde Schlatt im Bezirk Vöcklabruck
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schlatt ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 1290 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Vöcklabruck.

Geografie

Schlatt liegt auf 409 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,4 km, von West nach Ost 5,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 11,1 km². 17,1 % der Fläche sind bewaldet, 67,6 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile der Gemeinde

Apeding, Asperding, Breitenschützing, Hörweg, Herrenschützing, Hinterschützing, Oberharrern, Philippsberg, Römerberg, Schlatt, Staig.

Wappen

Blasonierung: In Grün über einem schwarzen, von einer goldenen Leiste gesäumten Hügel, darin ein goldener, römerzeitlicher Topf, ein silbernes, geradarmiges Patriarchenhochtatzenkreuz. Die Gemeindefarben sind Schwarz-Gelb-Rot.

Das Tongefäß im 1985 verliehenen Wappen verweist auf die römerzeitlichen Funde bei Breitenschützing, der schwarze Hügel steht für die Lehmvorkommen und die damit verbundene Ziegelindustrie. Das Kreuz bezieht sich auf die Philippsbergkirche mit ihrem Patrozinium zum Heiligen Kreuz.[1]

Geschichte

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Die Gemeinde war bis Ende 2004 Teil des Gerichtsbezirks Schwanenstadt und wurde per 1. Jänner 2005 Teil des Gerichtsbezirks Vöcklabruck.

Die Tergolape

Auf dem Gemeindegebiet von Schlatt befindet sich die Ausgrabungsstätte der ehemaligen römischen Poststation Tergolape. Ab 1953 fanden archäologische Arbeiten statt, deren Ergebnisse von Anton Bamberger dokumentiert wurden.[2] Der römerzeitliche Topf im Gemeindewappen ist ein Hinweis auf die weit zurückreichende Geschichte der Gemeinde. Durch das Gemeindegebiet führt auch der Römerradweg.[3]

Ausgrabungen

Koordinaten: Eine Anlage ähnlicher Art wie in der Gemeinde Schlatt konnte in Österreich noch nicht festgestellt werden.[4] Die Ausgrabungen erstreckten sich von 1953 bis 1963. Der Welser Archäologe Gilbert Trathnigg konnte 1954 den Kern der mansio feststellen. Damals standen ihm 20 Mann zur Verfügung, die über einen Zeitraum von 14 Tagen rund 1000 m an Suchgräben zogen. Die vorhandenen Baureste kamen klar zum Ausdruck.[5] Insgesamt wurden 38 Gebäudereste von unterschiedlicher Größe sowie eine ehemalige Schmiedewerkstätte und eine Gießerei freigelegt. Außerhalb der Grenzmauern konnten weitere zahlreiche Hausfundamente angeschnitten werden.[6] Die Bebauung weist mehrere Bauphasen auf.[7] Sehr erschwert wurden die Grabungsarbeiten durch räumliche und tiefenmäßige Beschränkungen.[8]

Diskussion zur Lage

Römische Ruinen in Breitenschützing wurden der Station Tergolape zugeordnet,[9] aber auch Schwanenstadt reklamiert die Tergolape für sich. Durch das Gemeindegebiet Schlatts führte die Reichsstraße von Iuvavum (Salzburg) nach Ovilava (Wels), die etwa den Verlauf der heutigen Bundesstraße 1 hatte. In antiken Quellen wird für Tergolape eine Entfernung von 14 Meilen (20,75 km) von Ovilava genannt.[10] Als einer der ersten vertrat Altstraßenforscher Herbert Jandaurek die Meinung, dass die Station im Raum Schwanenstadt-Breitenschützing anzusetzen sei.[11] Autor Anton Bamberger stimmt mit dieser Annahme vollständig überein. Die optimale strategische Positionierung für Lichtsignale auf der Hochebene ohne landschaftliche Barrieren spricht für die Lage in Breitenschützing/Schlatt. Bamberger, als Initiator der Ausgrabungen, hatte Pläne, Tergolape in ein Freilichtmuseum zu verwandeln.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schlatt

Politik

Bürgermeister ist Alois Steinhuber von der ÖVP.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1228 Einwohner, 2001 dann 1338 Einwohner.

Literatur

  • Bamberger, Anton: Tergolape. Österreichischer Landesverlag, Linz 1965.
  • Michael Aichmayr (Hrsg): Gemeinde Schlatt - Vielfalt und Kleinod in Oberösterreich. 2009, ISBN 978-3-902684-06-6
  • Gilbert Trathnigg: Die Probegrabung in Breitenschützing. Verlag des Amtes der o.ö. Landesregierung, Linz 4-9/1955.

Weblinks

 Commons: Schlatt, Upper Austria  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs, 7. Nachtrag (1984-1987). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 4, 1988, S. 241 f. (PDF )
  2. Bamberger, Tergolape
  3. [1] Homepage Römerradweg
  4. Bamberger, Tergolape, S. 3
  5. Bamberger, Tergolape, S. 21
  6. Bamberger, Tergolape, S. 23-24
  7. Beitrag in AIS-OOE Archäologisches Informationssystem für Oberösterreich
  8. Trathnigg, Die Probegrabung in Breitenschützing, S. 161-162
  9. Beitrag in Iuvavum (Memento vom 27. Januar 2009 im Internet Archive) Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum
  10. Beitrag in Iuvavum (Memento vom 27. Januar 2009 im Internet Archive) Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum
  11. Bamberger, Tergolape, S. 10
  12. Aichmayr, Gemeinde Schlatt, S. 136

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schlatt (Oberösterreich) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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