Scharfenstein (Drebach) - LinkFang.de





Scharfenstein (Drebach)


Scharfenstein
Gemeinde Drebach
Höhe: 385 m
Fläche: 4,19 km²
Einwohner: 1011 (9. Mai 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2005
Postleitzahl: 09430
Vorwahl: 03725

Lage von Scharfenstein in

Scharfenstein ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Drebach im Erzgebirgskreis.

Geografie

Lage

Scharfenstein liegt etwa 5 Kilometer südlich von Zschopau im Erzgebirge. Das Ortsbild wird durch die auf einem Fels thronende gleichnamige Burg Scharfenstein beherrscht. Der älteste Teil der Ortslage erstreckt sich in einem Bogen von Nord nach Süd östlich um die Burg herum. Ein Teil zieht sich etwa 500 Meter von der Zschopau nach Osten an der Straße nach Großolbersdorf entlang. Der geschichtlich jüngste Siedlungsteil liegt am linken Zschopauufer auf einem Gleithang.

Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 228 AugustusburgWarmbad, nördlich des Ortseingangs zweigt von dieser die Staatsstraße 229 nach Ehrenfriedersdorf sowie die Straße nach Grießbach ab. Über eine Kreisstraße besteht Anschluss an das östlich gelegene Großolbersdorf.

Nachbarorte

Grießbach Wilischthal Hohndorf
Venusberg
Drebach Hopfgarten Großolbersdorf

Geschichte

Vom 31. Dezember 1349 datiert eine Urkunde, welche den Herrensitz auf der Burg wie bereits den gegenwärtigen Ortsnamen schreibt. 1372 wird ein Schloss erwähnt, ein unweit davon gelegenes Rittergut im 16. Jahrhundert.

Die alte Wohnsiedlung diente ursprünglich der Unterbringung der in herrschaftlichen Diensten Stehenden. Ihre Häuser begleiten die Talstraße von Großolbersdorf her und den Abzweig von ihr zum Gut sowie die an der Nordflanke des Burgberges aufsteigende Verbindung.

Mit der Reformation 1536 gehörte der Ort zur Filialkirche Großolbersdorf der Parochie Wolkenstein. 1575 wurde Großolbersdorf eigenständige Parochie.

Der erste Industriebau wurde 1835 am Hals des von der Zschopau umflossenen Umlaufberges anstelle der unteren Griesmühle errichtet. Das 8 Etagen und 115 Ellen (≈ 65 m) breite Gebäude der „Fiedler und Lechlaschen Baumwollspinnerei“, welche seinerzeit mit 60.000 Spindeln und 600 Arbeitskräften alle anderen Spinnereien in Deutschland deutlich überragte. Zwei eiserne, 10 bis 11 Ellen (= 5,6 bis 6,2 m) hohe und 2 Ellen (= 1,1 m) breite Wasserräder lieferten gemeinsam etwa 60 PS Leistung. Ab 1838 existierte eine Fabrikschule, die später in eine öffentliche Volksschule umgewandelt wurde. Das örtliche Schulgebäude wurde 1901/02 errichtet.

Der Mühlgrabenstollen, welcher das Aufschlagwasser lieferte, wurde bereits im 16. Jahrhundert für die unteren Griesmühle angelegt und 1834 erweitert.

1915 brannten die Anlagen nieder, wobei 9 Menschen umkamen und 22 verletzt wurden. Danach beherbergten die zum Teil wiedererrichteten Gebäude einen Betrieb der Chemnitzer Maschinenbaufirma Moll, welche Fässer aus Blech fertigte. Anfang 1926 wurde das Werk von der Zschopauer Motorenwerke J. G. Rasmussen AG (DKW) übernommen, die in Scharfenstein ab 1929 für die in Zwickau gebauten Pkw Audi Typ SS und Typ T Acht- und Sechszylindermotoren herstellte. Ab 1931 erfolgte dort unter der Bezeichnung „Deutsche Kühl- und Kraftmaschinen Gesellschaft m. b. H.“ die Produktion von Kühl- und Kraftmaschinen – nach 1945 firmierte diese als „VEB DKK Scharfenstein“. In den 1970er Jahren verzeichnete dieser Betrieb mehr als 2000 Einpendler, wobei in Scharfenstein lediglich kältetechnische Anlagen wie beispielsweise Verdichter gefertigt wurden. Die Endmontage erfolgte in Niederschmiedeberg. Um zumindest einem Teil der Belegschaft Wohnraum in Scharfenstein bieten zu können, entstand ebenfalls in den 1970er Jahren etwas südlich des Ortskerns am linken Ufer der Zschopau eine Neubausiedlung.[2]

1994 wurde durch die Gemeinden Drebach, Grießbach, Hopfgarten, Scharfenstein und Venusberg der Verwaltungsverband Grüner Grund gegründet. Am 1. Januar 2005 erfolgte die Eingemeindung von Scharfenstein nach Drebach. Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Drebach und Venusberg am 1. Januar 2010 wurde der Verwaltungsverband endgültig aufgelöst.

Am 6. Februar 2005 wurde durch den Landesbischof Jochen Bohl das evangelische Gemeindezentrum in Scharfenstein eingeweiht.

Verkehr

Mit dem Bau der Zschopautalbahn erhielt Scharfenstein am 1. Februar 1866 einen Eisenbahnanschluss – heute Haltepunkt. In den Jahren 2002 bis 2004 und 2007 wurde die gesamte Strecke grundlegend saniert.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl[3]
1551 9 besessene Mann, 5 Inwohner
1764 11 Gärtner
1834 282
1871 767
1890 828
Jahr Einwohnerzahl
1910 948
1925 932
1939 1284
1946 1333
1950 1451
Jahr Einwohnerzahl
1964 1616
1990 1325
2000 1117
2004 1064
2011 1011

Persönlichkeiten

Der erzgebirgische Volksheld Karl Stülpner wurde am 30. September 1762 in Scharfenstein geboren. Er verließ frühzeitig das Elternhaus. 1839 kehrt er nach bewegtem Leben – jedoch mittellos – in seinen Geburtsort zurück und verbrachte hier die letzten beiden Lebensjahre erkrankt und halbblind. Bis zu seinem Tod wurde er aus der Armenkasse versorgt. Stülpner starb am 24. September 1841. Ein Gedenkstein erinnert an den ehemaligen Standort seine Geburtshauses.

Galerie

Literatur

  • Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 187–190.
  • Scharfenstein . In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 10. Band, Zwickau 1823, S. 229–234.
  • Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hrsg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1–3)

Weblinks

 Commons: Scharfenstein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Drebach. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 28. Januar 2015 (PDF; 0,23 MB).
  2. vgl. Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 187–190.
  3. vgl. Scharfenstein im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) | Drebach | Ort im Erzgebirgskreis

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Scharfenstein (Drebach) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.