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Schadstoff


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Im täglichen Sprachgebrauch versteht man unter Schadstoffen in der Umwelt vorhandene Stoffe oder Stoffgemische, die schädlich für Menschen, Tiere, Pflanzen oder andere Organismen sowie ganze Ökosysteme sein können. Dabei kann die Schädigung durch Aufnahme durch Organismen oder Eintrag in ein Ökosystem oder seine Biomasse hervorgerufen werden. Als „schädlich“ wird ein Stoff in engerem Sinne wegen seiner Wirkung auf ein Ökosystem definiert (von den Mikroben bis hin zu Pflanze, Tier und Mensch).

Diese Festlegung zeigt jedoch auch die Schwierigkeit bei der Definition dieses Begriffes auf. Ein bestimmter, chemisch definierter Stoff (Substanz) ist also nicht unbedingt in jedem Falle der Kategorie Schadstoff (oder auch Giftstoff) eindeutig zuzuordnen oder aus ihr auszuschließen, sondern es kommt auch auf die Menge und die Umgebungssituation an. Die Wirkung eines Schadstoffes (wie auch eines Giftstoffes) auf ein Ökosystem muss daher unter Umständen durch Feldversuche, Langzeitexperimente und Schadstoff-Analysen in Form von qualitativen Nachweisreaktionen und quantitativ-instrumentelle Messungen untersucht und dokumentiert werden.

Natürliche und künstliche Schadstoffe

Unter den Schadstoffen unterscheidet man prinzipiell zwei Gruppen

Beide Gruppen können chemisch verschiedene Stoffe, organische oder anorganische, aber auch starke strukturelle Unterschiede aufweisen und sich aus Partikeln von verschiedener Größe zusammensetzen.

Daher werden Schadstoffe auch nach anderen Gesichtspunkten unterteilt:

  1. Schadstoffe durch Landwirtschaft
  2. Schadstoffe durch Umweltverschmutzung
  3. Schadstoffe durch unsachgemäße Lagerung, Zubereitung und Entsorgung
  4. Schadstoffe natürlichen Ursprungs

Schadstoffe durch Landwirtschaft und Gartenbau

Mögliche Schadstoffe wären hier:

  • Pestizide (Herbizide, Insektizide und Fungzide). Diese Stoffe werden von Landwirten zur Schädlingsbekämpfung gebraucht und können schädlich wirken, speziell wenn sie ins Grundwasser oder in Oberflächengewässer ausgeschwemmt werden.
  • übermäßige Stickstoffdüngerdüngung, die zur Steigerung der Erträge durchgeführt wird (beispielsweise mit Gülle), können auch Nitrate in das Grundwasser und über Umwege auch wieder in Lebensmittel gelangen. Diese Nitrate werden im Körper zu Nitriten umgewandelt und können den Sauerstofftransport beeinträchtigen (Methämoglobinämie), bei Säuglingen bis hin zur Zyanose. Außerdem können aus Nitrit und Eiweiß Nitrosamine entstehen, die krebserregend sind.
  • Viele Mineraldünger enthalten Phosphatdünger, diese weisen einen natürlichen Gehalt an Uran[1] und Cadmium auf. Diese Schadstoffe können sich im Boden anreichern und auch in das Grundwasser gelangen.

Verkehrsbedingte Schadstoffe

Auto, Bahn, Lkw, Motorrad, Schifffahrt

Durch Autoverkehr, Bahnverkehr, Lastwagenverkehr, motorisierten Kraftradverkehr sowie Schiffsverkehr werden Schadstoffe freigesetzt. Dabei ist zu unterscheiden zwischen den Abgasen und dem Feinstaub, der durch Abrieb der Reifen, der Fahrbahn sowie der Bremsbeläge entsteht.

Die Schadstoffkonzentration in den Abgasen kann durch technische Verfahren reduziert werden. In der Europäischen Union wird sie durch die Abgasnorm reguliert. Seit 1. Januar 2005 gilt für neue Personenkraftfahrzeuge europaweit die Euro-4-Norm.

Die Feinstaubbelastung durch Abrieb lässt sich nur bedingt durch technische Maßnahmen verringern.

Flugverkehr

Die Flugzeuge und die Luftfahrt (Zivilflugzeuge und militärische Flugzeuge) überhaupt verbreiten ihre Abgas-Schadstoffe in der oberen Atmosphäre.

Schadstoffe durch Umweltverschmutzung

Abgase von Autos vergiften die Atmosphäre, hierbei vor allem die toxischen Schwermetalle, wie Blei, Quecksilber und Cadmium oder Pestizide wie DDT, Polychlorierte Biphenyle (PCB), Hexachlorbenzol (HCB) wobei manche in Deutschland verboten sind. Das Grundwasser wird dadurch vergiftet und es gelangen zum Beispiel durch Fische oder andere Wasserbewohner die vergifteten Tiere in die Nahrungskette.

Schadstoffe durch unsachgemäße Lagerung und Zubereitung

Schadstoffe können durch falsche Lagerung Schimmelpilze wie Aflatoxin (ist krebserregend und in Nüssen, Mais, Soya und Weizen enthalten) oder Patulin (ist giftig und in faulem Obst und verschimmelten Brot) oder Mutterkornalkaloide (sind auch giftig und in ungereinigtem Roggen- und Weizengetreide) freigesetzt werden. Außerdem gibt es noch Benzpyrene, die auch krebserregend sind und in Grillwaren und in Nahrungsmittel die industrienah angebaut sind, gefunden werden können.

Schadstoffe im Tabakrauch

Generell gilt es zwischen den Schadstoffen im inhalierten Rauch (Hauptstromrauch) und den Schadstoffen des Rauchs an der Spitze der Zigarette (Nebenstromrauch) zu unterscheiden. Die Schadstoffe im Nebenstromrauch sind um ein Vielfaches stärker als im inhalierten und wieder ausgeatmeten Hauptstromrauch, da beim inhalierten Rauch die Verbrennungstemperatur höher ist, der inhalierte Rauch normalerweise gefiltert wird und zusätzlich ein Teil der Schadstoffe in der Lunge der rauchenden Person hängen bleibt.

Je nach Menge der gerauchten Zigaretten ergeben sich in geschlossenen Räumen Schadstoffkonzentrationen, die auch für Nichtraucher schwere Folgen haben können. Der kleinste geschlossene Raum ist meist das Auto, manchmal auch ein Zugabteil.

Die Schadstoffe im Raucherqualm / Passivrauch (Nebenstromrauch)

Da die Temperatur einer glimmenden Zigarette nach jedem Zug schnell sinkt, verbrennen die Inhaltsstoffe ungleichmäßig gut. Zusätzlich gelangt der von der Spitze ausgehende Rauch ungefiltert in die Umgebung. Dieser sogenannte Nebenstromrauch oder auch Passivrauch verschmutzt die Umgebungsluft mit einer Fülle von Schadstoffen, die Raucher und Nichtraucher gleichermaßen betreffen und vergleichsweise schwer vergiften.

Schadstoffe im Passivrauch oder Nebenstromrauch

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Zusatzstoffe in den Zigaretten

Die Zigarettenindustrie und allgemein die Tabakindustrie hat seit 1977 in Deutschland das Recht, Raucherwaren (Lebensmittel-)Zusatzstoffe beizufügen. Diese Zusatzstoffe können bei der Verbrennung weitere krebserregende Substanzen bilden.

Schadstoffe natürlichen Ursprungs

Es gibt auch Schadstoffe die in der Natur entstehen. Die Bandbreite erstreckt sich dabei von Giften aus verschiedenen Pflanzen über große Umweltverschmutzer wie beispielsweise Vulkane, die unter anderem Schwefeldioxid und große Staubmengen emittieren. Bei natürlichen Waldbränden entstehen ebenfalls unter anderem Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid, teerartige Stoffe und Phenole.

Weitere Beispiele:

  • Blausäure in Mandeln, Obstkernen und Nüssen
  • Lektine in rohen Bohnen, „verklebt“ rote Blutkörperchen (Erythrocyten-agglutinierend)
  • Methan als Sumpfgas mit klimaschädlicher Wirkung
  • Oxalsäure in Spinat, Rhabarber und Roter Bete, sie kann zur Nierensteinbildung beitragen
  • Solanin (Solanum Steroidalkaloidglycoside) in grünen gekeimten Kartoffeln sowie unreifen Tomaten.
  • Radon als radioaktive Emissionsquelle aus Gestein.[2]

Gliederung der Schadstoffe

Gliederung nach dem chemischen Prozess

Anorganische Schadstoffe: Elemente, molekulare und salzartige Verbindungen (aus chemischen Stoffklassen wie Schwermetalle, Salze, Säuren, Laugen und nach Ursprung):

(a) Natürlichen Ursprungs – vulkanische Stoffe, Gesteins-Staub.
(b) Anthropogenen Ursprungs – wie viele Anteile am Feinstaub, am Kunstdünger oder diverse Stickoxide und Schwermetalle.

Letztere können allerdings auch natürlichen Ursprungs sein, indem sie aus belastetem Boden oder beispielsweise aus vulkanischer Aktivität stammen und so in die Nahrungskette oder in die Luft gelangen.

Organische Schadstoffe: Kohlenwasserstoffe (gesättigt und ungesättigt, Aliphaten und Aromaten), substituierte Kohlenwasserstoffe wie FCKW, Carbonsäuren, Stickstoff-Basen und Giftstoffe (Toxine) und ähnliche – die ihrerseits wiederum alle oft in die Kategorien natürlich und künstlich klassifiziert werden

(a) Natürlich-organische Schadstoffe – Giftstoffe von Pilzen und anderen biologischen Organismen
(b) Anthropogen-organische Gifte wie PCB und DDT.

Zu ersteren könnte man auch Flugpartikel wie Pollen oder Katzenhaare zählen, wenn sie bei manchen Personen Allergien auslösen.

Strukturelle Gliederung der Schadstoffe

Schadstoffe existieren in festem, flüssigem und gasförmigem Aggregatzustand, in der Regel in Form von Stoffgemischen. Bei festen Schadstoffen ist in erster Linie der Durchmesser der Partikel wichtig, weil er für die Verbreitung, Verwirbelung und die eventuelle Expektoration aus der Lunge entscheidend ist. Für manche Fragen des Umweltschutzes sind jedoch auch der Zusammenhalt der Teilchen und andere strukturelle Eigenschaften von Bedeutung.

Man kann von Aggregatzustand und Struktur her unterscheiden:

  1. längliche Strukturen (Haare, Härchen, Asbestfasern)
  2. Staub (Feststoff-Partikel von 0,01 mm bis etwa 0,5 Millimeter, abhängig auch von strukturellen und chemischen Eigenschaften)
  3. Feinstaub (Partikel unter 10 µm (Mikrometer), in Luft verwirbelt auch als Rauch oder Aerosol)
  4. Flüssigkeitströpfchen in Form von Dampf oder Nebel aus Molekülen unterschiedlicher Größe, unter Umständen auch als Belag auf Staubpartikeln (wie in Teer-Dämpfen und Tabakrauch) oder in wässriger Lösung oder Emulsion.
  5. Gase (wie die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, FCKW)

Schadstoff im Strafrecht

Deutschland

In Deutschland beschreibt das Strafgesetzbuch (StGB) im 29. Abschnitt in den § 324 bis § 330 Straftaten gegen die Umwelt. Danach ist es strafbar, Stoffe in einem Umfang freizusetzen, der geeignet ist

  1. die Gesundheit eines anderen, von Tieren, Pflanzen oder andere Sachen mit bedeutendem Wert zu schädigen oder
  2. nachhaltig ein Gewässer, die Luft oder den Boden zu verunreinigen oder in einer sonstigen Weise nachteilig zu verändern.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Schadstoff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Uwe Leiterer: Giftiges Uran in Gartendüngern , bei ndr.de
  2. Schadstoffe im Bauwesen – Hintergrundinformationen ; abgerufen am 20. Februar 2013.

Kategorien: Ökologie | Verfahrenstechnik | Umweltschutz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schadstoff (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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