Schaduff - LinkFang.de





Schaduff


Der Schaduff (arabisch شادوف , DMG šādūf) auch Schaduf, ist ein Bewässerungsgerät, das sehr frühzeitig in den Gärten des alten Ägyptens und Mesopotamiens zum Einsatz kam.[1]

Beschreibung und Funktionsweise

Ein Schaduff besteht aus einer Stange, die auf einer Stütze ruht und an ihrem längeren Ende an einem Seil den zu füllenden Wasserbehälter trägt. Der Arbeiter hebt das kurze Ende, an dem ein Gegengewicht befestigt ist, und lässt den Eimer ins Wasser nieder. Dann drückt er auf das Gewicht, und der gefüllte Eimer geht wieder hoch, um sich in das Wasserbecken zu ergießen, von dem aus die Gräben und Kanäle das Wasser für die Felder und Gärten erhalten.[2] Häufig wurde eine etwas abgeänderte Vorrichtung auch durch ein Zugtier, einen Esel oder Ochsen, in Betrieb gesetzt. Der Eimer senkt sich infolge seines Eigengewichts, dann zieht ihn das Tier an einem Strick, der waagerecht über eine Rolle läuft, wieder empor. Der Eimer entleert sich ins Grabenbecken und fällt dann wiederum von selbst in den versorgenden Fluss hinab, wenn das Tier an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt.[3]

Verwendung

Sowohl im Alten Ägypten wie auch in Mesopotamien war für die Entwicklung der Gartenkunst Bewässerung eine wesentliche Voraussetzung. Die Arbeit des Wasserschöpfens war die arbeitsintensivste. Dies verdeutlicht eine Textpassage aus der sog. Lebenslehre des Cheti, eines Schriftstellers aus der 12. Dynastie um 1800 v. Chr.[4] :

Der Gärtner trägt das Joch;
seine Schultern sind wie vom Alter gebeugt.
Er hat so viele Geschwüre auf seinem Nacken,
dass dieser einer eitrigen Wunde gleicht.
Des Morgens begießt er das Gemüse
und am Abend die Schat-Pflanzen,
wobei er den ganzen Tag im Obstgarten verbringt
Dann fällt er todmüde um,
und das gilt für ihn mehr als in jedem anderen Beruf

Diese Mühsal erleichterte sich etwas mit der Entwicklung des Schaduffs. Insbesondere in den frühen Hochkulturen des Fruchtbaren Halbmonds konnten durch intensive Anwendung von Bewässerungstechniken die landwirtschaftliche Produktion so deutlich gesteigert werden, dass auch eine merkliche Zunahme der Bevölkerung möglich war. Nach demselben Prinzip funktionieren bis heute einige Ziehbrunnen in der ungarischen Puszta.

Andere traditionelle Geräte zur Bewässerung der Nilufer in Ägypten und Nubien waren neben dem Schaduff: Tambur, eine archimedische Schnecke; Tabut, ein durch die Wasserströmung bewegtes Wasserrad und das von Tieren im Kreis angetriebene Göpelschöpfwerk Sakiya.

Siehe auch

Bewässerungsmethoden am Nil

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://elibrary.asabe.org/abstract.asp?aid=5769&t=2
  2. http://sphinx-suche.de/aegypten/schaduf.htm
  3. Wolfgang Habermann, British Library: Zur Wasserversorgung einer Metropole im kaiserzeitlichen Ägypten, Verlag C.H.Beck, 2000, ISBN 3406445578, Seite 149
  4. http://www.kanopen.de/garten/

Kategorien: Low-Tech | Technik (Alter Orient) | Bewässerung

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schaduff (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.