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Schlacht bei Lundy’s Lane


Schlacht bei Lundy's Lane

Amerikanische Infanterie während der Schlacht
Datum 25. Juli 1814
Ort An einer Straße („Lundy's Lane“) in der Nähe des Niagara River in Kanada
Ausgang Britischer Sieg
Konfliktparteien
Großbritannien USA
Befehlshaber
Sir Gordon Drummond Jacob Brown
Truppenstärke
2.800 Mann 2.900 Mann
Verluste
878 Tote und Verwundete 854 Tote und Verwundete

Die Schlacht bei Lundy's Lane vom 25. Juli 1814 zwischen Briten und Amerikanern fand während des Britisch-Amerikanischen Kriegs in Kanada in der Nähe des Niagara River statt und endete taktisch ohne einen klaren Sieg, war jedoch strategisch ein britischer Erfolg.

Verlauf

Anfang Juli 1813 stießen amerikanische Truppen unter General Jacob Brown (1775–1828) nach mehreren vergeblichen Invasionsversuchen in Kanada über den Niagara River nach Kanada vor. Am 3. Juli gelang die Einnahme der Grenzfestung Fort Erie, am 5. Juli siegte eine amerikanische Brigade unter Brigadegeneral Winfield Scott in der Schlacht bei Chippewa über ein britisches Kontingent unter Sir Phineas Riall. Nach diesem Sieg stieß Brown mit seinen Truppen auf Queenston (Ontario) vor, gab den Angriff jedoch auf, da er keine ausreichende Unterstützung durch die US-Flotte auf dem Ontariosee unter Kommodore Isaac Chauncey erhielt. Brown zog sich daraufhin nach Chippewa zurück, um von dort aus über Land an das Westende des Ontariosees vorzustoßen. Die Briten hatten jedoch 2.200 Soldaten bei Lundy's Lane sowie 1.500 weitere in Fort George und Fort Niagara zusammengezogen. Bei einem Aufklärungsvorstoß stieß Scotts Brigade am Nachmittag des 25. Juli bei Lundy's Lane zufällig auf dort stehende britischen Truppen, etwa 1.000 Mann unter Sir Phineas Riall, die sich auf einem Hügelrücken postiert hatten und durch eine geschickt aufgestellte Geschützbatterie gedeckt waren. Nach und nach griff sowohl Browns gesamte Armee (2.900 Mann) als auch die in der Nähe stehenden britischen Truppen, insgesamt etwa 2.800 Mann unter Generalleutnant Sir Gordon Drummond, in den Kampf ein. Die Amerikaner griffen über offenes, von Zäunen durchzogenes Gelände an und wurden mit schweren Verlusten zurückgeworfen. Brown machte den Fehler, seine Truppen einzeln in den Kampf zu schicken, statt einen massierten Angriff zu führen. Insbesondere Scotts Brigade erlitt sehr schwere Verluste. Die Soldaten beider Seiten litten stark unter der großen Hitze und dem Pulverdampf, der nicht abzog und die Sicht stark einschränkte. Nach einer Reihe verlustreicher Angriffe gelang es den US-Truppen unter General Ripley gegen 21:00 Uhr, die britische Geschützstellung einzunehmen und den anmarschierenden britischen Verstärkungen durch Artilleriefeuer aus kurzer Distanz schwere Verluste zuzufügen. Die Briten unternahmen eine Reihe verlustreicher Gegenangriffe, bei denen es vielfach zu Nahkämpfen kam. Aufgrund der Dunkelheit und des Pulverdampfs kam es immer wieder zu Verwechslungen und Schießereien zwischen Soldaten der eigenen Seite. Zwar gelang es Drummonds Soldaten nicht, bis zu den Geschützen vorzustoßen, doch konnten sie die amerikanischen Geschützbedienungen ausschalten. Um Mitternacht zogen sich die Amerikaner schließlich zurück, weil ihre Verbindungslinien überdehnt waren und sie zu große Verluste erlitten hatten, um die Hügelkuppe zu halten. Ein Geschütz konnten die Amerikaner mitnehmen, der Rest fiel wieder in britische Hände. Die total erschöpften britischen Soldaten warfen sich auf den Boden, wo sie gestanden hatten, und schliefen zwischen Bergen von Toten. Brown und Scott wurden verwundet, ebenso Drummond, Riall geriet in amerikanische Gefangenschaft.

Ergebnisse

Das Gefecht bei Lundy's Lane war die blutigste Schlacht, die je auf kanadischem Boden stattgefunden hat. Die Briten beklagten 878, die Amerikaner 854 Tote und Verwundete. Beide Seiten beanspruchten den Sieg für sich. Die Amerikaner hatten die britischen Linien nicht durchbrechen können und das Schlachtfeld geräumt, die Briten hatten dieses jedoch nur besetzen können, weil sich die Amerikaner zurückgezogen hatten. Strategisch war Lundy's Lane ein britischer Erfolg, da die Amerikaner ihre Invasion abbrechen und sich aus Kanada zurückziehen mussten. Damit scheiterte die letzte realistische Möglichkeit, das Kriegsziel der Eroberung Kanadas zu erreichen, da die Briten nach dem Ende der Kämpfe gegen Napoleon nun vermehrt Verstärkungen aus Europa erhielten. Die US-Truppen konnten zwar noch eine Belagerung von Fort Erie (bis 21. September) erfolgreich bestehen, gaben die Grenzfestung und damit ihre letzte Eroberung auf kanadischem Boden aber am 5. November auf.

Siehe auch

Weblinks


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