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Wappenschild

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Schild
Wappenelemente

Der Wappenschild (Schild m., Plural: Wappenschilde; von althochdeutsch scilt „Abgespaltenes“) ist in der Heraldik der zentrale bildliche Teil eines Wappens.

Ansicht

Ein Wappenschild wird immer aus Sicht des Trägers, also von hinten, betrachtet, so dass die auf einer Abbildung linke Seite als rechts bezeichnet wird, oft auch als vorne, da der Schild in der linken Hand getragen wurde und diese Seite des Schildes damit dem Gegner zugewandt war.

Funktion

Dieser Schild wird zum Darstellen von Heroldsbildern und gemeinen Figuren benutzt und differenziert sich durch Form, Größe und Farbe und der Einteilung in Feldern. Er ist nur ein Teil eines Wappens. Ihm werden Teile über, unter und neben dem Schild beigeordnet. Diese Teile sind nicht zwingend notwendig, aber beliebt. Es sind das Oberwappen, die Schildhalter und die Prachtstücke.

Stellung

Der Wappenschild wird bevorzugt mit der Mittelachse senkrecht ausgerichtet. Das ist die Regel. In Ausnahmefällen kann der Schild auch geneigt (gelehnt) werden. In besonderen Fällen muss die Schrägstellung aber als ein besonderes Merkmal blasoniert werden. Das trifft im Maße bei Ehewappen (einer speziellen Gruppe der Allianzwappen) zu. Oft werden Wappenschilde als angelegt, angelehnt oder schräggestellt bezeichnet.

Gelehnt [1] wird ein Wappenschild blasoniert, wenn er nach rechts oder links geneigt ist. Diese Stellung ist schon seit dem Mittelalter von Siegel, Grabdenkmälern und Münzen bekannt. Unabhängig von der Schräglage muss alles sich nach der Schildachse, die gedacht senkrecht zum oberen Schildrand steht, richten. Besonders bei der Schraffurdarstellung im Schwarz-Weiß-Modus ist diese Festlegung wichtig. Auch Wappenfiguren oder Wappentiere sind davon betroffen. Die Auffassung seit dem 18. Jahrhundert, dass die Lageseite von Bedeutung (zum Beispiel: Rechtslage für Gelehrte) ist, ist unheraldisch.

Größe

Die Größe des Schildes im Verhältnis zum Oberwappen lässt auf die Zeitepoche (und Landesherkunft) der Darstellung schließen. Die Helmmitte wird als Wappenmitte angesehen.

Schild Helm Helmzier Epoche
2 1 1 Frühzeit
6 5 4 Hochgotik
5 4 6 Renaissance
8 3 5 Rokoko
3 2 3 Neuzeit

Form

Die Schildform ist ebenfalls zeit- und landesabhängig. Die weitaus meistverbreitete Form ist der spatenblattförmige Franzosenschild. Es sind aber auch Formen wie ovale, herzförmige, runde und mit Speerruhe gestaltete Schilde verbreitet. Aber auch sind dreieckige oder randverschnörkelte Schilde aus der Renaissance zu finden.

Zeitenabhängige Formen
Als Anpassung an den Reiterkampf mit eingelegter Lanze entwickelte sich im 11. Jahrhundert der mandelförmige Schild (Normannenschild). Er sollte die dem Gegner zugekehrte Seite des Ritters schützen.
  Im 12. Jahrhundert wurde die obere Rundung abgeflacht und der Schild hatte nun die Form eines auf die Spitze gestellten Dreiecks (gotische Form). Grund dafür dürfte der Topfhelm gewesen sein, der einen besseren Gesichtsschutz gewährte.
 

 

Im Verlauf des 13. und 14. Jahrhunderts wurden die Schilde kleiner und die Spitze verkürzt, sodass die Seiten nun eine starke Biegung aufweisen. Ursache dafür ist die weiter entwickelte Körperpanzerung, die den Schild zunehmend überflüssig machte, sodass er um 1375 als Schutzwaffe der Reiters überflüssig war (Französischer Schild).
Während des 13. Jahrhunderts bildete sich in Spanien eine Sonderform mit einer halbkreisförmig abgerundeten Spitze heraus, die einem U ähnelt. Diese spanische Form (Spanischer Schild) ermöglicht eine besonders gute Raumaufteilung bei der Gestaltung.
  Im 14. und 15. Jahrhundert kam als Turnierschild die rechteckige Tartsche auf, mit einem tiefen Ausschnitt, der Speerruhe, an der rechten Seite.
  Im 15. Jahrhundert bekam die Tartsche durch Auszackung und Rollung der Ränder ein Aussehen, das später die Kartuschen des Barock und Rokoko beeinflusste (Barockschild).
  Der Renaissance-Rundschild des 16. Jahrhunderts, der in Anlehnung an Schilde der Antike wiedereingeführt wurde, hatte keine Auswirkung auf die Heraldik.
  Der Rossstirnschild ist eine Schildform, die dem Stirn- oder Kopfschutz eines Pferdes nachgeahmt ist. Er tritt nur in der italienischen Heraldik auf, beispielsweise im Wappenschild der Medici.
Der Rautenschild für Frauen wurde erfunden, weil es den Herolden ungehörig erschien, dass eine Frau einen Kriegsschild führte. Er wird vor allem in der englischen Heraldik gebraucht.

Weitere Wappenschildformen

In der Neuzeit ist für afrikanische Wappen der spitzovale Massai-Schild, nach dem Volk der Massai benannt, für viele Wappen in Afrika in Gebrauch gekommen. Beispiele sind die Wappen Botswanas, Kenias, Ugandas und Tansanias.

Farbe

Die Farbgebung folgt den heraldischen Grundsätzen und wird als Tingierung bezeichnet. Die Farbe wird real color oder aber durch schwarz/weiß ausgeführte Schraffuren und Punktierungen in besonderen Fällen ausgeführt. In den Anfängen waren es in die Figuren und Felder geschriebenen Abkürzungen der Farbe, oft unter Nutzung der lateinischen Bezeichnung.

Aufteilung des Schildes

Durch Teilung und/oder Spaltung wird der Schild in Felder geteilt, die gemäß Vereinbarung einen speziellen Namen tragen und so für die Blasonierung eine wichtige Rolle übernehmen. Zur Teilung und Spaltung in Heroldsbild werden auch die Wappenschnitte, die Ausformungen der Trennlinien, gerechnet.

Prinzipiell ist der Schild in 9 Positionen, die Gevierte, geteilt, mit dem Herz in der Mitte – ein kleiner Schild an dieser Stelle heißt Herzschild − und speziellen Namen für die verschiedenen Bereiche. Die Schildteilung folgt bei einfachen Heroldsbildern diesen Linien. Einpfropfung nennt man einen mittig zwischen die unteren Feldern eingeschobenen Zwickel oder eine Spitze (meist für später hinzugefügte Wappen).

Teilung in neun Felder
Teilung in vier Felder (Vierung) mit Herzschild
Schrägteilung von links (oben rechts nach unten links wäre der Normalfall, der nicht blasoniert wird)
Spitzenschnitt

Schild in Schild

In der Heraldik werden auf dem Hauptschild kleinere Wappenschilde aufgelegt, um bestimmte Ehrungen oder Aussagen zu erreichen. Sind andere Schilde aufgelegt, wird der Hauptschild auch als Rückenschild bezeichnet. Von den Möglichkeiten werden folgende genutzt:

  • Darstellung des Wappenschildes, dem Hauptschild.
  • Hauptschild ist mit einem Mittelschild belegt
    • zusätzlich kann der Mittelschild mit dem Herzschild belegt werden
  • Der Hauptschild zeigt eine in pfahlweiser Anordnung drei kleiner Schilde, dann sind diese zu benennen mit
    • Gnadenschild oder Ehrenschild am Schildhaupt
    • Herzschild für die Wappenmittelstellung und
    • Nabelschild für das im Schildfuß gestellte Wappenschildchen. Der Schild liegt auf der Nabelstelle.
  • Eine andere Möglichkeit ist die Darstellung von Schildlein im Hauptschild
    • entweder in der Wappenmitte von einem oder
    • in unterschiedlicher Anzahl über den Hauptschild in geordneter Stellung gestellt.
  • außerdem kann eine Wappenfigur mit einem Schild ausgestattet sein, im Besonderen entweder ein Ritter, oder der Adler mit dem Brustschild (dieser kann auch als Schildträger einen Hauptschild als Brustschild tragen)

Blasonierung des Schildes

Falls mehrere Motive vorhanden sind, werden sie in der Blasonierung von rechts (aus Sicht des Trägers) nach links und von oben nach unten beschrieben, so dass die Position nicht mehr angegeben werden muss. Tierfiguren werden meistens nach vorne/rechts blickend dargestellt, so dass die Richtung nur im anderen Fall angegeben wird.

Wappenschild in der Philatelie

Wappenschilde wurden auch oft als Briefmarkenmotive verwendet. So wurden auch bei der ersten Briefmarkenserie Österreichs – der sogenannten Wappenausgabe 1850 – Wappenschilde als Symbole verwendet.

Literatur

Literatur zum Artikel Heraldik

Einzelnachweise

  1. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Leipzig 1984, S. 150.

Weblinks

 Commons: Wappenschild  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Heraldik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wappenschild (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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