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Schelde


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Nebenfluss der mittelhessischen Dill siehe Schelde (Dill), zum Asteroiden siehe (30773) Schelde.
Schelde / Escaut

Daten
Gewässerkennzahl FRE1000600 , FRE1280600 , FRE---004-
Lage Frankreich, Belgien, Niederlande
Flusssystem Schelde
Quelle nahe Gouy
Quellhöhe 97 m
Mündung Nordsee (Mündungsarm der Schelde: Westerschelde)
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 97 m
Länge 360 km
Einzugsgebiet 21.863 km²
Abfluss am Pegel Schaar van Ouden Doel[1] NNQ (Aug. 1973)
MQ 1958–1990
HHQ (Dez. 1966)
18 m³/s
127 m³/s
719 m³/s

Großstädte Antwerpen, Gent
Mittelstädte Cambrai, Tournai, Valenciennes
Einwohner im Einzugsgebiet ca. 11 Millionen
Häfen Antwerpen, Vlissingen, Terneuzen, Gent
Schiffbar ja

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Die Schelde (fr. Escaut) ist ein Fluss in Frankreich, Belgien und den Niederlanden.

Verlauf und Charakteristik

Die Schelde entspringt in Gouy im Norden Frankreichs nahe der belgischen Grenze und fließt nordwärts durch Flandern. An ihrem Unterlauf befindet sich die Stadt Antwerpen mit dem drittgrößten Seehafen Europas.

Das Mündungsgebiet in der niederländischen Provinz Zeeland bestand bis ins 17. Jahrhundert aus den beiden Mündungstrichtern (Ästuaren) Westerschelde und Oosterschelde. Da letztere bis ins 20. Jahrhundert auch Zufluss aus der Maas erhielt, werden die Mündungsgebiete von Schelde, Maas und Rhein auch zusammen als Rhein-Maas-Schelde-Delta betrachtet, obwohl die Schelde nicht zum Flusssystem des Rheins gehört. Allerdings versandete die Oosterschelde nahe der Gabelung von der Westerschelde im 17. und 18. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert wurde die Oosterschelde im Rahmen des Deltaplans auch vom Zufluss aus der Maas abgeschnitten und ist nun eine – seit 1986 durch das Oosterscheldesperrwerk vor Sturmfluten geschützte – Meeresbucht.

Die Schelde hat einen mittleren Abfluss von 127 m³/s am Beginn des Westerschelde-Ästuars. Der Einfluss der Gezeiten zeigt sich in dem langsam fließenden Fluss noch bis zu 160 km entfernt von der Mündung. Die bis zu fünf Kilometer breite Trichtermündung (Westerschelde) stellt ein Reservoir von außergewöhnlichem ökologischen Reichtum dar.

Bilder

Kulturräumliche und geschichtliche Aspekte

In der Antike wurde der Fluss Scaldis genannt. Vermutlich entspricht ihr auch der bei Ptolemäus erwähnte Fluss Tabuda oder Tabula.[2]

Die Schelde hat seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung von Flandern, Brabant und Hennegau gespielt. Sie war lange Zeit Grenze zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich. Trichtermündungen waren gut gegen Angreifer von See zu verteidigen, seit die Artillerie weit und einigermaßen präzise schießen konnte. Nützlich war auch, dass Häfen in Trichtermündungen Schiffen einen besseren Schutz vor Stürmen bieten als Häfen, die direkt an der Küste liegen. Dies trug dazu bei, Städte wie Hamburg (Elbe), Emden (Ems) und London (Themse) zu wichtigen Häfen zu machen.

Vauban nutzte die Schelde, um die Festungen von Valenciennes, Bouchain, Condé-sur-l’Escaut und Cambrai zu verteidigen. Seit der spanischen Eroberung von Antwerpen 1585 war die Schelde bis ins 19. Jahrhundert durch die niederländische Flotte gesperrt.

Ab dem 10. Mai 1940 besetzten Truppen der Wehrmacht die Benelux-Staaten (und im Juni im Westfeldzug auch Nordfrankreich). Im August 1944 rückten alliierte Truppen zügig voran; der Hafen von Antwerpen konnte Anfang September von der britischen 2. Armee besetzt werden. Da Antwerpen aber im Hinterland der Scheldemündung, etwa 80 Kilometer von der Küste entfernt liegt, war eine Nutzung erst möglich, wenn es gelang, die starken deutschen Artilleriestellungen auf der vorgelagerten Halbinsel Walcheren auszuschalten. Dies geschah in der langen und blutigen Schlacht an der Scheldemündung.

Am Ufer der Schelde spielt die Handlung der romantischen Oper Lohengrin von Richard Wagner.

Der Asteroid (30773) Schelde ist nach dem Fluss benannt.

Schifffahrt

Die Schelde ist nahezu auf ihrem gesamten Verlauf mit Schiffen befahrbar, im Oberlauf in Form des Canal de Saint-Quentin, den sie mit Wasser versorgt, ab Cambrai als selbständiger kanalisierter Fluss. Durch die Einmündung des Großschifffahrtsweges Dünkirchen-Schelde (französisch: Liaison à grand gabarit Dunkerque-Escaut) ist sie zu einer bedeutenden Schifffahrtsstraße in Nordfrankreich und Belgien geworden.

Nebenflüsse der Schelde

Ab Mündung. Nur direkte Nebenflüsse und deren Nebenflüsse sind aufgelistet. (..) deuten auf weitere nicht genannte Verzweigungen.

Maler der Schelde

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Schelde  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daten des Rijkswaterstaat
  2. Ptol. 2.9.3. Vgl. Alfred Stückelberger, Gerd Graßhoff (Hg.): Klaudios Ptolemaios. Handbuch der Geographie. Bd. 1. Schwabe, Basel 2006, S. 209

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schelde (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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