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Scheibenberg


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Scheibenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: ErzgebirgskreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 680 m ü. NHN
Fläche: 9,01 km²
Einwohner: 2175 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09481
Vorwahl: 037349
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 510
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-Str.35
09481 Scheibenberg
Webpräsenz: www.scheibenberg.de
Bürgermeister: Michael Staib (Bürgerforum)
}

Scheibenberg ist eine kleine Bergstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen mit rund 2300 Einwohnern.

Geografie

Geografische Lage

Scheibenberg liegt nordwestlich des gleichnamigen Berges auf einer Höhe von rund 600 bis 670 m Höhe. Höchster Punkt ist der Scheibenberg mit 807 m.

Nachbargemeinden

Nördlich von Scheibenberg liegt Elterlein, östlich Schlettau und im Süden Crottendorf. Im Westen grenzt die Stadt an Raschau-Markersbach.

Stadtgliederung

Zur Stadt Scheibenberg gehören die Ortsteile Oberscheibe und Brünlasgüter.

Geschichte

Nachdem es durch die reichen Silberfunde am Scheibenberg zu einer Überbevölkerung im Dorf Scheibe (heute Ober- und Unterscheibe) und den Brünlashäusern gekommen war und die Abwanderung von Arbeitskräften drohte, sahen sich die Grundherren Wolf und Ernst von Schönburg zum Handeln gezwungen. Am 4. Mai 1522 gründeten sie deshalb die Stadt Scheibenberg und gewährten viele Freiheiten um einen raschen Aufschwung zu erzielen. In den nächsten Jahren erfolgt der Aufbau der Stadt mit Rathaus, Kirche und Brauhaus. Bei einem Brand 1529 wurden große Teile des Ortes zerstört. 1530 erhielt der Ort Stadtrecht und ein Jahr später die Bergfreiheit. 1539 wurde die Reformation eingeführt. 1559 gelangte Scheibenberg in Landesbesitz und wurde dem Amt Schwarzenberg-Crottendorf unterstellt. Ende des 16. Jahrhunderts kam es zum allmählichen Erliegen des Bergbaues. 1632 versuchten auch Scheibenberger Bürger den Wiesenthaler Pass gegen den Einmarsch des Feldherrn Heinrich von Holk zu verteidigen. Während des gesamten Dreißigjährigen Krieges hatte Scheibenberg unter Plünderungen und Überfällen zu leiden.

Mit der Fertigstellung der Straße Annaberg–Schwarzenberg 1824 werden die Verkehrsverhältnisse verbessert. 1861 wurde die Sparkasse gegründet, ein Jahr später die Freiwillige Feuerwehr Scheibenberg. Ab 1884 begann der Aufbau einer zentralen Wasserversorgung. Mit der Einweihung der Bahnstrecke GrünstädtelBuchholz am 1. Dezember 1889 erhielt Scheibenberg Bahnanschluss und die bisher verkehrende Fahrpost wurde eingestellt. Auf dem Scheibenberg wurde 1892 ein Berggasthof errichtet. 1897 wurde ein Stadtkrankenhaus eröffnet. Am 1. Mai 1899 wurde die Bahnstrecke nach Zwönitz eröffnet. 1911 wurde der Ort an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen. 1914 begann man mit dem Abbau von Basalt. Um den Berg zu erhalten, wurde der Basaltabbau 1928 wieder eingestellt. 1971 musste der baufällige Aussichtsturm gesprengt werden. 1994 wurde ein neuer Turm eingeweiht.

Eingemeindungen

  • 1. Januar 1994: Oberscheibe

Einwohnerentwicklung

Am 3. Oktober 1990 zählte Scheibenberg 2.476 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993: 2.372
  • 1994: 2.409
  • 1995: 2.443
  • 1996: 2.411
  • 1997: 2.476

1998 bis 2002

  • 1998: 2.510
  • 1999: 2.494
  • 2000: 2.449
  • 2001: 2.431
  • 2002: 2.440

2003 bis 2007

  • 2003: 2.399
  • 2004: 2.391
  • 2005: 2.372
  • 2006: 2.347
  • 2007: 2.318

ab 2009

  • 2009: 2.256
  • 2012: 2.203
  • 2013: 2.177
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik

Stadtrat

Kommunalwahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 64,1 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,0 %
24,7 %
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Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 sind die 12 Sitze des Stadtrates wie folgt verteilt:

  • Bürgerforum: 7 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • Wir für Scheibenberg und Oberscheibe: 2 Sitze

Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister.

Bisherige Bürgermeister

Die Sächsische Städteordnung von 1832 wurde in Scheibenberg 1837 eingeführt. Der Titel des Bürgermeisters tritt dabei zum ersten Mal auf und löst den bisherigen Stadtrichter ab. Aus den vorhandenen und gesichteten Unterlagen sowie mündlichen Überlieferungen ergibt sich folgende unvollständige Liste:

  • 1837–1845 Richter, Friedrich Gottlob Apotheker, ehrenamtl. Bürgermeister
  • 1846–1851 Gley, Friedrich Ferdinand, ehrenamtl. Bürgermeister
  • 1851–1855 Landrock, Albin, stellvertr. Bürgermeister
  • 1855–1862 Nestler, Karl Ehregott, 1. hauptamtl. Bürgermeister
  • 1863–1866 Haubold, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1868–1879 Schmidt, Johann August, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1879–1881 Leukert, Alfred, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1881–1913 Kegler, Oswald, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1913–1931 Franke, Karl Max, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1931–1945 Meyer, Gerhard, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1945–1946 Näser, Friedrich Gottfried, kommissarisch Antifa-Ausschuss (SPD)
  • 1946–1950 Weißig, Otto, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1951–1955 Lang, Erich, hauptamtl. Bürgermeister aus Bärenstein (SED)
  • 1955–1958 Ullmann, Irene, hauptamtl. Bürgermeisterin (SED)
  • 1958–1972 Graupner, Gerhard, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1972–1972 Werner, Elli, kommissarisch aus Scheibenberg (SED)
  • 1972–1975 Petermann, Heinz, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1975–1976 Gabler, Joseph, kommissarisch aus Elterlein (SED)
  • 1976–1978 Kolberg, Bodo, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1978–1990 Kretzschmar, Petr, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1990–2015 Andersky, Wolfgang, hauptamtl. Bürgermeister (parteilos, Bürgerforum)
  • seit 1. August 2015 Staib, Michael (parteilos, Bürgerforum)

Wappen

Das Wappen basiert auf dem großen Ratssiegel, das die Stadt mit dem Stadtrecht 1530 erhielt. Blasonierung: Geteilt von Silber über Rot, oben zwei natürliche Fichten, unten schräggekreuzt silberne Schlegel und Eisen, belegt mit einer silbernen Scheibe, darin ein aufgerichteter roter Greif.[3]

Die Stadt führt außerdem ein großes Wappen mit zwei Bergknappen als Schildhalter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Ev.-luth. Kirche St. Johannis, Bau begonnen 1559, äußerlich barockes Erscheinungsbild mit wesentlich älteren Elementen; einer der schönsten Innenräume im Erzgebirge, spätgotischer Flügelaltar und Kruzifix, barocke Kanzel, zahlreiche Logen, Schwebengel, doppelte Emporen, Grabmal für Pfarrer Christian Lehmann
  • Regelmäßige Stadtanlage
  • Barocke Bürgerhäuser
  • Heimatmuseum am Markt

Naturdenkmäler

  • Bekannt sind die Basaltsäulen (Orgelpfeifen) am gleichnamigen Berg Scheibenberg

Gedenkstätten

  • Ein Denkmal im Stadtpark erinnert an die Opfer der Kriege.

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Verkehr

Aufgrund der Lage der Stadt an einem alten Handelsweg nach Böhmen über den Wiesenthaler oder den Preßnitzer Pass war schon immer ein hohes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Der Ort wurde in der Vergangenheit durch diese strategische Lage häufig Opfer von Plünderungen und Überfällen durch durchziehende Heere. Heute führt durch Scheibenberg die Bundesstraße 101 von Annaberg-Buchholz nach Aue.

Seit 1889 ist die Stadt an die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd – Schwarzenberg angeschlossen. Der Personenverkehr ist jedoch seit 1997 eingestellt. Ab und an wird die Strecke für touristische Bahnfahrten genutzt. Die Bahnstrecke nach Zwönitz wurde bereits 1966 endgültig eingestellt und abgerissen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Christian Lehmann (1611–1688), Pfarrer und bedeutendster Altchronist des Erzgebirges, verbrachte seine meiste Lebenszeit in der Stadt
  • Gotthelf Friedrich Oesfeld (1735–1801), Pfarrer (1760–1769 in Scheibenberg) und Chronist
  • Carl Benjamin Dietrich (1791–1864), deutscher evangelischer Pfarrer (1832–1864 in Scheibenberg) und Chronist
  • Constantin Cäsar Kellermann (1807–1888), deutscher Jurist und Politiker, MdL, Gerichtsdirektor und Stadtrichter in Scheibenberg
  • Friedrich Wilhelm Kühlmorgen (1851–1932), deutscher Jurist und konservativer Politiker, MdL (Königreich Sachsen), war Amtsgerichtsrat in Scheibenberg
  • Bernd Schirmer (* 1940), Autor und Dramaturg, verbrachte Kindheit und Jugend in Scheibenberg
  • Steffen Siebert (* 1974), Skispringer, wohnte von 1974 bis 1981 in Scheibenberg

Literatur

  • Richard Steche: Scheibenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 83.
  • Christian Lehmann: Chronicon Scheibenbergense. Heidler & Fahle, Scheibenberg, 1992.
  • Stadtverwaltung Scheibenberg (Hrsg.): 475 Jahre Scheibenberg – Festschrift zur 475-Jahr-Feier, 1522–1997. Heidler & Fahle, Scheibenberg 1997.
  • AG Heimatgeschichte (Hrsg.): Carl Benjamin Dietrich: Sein Leben – seine Werke; Die kleinen Chroniken der freien Bergstadt Scheibenberg mit Oberscheibe. Scheibenberg 2005.
  • Jens Hahn: Elterlein-Scheibenberg-Oberwiesenthal: Drei Bergstädte im Erzgebirge – Erzbergbau und Knappschaftswesen bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Obererzgebirgischer Silberspiegel, Zwönitz 2010. ISBN 978-3-00-029673-4
  • Scheibenberg. In: Max Grohmann „Das Obererzgebirge und seine Städte“, S. 1–12 des 12.Kapitels, Graser Annaberg 1903
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Panorama vom gleichnamigen Berg Scheibenberg (807 m ü. NN) Richtung der Stadt Scheibenberg mit Blick auf die Morgenleithe (812 m ü. NN), den Spiegelwald (727 m ü. NN), Schatzenstein (760 m ü. NN) und den Geyerschen Wald mit Sendeturm. (von links)

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR14&p_ebene=GE&p_ort=14521510
  3. Das Scheibenberger Stadtwappen

Weblinks

 Wikisource: Scheibenberg in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Commons: Scheibenberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen | Bergstadt (Sachsen) | Scheibenberg | Ort im Erzgebirgskreis | Gemeinde in Sachsen

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